Diesellobby? - Mir wird die Autoindustrie immer unsympathischer.

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oe6bhe

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Diesellobby? - Mir wird die Autoindustrie immer unsympathischer.

Beitrag von oe6bhe » Di 29. Aug 2017, 12:38

Nach dem Auffliegen der VW-Schummeleien und dem Verdacht, dass da noch mehr beteiligt sind, werfe ich noch einen kritischeren Blick auf die deutsche Autoindustrie. Was mir auffällt ist, dass diverse Medien immer mit Artikeln kommen, dass die Elektromobilität infrastrukturell nicht möglich sei, dass sie schmutzigen Strom aus Kohle benutzt, der Diesel sei der Klimaretter etc...

https://www.heise.de/tp/features/Diesel ... 1177.html
In diesem Artikel finde ich schon dreist, dass man die maximale Arbeitsplatzkonzentration, wo sich ein gesunder unter arbeitsmedizinischer Betreuung befindlicher erwachsener Arbeitnehmer maximal 8 Stunden am Tag aufhalten darf mit der Frischluft, wo sich vom Baby bis zum Greis jeder aufhalten muss gegenüberstellt. Dazu weiter unten im Artikel die Dreistigkeit zu behaupten Elektroautos, gilt wahrscheinlich auch synonym für unsere Elektroroller, sind bei Bränden ein weitaus größeres Übel als Verbrennerfahrzeuge. Naja, fahren tu ich selten, aber abbrennen tut mir ein KFZ schon sehr oft :-p.

Auf diversen Seiten kam immer wieder das Argument, dass der Diesel der Retter des Weltklimas ist, da er weniger (LITER/100 km) verbraucht und daher weniger CO2 ausstößt. Nun ja, die Angabe ist in Liter/100 km, aber Diesel hat eine höhere Dichte als Benzin. Noch dazu ist das stöchiometrische Verhältnis von C zu H beim Diesel etwas schlechter als beim Benzin. Alleine schon mein Hausverstand sagte mir, dass da nicht viel um sein kann. Belegt auch ganz gut dieser Artikel vom Focus. http://www.focus.de/auto/news/abgas-ska ... 1560.html . Erdgas, also CH4 ergäbe ein sehr gutes Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasserstoff. Wenn man schon auf Verbrenner setzt, warum dann nicht auf Erdgas? Bietet die selben Vorteile wie flüssige Brennstoffe: Hohe Reichweite und ist schnell nachgefüllt.

Tja und da kommen jetzt die intelligenten Leute und behaupten, dass Elektroautos, sollte sicher auch für unsere Roller gelten, ja so schmutzig sind, weil so viele Kohlekraftwerke am Netz sind, die die Luft verpesten. Man rechnet dann immer beim E-Fahrzeug den CO2-Ausstoß der Stromgewinnungskette mit ein und beim Verbrenner vergisst man auf die Herstellung des Treibstoffs und rechnet von der Zapfsäule bis zum Auspuff. Im Vergleich müsste man dann entweder beim Verbrenner vom Ölfeld, oder zumindest von der Raffinerie bis zum Auspuff rechnen, oder beim E-Fahrzeug alternativ von der Steckdsoe bis zum Motor. Hier mal was interessantes dazu: http://www.spektrum-campus.de/artikel/1 ... leserbrief.


Ich könnte meine Beispiele noch fortführen, aber ich bin gerade zu faul zum suchen, was mir in letzter Zeit so an Artikeln, auch von namhaften Medien unterkam. Beispiele wären auch, dass die Verringerung des Feinstaubs durch höhere Verbrennungstemperaturen schuld seien am Stickstoffdebakel und somit hätten das wiederum die Umweltschützer heraufbeschworen. Stimmt technisch zwar, wenn man den Dieselmotor als Konstante betrachtet und das scheint in der Automobilindustrie vor allem bei der deutschen so zu sein.

Persönlich meine ich, dass das der Beginn des NIederganges der glorreichen deutschen Autoindustrie ist, die nach wie vor an einem Dinosaurier des Antriebes festhält. Mit immer mehr Aufwand für die Abgasreinigung gegenüber Benzin/Erdgasmotoren versucht man das seit diesem Skandal tote Pferd noch irgendwie zu reanimieren und zum Aufstehen zu bewegen, mit zweifelhaften Argumenten. Die Chinesen, animiert durch die Gesetzgebung in China, sind drauf und dran das E-Mobil voranzutreiben und wir E-Roller-Fahrer sind da wiederum den Automobilisten voraus. Wir haben bereits unsere Chinesen. Die Arbeitsplatzdiskussion in der Automobilindustrie in Deutschland mag zwar für die nächste Wahl ein Thema sein, aber langfristig wird man auf diesem Wege verlieren, da die Konkurrenz in Fernost immer weiter vorankommt.

gervais

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Beitrag von gervais » Di 29. Aug 2017, 12:57

1. Deutsche Autoindustrie ? Die sollten sich mal ein Beispiel an der italienschen,französischen,asiatischen und amerikanischen Autoindustrie nehmen ....gniggel

2. Chinesen, die uns in Punkto Emmissionen voraus sind oder sonst ein Vorbild sein sollen ?....gniggel

Da war ich mehrfach und mir ist das völlig entgangen. In vielen chin. Städten ist durchgängig "Nebel" . Gruselig. Exporte schöner E Roller nach Übersee und Pläne des ZK helfen dem nicht ab.

Aua. Aua. Statt im Internetz Zeit zu verschwenden, solltest Du mal reisen und realiter sehen,riechen und schmecken,um zu sehen wie es sich wirklich verhält.

Elektro Roller betreffend, verhält es sich weltweit übrigens genauso wie in Deutschland auch. Du mußt die Dinger schon regelrecht suchen, um sie zu finden.Liegt in Asien und Indien vornehmlich daran,dass Roller als "arme Leute Transporter" mit sehr hohen Lasten bewegt werden. Die schnieken 40kg Studentinnen allein auf einem E- Roller gibt es nur im Hersteller Prospekt.


Starracer

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Beitrag von Starracer » Di 29. Aug 2017, 13:56

Tjaja. Die saubere Elektromobilität. Der Strom kommt aus der Steckdose...und die Rohstoffe für den Akku...wo kommen die denn so hier?

https://newsevv.files.wordpress.com/2012/01/kongoki.jpg
http://www.20min.ch/diashow/60962/60962 ... yhhkcQ.jpg

...und die ebenso saubere Deutsche Umwelthilfe. Sicherlich ein Zufall, dass sie 100.000 € von Dieselrußfilter-Herstellern bekommen hat und daraufhin eine Kampagne und Klagen führte. Oder die 80 000 Euro von Toyota....
Die DUH verdient übrigens jedes Jahr mehrere Millionen € mit ihren Abmahnungen.

Matahalii

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Beitrag von Matahalii » Di 29. Aug 2017, 14:31

Ich frage mich schon lange, was da falsch läuft.
Ist ja nicht so, dass bessere Dieselabgase nicht möglich wären, das zeigen uns die LKW, die durchweg bessere Werte haben als PKW. Wenn die Industrie meint, dass es billiger ist, Schummelsoftware zu verbauen, als filter die wirklich filtern ist das BETRUG. Wenn der nun auffliegt - was ja irgendwann passieren musste, dann wollen die uns sagen: "Wir haben jahrelang es nicht hinbekommen, die Schadstoffe innerhalb der Grenzwerte zu halten und deswegen Schummelsoftware eingebaut. Jetzt gibts ein Update, was alles wieder gut macht und genau das erreicht, was unmöglich ist." HAHA!

Ich weiß nicht, bei wem man so verspieltes Vertrauen wiedergewinnt. So doof kann gar keiner sein. Und die Politik springt mit auf und jubelt anstatt einfach auf die geforderten Grenzwerte zu bestehen und mindestens ab jetzt keine Autos in den Verkehr kommen lassen, die die Werte nicht einhalten. Klar sollen sie nicht allen angemeierten Kunden und kleinen Handwerkern die Plaketten von den Schildern kratzen.

oe6bhe

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Beitrag von oe6bhe » Di 29. Aug 2017, 14:33

Ich war zwar noch nicht direkt in China, aber doch schon ein bisschen in Asien unterwegs. Ja, ich sah dort 4 bis 5 Leute auf einem Moped, oder mit einer Beladung, wo man nicht einmal mehr erkennen konnte, wo der Fahrer unter diesem Haufen ist.

Der Punkt ist der, dass die Asiaten ein Umweltproblem haben und man wagt einen Schritt nach vorne. Klar wird das dauern, bis es fruchtet. Die deutschen, aber auch andere europäische Automobilproduzenten halten an alten Sachen fest. In Asien startet eine Entwicklung und es wird ein Vorsprung aufgebaut, von dem sie später profitieren werden. Vor 125 Jahren glaubte noch niemand daran, dass motorisierte Fahrzeuge einmal die Pferde als Zugtiere ablösen werden. Es dauerte zwar eine Weile, aber heute könnte man es sich nicht mehr vorstellen eine Kutsche samt Pferden als Verkehrsmittel zu benutzen.

Strom kommt aus der Steckdose und Diesel aus der Zapfsäule ist halt eine Betrachtung und fair.
Strom wird aus Kohle/Öl/Gas gewonnen und es wird Energie aufgewendet und ein Eingriff in die Natur vorgenommen für die Produktion von Akkus im Vergleich, dass Kriege geführt werden für Öl, was mit schwerölbetriebenen Tankern transportiert wird und unter der Aufwendung weiterer Energie zu Treibstoff verarbeitet wird ist die andere Betrachtung und ebenfalls fair. Man muss schon immer die selbe Sichtweise auf diese Dinge anwenden. Am Ende ist es wahrscheinlich doch das Elektrofahrzeug, das sauberer ist.

Vor 125 Jahren glaubte noch niemand daran, dass motorisierte Fahrzeuge einmal die Pferde als Zugtiere ablösen werden. Es dauerte zwar eine Weile, aber heute könnte man es sich nicht mehr vorstellen eine Kutsche samt Pferden als Verkehrsmittel zu benutzen.

Um es nicht falsch zu verstehen, ich bin nicht prinzipiell gegen den Verbrennungsmotor und ich meine auch nicht, dass wir bestehende abschaffen sollten, aber wir stehen am Beginn oder kurz vor Beginn eines neuen Mobilitätszeitalters, das langsam aber dennoch hereinbrechen wird. Ich bin schon länger der Meinung, dass der Dieselmotor mit seiner immer aufwändiger werdenden Abgasnachbehandlung ziemlich am Ende ist und jede weitere Entwicklung ein finanzieller Aufwand ist, um das Ende nur noch hinauszuzögern. Es war schon eine gewisse Hoffnung, dass der Abgas-Skandal ein Schritt Richtung Massentauglichkeit der E-Mobilität wird und dass die Preise dann sinken, aber anstatt dessen gab es Ausreden und ein Festhalten an Altem.

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wiewennzefliechs

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Beitrag von wiewennzefliechs » Di 29. Aug 2017, 19:52

oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
Der Punkt ist der, dass die Asiaten ein Umweltproblem haben und man wagt einen Schritt nach vorne.
Nein, der Schritt geht zur Seite. An der Luftverschmutzung hat der Verkehr nämlich nur einen sehr geringen Anteil. Der Dreck in der Luft kommt hauptsächlich aus veralteten Industrieanlagen, Kraftwerken und Heizungsanlagen. Es spielt auch eine Rolle, dass Verstöße gegen Umwelt-Vorschriften in Asien häufig gar nicht oder nur sehr lax geahndet werden.
oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
Die deutschen, aber auch andere europäische Automobilproduzenten halten an alten Sachen fest.
Logisch. Die "alten Sachen" verkaufen sich wie warme Semmeln, während Elektroautos nach wie vor Ladenhüter sind. Übrigens auch in China:
https://heise.de/-3182909

Darüberhinaus ist es offenbar immer noch nicht möglich, ein Elektroauto zu bauen, das bei gleicher Qualität (!) nicht mehr kostet als ein vergleichbarer Verbrenner. Noch nicht einmal Tesla schafft das: Tesla-Autos kosten Premium-Preise, sind aber von Premium-Qualität weit entfernt. Sogar mein Opel hat eine höhere Qualitätsanmutung als ein Tesla Model S. Gegen ein Premium-Fahrzeug in der 100.000-Euro-Preisklasse (S-Klasse, A8, 7er) verliert der Tesla S in Sachen Qualität haushoch. Auch das könnte ein Grund sein, warum die deutschen Hersteller scheinbar untätig sind: sie wollen einfach keine Autos auf den Markt bringen, deren Qualitätsniveau nicht an das der jeweiligen Marke heranreicht oder die so teuer sind, dass selbst ein Oberklasse-Käufer beim Blick in die Preisliste vom Stuhl fällt.
oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
In Asien startet eine Entwicklung und es wird ein Vorsprung aufgebaut, von dem sie später profitieren werden.
Wenn sie es den Japanern und Koreanern nachmachen, könnte das klappen. Allerdings fehlt chinesischen Autos nach wie vor eben jene wichtige Eigenschaft, die japanische und koreanische Autos auf dem Weltmarkt erfolgreich macht: Qualität. Natürlich sind die Chinesen lernfähig. Bisher hat aber noch kein chinesischer Autohersteller außerhalb Chinas wirklich punkten können. Einzige Ausnahme: Volvo, seit einiger Zeit im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns. Allerdings werden Volvos nicht in China gebaut.
oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
Vor 125 Jahren glaubte noch niemand daran, dass motorisierte Fahrzeuge einmal die Pferde als Zugtiere ablösen werden.
Motorisierte Fahrzeuge hatten schon damals einige Vorteile gegenüber Pferdkutschen und kaum Nachteile. Es ist daher kein Wunder, dass sich erstere vergleichsweise schnell durchgesetzt haben. Bei Elektroautos ist das zumindest derzeit noch nicht so. Vor knapp 100 Jahren haben Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sogar die (damals schon existierenden und durchaus populären) Elektroautos verdrängt.
oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
Um es nicht falsch zu verstehen, ich bin nicht prinzipiell gegen den Verbrennungsmotor und ich meine auch nicht, dass wir bestehende abschaffen sollten, aber wir stehen am Beginn oder kurz vor Beginn eines neuen Mobilitätszeitalters,
Richtig, wir stehen am Beginn. Die derzeitige Debatte um den Verbrennungsmotor im Allgemeinen und den Diesel im Speziellen erweckt aber den Eindruck, als wolle man den Durchbruch des Elektroautos gegen alle technischen und wirtschaftlichen Hürden jetzt sofort erzwingen. Das ist ungefähr so als hätte man schon vor 35 Jahren alle Glühlampen verboten und die Leute zum Umstieg auf LED-Lampen gezwungen. Wir hätten dann alle weitgehend im Dunkeln gesessen, denn vor 35 Jahren taugten LEDs allenfalls als Anzeige, nicht aber zur Beleuchtung. Ultrahelle LEDs mit einem brauchbaren Spektrum mussten erst noch erfunden werden. Sinnvollerweise hat man Glühlampen erst dann verboten, als es so weit war, und nicht lange vorher.
oe6bhe hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 14:33
Ich bin schon länger der Meinung, dass der Dieselmotor mit seiner immer aufwändiger werdenden Abgasnachbehandlung ziemlich am Ende ist und jede weitere Entwicklung ein finanzieller Aufwand ist, um das Ende nur noch hinauszuzögern.
So groß ist der Aufwand gar nicht. Man muss sich halt trauen und den Käufern u. A. einen höheren AdBlue-Verbrauch zumuten. Die Diesel-Mauschler haben sich davor gescheut und stattdessen mittels Schummel-Software den AdBlue-Verbrauch so weit gesenkt, dass eine effektive Abgasreinigung nicht mehr möglich war. Mit ausreichender AdBlue-Menge und modernen SCR-Kats halten dagegen umgerüstete Euro-5-Diesel sogar die Euro-6-Grenzwerte ein:
http://www.auto-motor-und-sport.de/news ... 11606.html
Natürlich tun das auch Euro-6-Serienfahrzeuge, die bereits ab Werk mit der entsprechenden Technik ausgerüstet sind.

Gruß

Michael
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Retr0

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Beitrag von Retr0 » Fr 1. Sep 2017, 22:04

Viele denken, ein Auto wäre Freiheit, doch eigentlich ist es nur eine Abhängigkeit.

Ein Auto kostet in Anschaffung und Unterhalt extrem viel. Und wenn man dann die Zeit berücksichtigt, die man für diesen Betrag arbeiten muss, dann ist man zu Fuß und mit dem Rad schneller vielfach schneller (Ausnahmen gibt es natürlich auch).

Auch brauchen viele Menschen ein Auto, weil sich alle auf das Auto eingerichtet haben. Die Infrastruktur auf den Dörfern ist ausgestorben, Shopping-Malls sind irgendwo auf der grünen Wiese und es muss ja unbedingt das Häuschen im Grünen (bzw. im Neubaugebiet) sein.

Kurzum: Wie geben immens viel Geld sowie Zeit aus und schädigen die Umwelt für Dinge, die uns nicht wirklich unter dem Strich mehr Lebensqualität bringen.

Da wohne ich lieber auf 45qm in der Stadt, und hab alles direkt vor der Tür bzw. in Rad/ÖPNV-Entfernung. Und während die meisten noch für ihr Auto schuften, sitze ich schon längst im Park und genieße meine Freizeit.

Auch bei Elektrorollern muss man sich klar machen, dass die meisten Deutschen zwischen 75 und 250 Stunden für die Anschaffung eines solches Gefährtes arbeiten müssen, das sind rund zwei bis sechs 40-Stunden-Arbeitswochen! Das ist auch nicht gerade wenig.

gervais

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Beitrag von gervais » Fr 1. Sep 2017, 23:14

Retr0 hat geschrieben:
Fr 1. Sep 2017, 22:04
Da wohne ich lieber auf 45qm in der Stadt...

... es muss ja unbedingt das Häuschen im Grünen (bzw. im Neubaugebiet) sein.
Aber klar, dieses bietet gewaltige Vorteile für Familien mit Kindern . Ich für meinen Teil bin froh, dass ich meine Familie nicht dem Moloch Großstadt aussetzen mußte und bin noch heute, 20 Jahre später, sehr froh auf das Stück Lebensqualität Immobilie im Grünen (wenn auch nicht wirklich ländlich) gesetzt zu haben.

Klar ging das früher im Familienwohnheim für Studenten und in Altbaulöchern auch auf 45m² zu dritt, aber man mag ja nicht ewig Familieneinkäufe bzw. Kind und Kegel in den dritten Stock schleppen. Mit Großstadtparks konntest Du uns schon damals jagen..

Heute brauche ich keinen Elektroroller mit herausnehmbarer Batterie ..und den ÖPNV gibt es auch, ebenso die Freiheit, den beruflich notwendigen Diesel für größere Strecken und Besorgungen privat zu nutzen, neben der Bahncard für die XYL, die beruflich werktäglich 90km oneway mit dem ICE pendelt...und da bekomme ich sie nicht weg, weil ihr der Job seit 20 Jahren Spaß macht.

Du siehst also, es gibt unterschiedliche Lebensituationen und Definitionen von Lebensqualität und das ist auch gut so :-)

oe6bhe

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Beitrag von oe6bhe » Sa 2. Sep 2017, 01:00

Für mich bedeutet die Freiheit am KFZ dort wohnen zu können, wo ich möchte und dort arbeiten zu können wo ich möchte und ich muss mich nicht an ÖPNVs richten. Klar kostet diese Freiheit etwas, aber bei uns sind die Immobilienpreise zwischen Stadt und Land sehr unterschiedlich. Ein Freund von mir ist der gleichen Ansicht wie Retr0. Er lebt in der Stadt und fährt öffentlich. Ich lebe auf dem Land und fahre Auto. Mit 5 Jahresmieten, die seine Wohnung kostet, kaufte ich mir meine doppelt so große Eigentumswohnung. Obwohl ich zusätzlich zu meiner berufsbedingten Fahrerei noch gute 1000 km im Monat zum reinen Vergnügen fahre, weil ich einfach Orte besuchen möchte, wohin es kein ÖPNV gibt sind unsere Lebenserhaltungskosten nahezu identisch. Meine Frau arbeitet in einer anderen Stadt wie ich und sie fährt mit dem Auto. Die Arbeit gefällt ihr und das Gehalt ist gut, jedenfalls besser, als wenn sie die nächstmögliche Arbeitsstätte nehmen würde.

Meine Geschwister haben keinen Führerschein und sind auf Öffis angewiesen. Ihre Wohnsituation richtet sich nach der Arbeitssituation und der Verfügbarkeit von ÖPNVs. In infrastrukturell besser versorgter Gegend sind natürlich die Mietpreise wieder hoch bei uns, so dass sie höhere Lebenskosten haben als ich. Also in der Stadt zu wohnen muss nicht einmal finanzielle Vorteile haben. Und auch wenn es das hätte, würde ich nicht in die Stadt ziehen, sondern die Freiheit, die ich durch das KFZ habe nutzen, um dort leben zu können, wo ich möchte.

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