Markteinführung GOVECS Schwalbe?

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elektronaut

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Markteinführung GOVECS Schwalbe?

Beitrag von elektronaut » Sa 16. Mai 2015, 04:29

Wie ist der Stand der Markteinführung?

Schon 2011 angekündigt:
http://www.motorradonline.de/news/die-s ... sch/337083

und letztes Jahr auf der EICMA gezeigt:
http://www.green-motors.de/news/1411102 ... eicma-2014

-> aber noch nicht auf der Herstellerseite gelistet
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Beitrag von STW » Sa 16. Mai 2015, 08:53

Die diesjährige Rollersaison ist im Grunde aus Sicht der Hersteller vorbei. Wer mit einem (E-)Roller liebäugelt, dürfte eher vor dem Sommer als danach kaufen.

Sollte die Schwalbe in 2016 kommen, dann müßte jetzt so langsam das Vorgeplänkel für eine Markteinführung im nächsten Frühjahr kommen, also Werbung, Vorführungen, ..., protzen mit technischen Spezifikationen usw., ausgucken der Vertriebs- und Servicepartner.

Seit 2011 hat sich bei E-Rollern technisch viel getan im Bereich Akkutechnik, Batteriemanagementsysteme, Controller, ..., das muß alles aufgeholt werden und in eine mögliche Serie einfließen, sonst ist man technisch zu weit hinterher und kann sich nur auf das Retro-Design verlassen. Da geht es also um einige 100.000€ an Entwicklungskosten (hauptsächlich Manpower). Und das Geld muß erst jemand vorschießen können.

So sehr mich das Design und die großen Räder begeistern - ich denke nicht, dass wir da kurzfristig eine Serienfertigung sehen. Und ich würde mich freuen, wenn ich mich da irren würde.
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Beitrag von elektronaut » Sa 16. Mai 2015, 09:21

Ist schon ein interessantes Teil (mir gefällt der Retro-Style).

Habe gerade auf einigen Seiten gelesen, dass die Markteinführung in der 2.Jahreshälfte 2015 passieren soll:
http://www.mbike.com/news/2015/03/simso ... c-scooter/

Viele Grüsse
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Beitrag von STW » Sa 16. Mai 2015, 20:16

Ich lass mich überraschen. Im Forum liest man ja recht wenig von neuen Govecs-Fahrern, auf der Händlerliste der Govecs sind keine Links hinterlegt, und vermeintliche Händler wie Yoove haben die Teile nicht auf ihrer Homepage gelistet. Also in Berlin wohl nicht zu kaufen.
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Beitrag von elektronaut » So 17. Mai 2015, 03:41

STW hat geschrieben:Ich lass mich überraschen. Im Forum liest man ja recht wenig von neuen Govecs-Fahrern, auf der Händlerliste der Govecs sind keine Links hinterlegt, und vermeintliche Händler wie Yoove haben die Teile nicht auf ihrer Homepage gelistet. Also in Berlin wohl nicht zu kaufen.
GOVECS muss wohl erst noch mehr in ein besseres Servicenetzwerk für Kunden investieren (ist wahrscheinlich wichtiger als neue Modelle)...
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Beitrag von positron » So 5. Jul 2015, 19:34

Ich bin auch gespannt ob es die elektro Auflage der Schwalbe kommt. Eine Frage an die Experten im Forum.

Wo ist der Vorteil eines Riemenantriebes, wie bei der Schwalbe vorgesehen?
Es kommt Dreck rein, es gibt Wandlungsverluste und Wartungskosten beim Erneuern.

Ich fahre einen UNU. Dieser hat seinen Motor im Hinterrad und nach meiner Logik ist das doch das bessere Konzept, oder?

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Beitrag von STW » So 5. Jul 2015, 20:25

Mechanisch gesehen haben wir das Problem der zu federnden Masse - da hat der Riemenantrieb die Nase vorn, auch wenn das bei einem 45er Roller mit kleinen Rädern nicht so ins Gewicht fällt. Elektrisch gesehen kann man dafür sorgen, dass man mit kleineren Anlaufströmen auskommt, was günstiger für die Akkus und die Dimensionierung des Controllers ist.

Ich habe die Steigerungsform elektrisch mit Variomatik und Fliehkraftkupplung, alter des Maschine siehe Signatur. Ist sicherlich bei weitem nicht so energieeffizient wie ein moderner Radnabenmotor (die sind heute erheblich besser), aber dafür maximal 50A Strombedarf, besserer Anzug auch mit Sozius usw., und die Chancen sind recht gering, dass ich mir den Controller wegen Überlast abschieße.
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Beitrag von MEroller » So 5. Jul 2015, 20:30

Der Riemen ermöglicht schlicht eine einfache mechanische Variation der Übersetzung, und ermöglicht dadurch die Verwendung kleinerer Hochdrehzahlmotoren, die wesentlich leichter sind als gleich starke Radnabenmotoren. Und mit Riemen kann der schon leichtere Motor zudem nah am Drehpunkt der Schwingenachse platziert werden, so dass es zumindest ermöglicht, durch die viel geringeren ungefederten Massen eine komfortablere Fahrwerksauslegung zu schaffen. Zusätzlich kann so recht einfach der ideale Kompromiss aus gutem Anzug aus dem Stand und erreichbarer Höchstgeschwindigkeit gefunden werden, bei geringeren Anfahrströmen, aber auch höherem (maximalem...) Strombedarf bei v-max. Der Wirkungsgradnachteil eines modernen Zahnriemens ist so gering, dass er ggf. durch höhren Motorwirkungsgrad mehr als aufgehoben werden kann. Aber er ist tatsächlich ein zusätzliches Verschleißteil :evil:

Ein Radnabenmotor muss vom Stator- und Rotorradius her wesentlich größer sein als bei einem riementreibenden Hochdrehzahlmotor, um das notwendige höhere Drehmoment zustandezubringen. Die "Übersetzung" kann beim Radnabenmotor ansonsten eigentlich nur über die Wicklung geändert werden:
Viele Windungen mit dünnerem Draht bedeuten viel anfahr-Drehmoment bei moderatem Strom, aber sehr eingeschränkte Höchstgeschwindigkeit wegen der hohen Selbstinduktion im Motor, die bei höheren Drehzahlen dem Stomfluss entgegenwirkt und diesen somit reduziert.
Weniger Windungen bei dickerem Draht (eigentlich mit mehr parallelen dünnen Drähten, um die Wickelbarkeit zu erhalten) erhöhen den Stromverbrauch, produzieren im Verhältnis weniger Drehmoment bei einem bestimmten Strom, aber ermöglichen eine höhere Maxiamldrehzahl und somit Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, die Auslegung so zu treffen, dass bei - oder kurz vor - der gewünschten Höchstgeschwindigkeit der Motor den Punkt seines höchsten Wirkungsdgrades erreicht. Dies führt dazu, dass beim Radnabenmotor die Höchstgeschwindigkeit NICHT den maximalem Strombedarf hat wie bei einem halbwegs gut ausgelegten Riemenantrieb.
Ist ein Radnabenmotor aber wirklich wartungsfrei? Die bisherigen Erfahrungen mit Chinesischen Radnabenmotoren entlarven die teils zu weichen Motorwellen mit ihrem Zweiflach und Restgewinde, die gern sehr schnell verschleißen (einfach mal nach dem Stichwort "Gewindekaries" hier im Forum suchen :twisted: ), Hallschalter minderer Qualität, die den vorzeitigen Hitzetod sterben und ausgestauscht werden müssen (bzw. die findigen Chinesen gleich ein zweiten Satz Hallschalter einbauen, um die Verwendbarkeit des Motors zu verlängern...), und zu schwach dimensionierte Motorlager, die ja blöderweise auch die Radlager sein müssen und häufig unter vorzeitigem Verschleiß leiden, was schlussendlich zum Streifen der Rotormagnete auf dem Stator führen. Das sind natürlich ALLES Konstruktions- bzw. Auslegefehler, die eigentlich nicht gemacht werden müssen - mit härteren, zäheren Motorwellen und Drehmomentabstützungen, gescheiten Hallschaltern der 150°C-Klasse, und fetteren, abgedichteten Kegelrollenlagern könnte auch ein solcher Radnabenmotor sich tatsächlich der Wartungsfreiheit nähern. Erreichen würde er es vielleicht trotzdem nicht, weil es z.B. statische Aufladungen zwischen Rotor und Stator gibt, die sich über die Lagerkugeln entladen und diese durch Erosion beschädigen können. Industriemotoren dieser Bauart haben daher inzwischen doch wieder Bürsten, welche die statische Ladung direkt zwischen Rotor und Stator ausgleichen. Aber auch diese Bürsten sind wieder Verschleißteile, die aber weitaus leichter zu wechseln sind als die Lager.

Das war jetzt der technische Teil. Auffällig ist , dass es keinen E-Roller aus europäischer Produktion oder Konzeption gibt, der einen (Chinesischen...) Radnabemnmotor hat. Ganz aktuelle Ausnahme: der Französische eccity Artelec 670. Da es keine für E-Roller brauchbaren Radnabenmotoren aus Europäischer Produktion gibt, aber sehr viele hochdrehende E-Motoren, gehen die Europäischen E-Roller Hersteller den Weg mit dem Zahnriemen. Und leider nicht immer einhergehend mit komfortablerem Fahrwerk, siehe z.B. den Schweizer vR one mit einem Leergewicht von nur 144kg, aber einem max. zulässigen von sage und schreibe 420kg :shock: Der ist hart wie ein Brett, selbst bei längster Federeinstellung. Mein Chinesischer Fury Thunder mit seinem Radnabenmotorklotz ist wie ein Sänfte gegenüber dem vR one...
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Beitrag von positron » Di 7. Jul 2015, 16:33

Also ganz so einfach wie ich dachte ist es also nicht. Herzhaften Dank für die teils sehr ausführlichen aber auch sehr verständlichen Antworten.

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Beitrag von eradler » Fr 13. Nov 2015, 17:42

Echt spannend so rückwirkend zu lesen, wie das so funktioniert... danke auch von mir für die geballte Fachkenntnis! Zum Thema kaum neue Govecs-Fahrer: ich bin ja "zurzeit noch" Vectrix-Fahrer, aber überlege quasi der Fabrik zu wechseln und auf ein neues govecs-Modell umzusteigen. Bin deswegen echt gespannt auf die Vorstellung des neuen Go 2.6. auf der EICMA in Mailand...

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