SXT 500 EEC mit Baiway Coulometer

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Robertoho

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SXT 500 EEC mit Baiway Coulometer

Beitrag von Robertoho » Sa 4. Nov 2017, 18:02

Ich hab hier schon mal rumgefragt (viewtopic.php?f=7&t=5253) wegen Batteriemonitoring. Als Folge davon hab ich mir bei Aliexpress für meinen SXT ein Teil gekauft, das dort als "Coulometer" bezeichnet wird und zwar die Version bis 50A (da der SXT eine Hauptsicherung bis 40A hat sollte das reichen).

Hier der Link: https://de.aliexpress.com/item/50A-New- ... 0.0.06OGyc
Für rund €25 ein Versuch wert.

Grundsätzlich traf ich den Entscheid, dass das Teil am meisten Sinn macht, wenn es fix am Roller angebaut ist. Es lässt sich einfach die Kapazität des Akkus eingeben. Wird er voll aufgeladen, dann ist dieses Gerätchen mit einem langen Tastendruck zurückzusetzen und es beginnt von der Nennkapazität an rückwärts zu zählen, wobei die Daten gespeichert bleiben. Ist der Roller aus, dann ist das Gerät auch aus.

Hier der Einbaubericht mit Fotos. Mehr als Anregung denn als Anleitung. Dieser Einbau ist nicht ganz einfach - dies vor allem wegen vieler Details. Da sollten bereits mittlere Bastler-Meriten verdient und auch eine Werkstatt mit allerlei Zeugs vorhanden sein.

So sieht das Dingens aus, wenn's ausm Paket kommt:
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Als Vorbereitung habe ich mir fürn 3D-Drucker eine kleine Konsole gezeichnet und auch ausgedruckt. Das alleine war schon eine ziemliche Arbeit - aber letztlich muss das Dingens ja irgendwo SEIN am Vehikel. Und aussehen soll's ja auch a weng. Hierbei musste ich bereits berücksichtigen, dass das Anschlusskabel vom Shunt (der "Geber*) aus nur 1m lang ist, was nun wirklich kein Zentimeter zu lang ist. Konsole also unten am Lenker, direkt beim Vorbau. Die Dateien finden sind hier https://www.thingiverse.com/thing:2626302. Ausdruck mit ABS, damit das Teil etwas zäher ist, denn es beinhaltet gleich die Lenkerklemmung.

Beim Einbau zuerst das Schwierigste: Einziehen des Anschlusskabels ins Lenkerrohr. Dazu muss auf einer Seite natürlich der Stecker demontiert werden. Dazu verwendet man einen möglichst feinen Schraubenzieher oder einen feinen Dorn um die Sperrzungen niederzudrücken. Achtung: Nichts für Grobmotoriker. Diese feinen Steckerchen zerdrückt man nur einmal.
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Den Roller am besten auf die Werkbank und so unterlegen, dass sich der Vorderbau hoch- und runterklappen lässt. Batteriedeckel abschrauben, Akku raus und den orangen Deckel über dem Controller entfernen. Dann zum Einziehen das Lenkerrohr am besten runterklappen. Die vorhandenen Kabelbinder abknipsen damit der Kabelbaum etwas flexibler wird. Dann mit einem vorne umgebogenen Draht von unten ins Rohr einfahren, bis das Ende oben sichtbar ist. Jetzt versuchen - das braucht Nerven - dieses Ende oben rauszufischen und -zuziehen. Platz ist hier grundsätzlich genug. Das einigermassen delikate Anschlusskabel dann in die Öse des Drahtes einlegen und diese sachte zudrücken. Die einzelnen Litzen des Anschlusskabels umlegen und mit Klebeband (Papierklebeband) umwickeln, damit die feinen Steckerchen nicht kaputt gehen.
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So, das Anschlusskabel VORSICHTIG einziehen. Nicht murcksen! Eher wieder zurückziehen und neu versuchen. Von unten ziehen und von oben schieben. Wenn's geschafft ist, soweit durchziehen, dass oben noch genau genug rausschaut um das Gerät gut festzumachen. Dann geht's weiter in diesen Schlauch, in dem die anderen Kabel nach unten gezogen sind. Hier muss wohl ein Loch reingemacht werden - möglichst weit unten - denn das Ende des Schlauchs ist nicht zugänglich (ich hab's einfach nicht geschafft, das hochzuziehen). Mit demselben Draht, an dessen Ende immer noch das Kabel festgemacht ist durch und unten rausfummeln.
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Und nun noch die dritte Sektion unten in diesem Stahlbogen des Klappmechanismus bis vor die Kabelöffnung oben in der "Karrosserie" des Rollers. Hier wird klar, dass das Kabel tatsächlich um nichts zu lang ist! Hier den Stecker wieder montieren, wobei die ganz feinen Blechzüngelchen der Steckerchen vorher leicht angehoben werden (damit sie wieder einrasten). Die Kabelöffnung ist gross genug, dass der ganze Stecker durchpasst. Zuerst noch den Controller losschrauben, er ist mit nur einer Schraube festgemacht und kann leicht mit dem ganzen Kabelwust nach hinten gezogen werden. Dann das Anschlusskabel durchstecken, es schaut unten noch vielleicht 5 cm raus.
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Nun geht's daran, das Teil mit dem Shunt einzubauen. Es muss in die Minusleitung zum Akku eingeschlauft werden. Dazu diese (schwarze) Minusleitung aus dem Stecker rausziehen, der Stecker ist im Steckergehäuse mit einer Klinke aus Plastik gesichert, die mit einem kleinen Schraubenzieher recht leicht hochgedrückt werden kann. Die Klemmung dieses Steckers um die Kabelisolation nun vorsichtig etwas öffnen - Dorn oder feiner Schraubenzieher - und dann ablöten. Er wird wieder benötigt.
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Als Anschluss an das Shuntteil werden Ringösen benötigt. Ich habe sowas im Fundus, es sind eigentlich Klemmösen, von denen ich die gelbe Tülle aufgeschlitzt und entfernt habe. Auf das schwarze Akkukabel kommt nun ein Stück Schrumpfschlauch (ich nehm bei grösseren Stromstärken immer zwei, die dann übereinander kommen) und dann die eine Ringöse anklemmen und zusätzlich löten. Dann den Schrumpfschlauch aufschrumpfen um den Hals der Öse zu isolieren.
Zusätzlich wird nun ein neues Kabelstück (2 mm2 resp. 14 Gauge) von ca. 20 cm benötigt. Es bekommt an einem Ende die zweite Ringöse und am anderen den vorher entfernten Flachstecker, wiederum Schrumpfschlauch für die Öse nicht vergessen.
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Nun können die beiden Ösen am jeweils richtigen Pol aufgeschraubt werden (B- zur Batterie, P- zum Controller hin). Da hier alles sehr offen ist, habe ich das Shunt-Teil mit einem Stück grossem Schrumpfschlauch eingeschweisst. Solchen hat man aber nicht einfach so im Fundus, man kann auch Isolierband nehmen. Wichtig ist, dass die Anschlüsse für Pluspol und Anschlusskabel frei bleiben wie auch die Rückseite des Sensors (die ist entsprechend angeschrieben). Der Sensor sollte idealerweise metallschlüssig mit dem Metall des Rollers verschraubt werden, damit Wärme abgeleitet werden kann. Nach dem Einschweissen oder Einwickeln also die entsprechenden Zonen wieder freischneiden. Der wieder angelötete Flachstecker kommt zurück "zu seinem roten Nachbarn" in sein Gehäuse.
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Für den Pluspol wird ein geschaltetes Kabel mit Akkuspannung (also NICHT mit 12V) benötigt. Der verwendete EVO-Controller hat ein solches am sog. "Meter"-Anschluss, der nicht benutzt ist und frei rumhängt.
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Von den drei Litzen (rot - schwarz - gelb) kann die rote verwendet werden. Das Steckerchen aus dem Gehäuse entfernen und abschneiden. Dann das Kabel mit einem ebenfalls etwa 15-20 cm langen Stück verlängern (nicht zu dick, damit es in die Bride auf dem Shunt-Teil passt), isolieren und in der besagten Bride dort wo angeschrieben (B+) festschrauben. Danach als letztes den von oben runtergeführten Stecker des Anschlusskabels einstecken - das ist ein ziemlich anspruchsvolles Gefummel, da dieser weit vorne im Chassis ist. Alles aufbieten, was man hat: Langzange, Schraubenzieher etc. Es führt kein Weg daran vorbei!!
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Nun braucht es noch ein 3 mm Loch im Chassis von oben um das Shunt-Teil möglichst wärmeleitend festzuschrauben. Das Loch sollte ca. 28mm von der Hinterkante des Gehäuses in der Mitte liegen.
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Nun das Teil festschrauben, dazu eine 3 mm 30er Schraube verwenden und am besten zwischen Sensor und Chassis eine grosse Unterlagsscheibe ein legen. Als Mutter am besten eine Stoppermutter von oben aufbringen. Ich hab's tatsächlich geschafft, das "von unten" zu fotografieren:
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So. Vor dem Zusammenbau nun am anderen Ende des Anschlusskabels das Gerät einstecken, Akku anschliessen, beten und Zündschlüssel drehen (Ständer oben). Man kann die Schrift des Gerätes auf dem Foto leider schlecht sehen - in "Natur" ist das sehr gut ablesbar.
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Beim Zusammenbau musste ich den Controller ein Loch tiefer montieren als vorher, ausserdem das orange Trennblech etwas nach hinten biegen. Der Controller sollte nicht an dem neu eingebauten Shunt-Teil anstehen. Es ist genügend Platz im Akku-Abteil für den Akku. Den Kabelbaum oben beim Lenker wieder mit neuen Kabelbindern fixieren. Das Gerät dann wie gesagt in meine Selbermacher-Konsole an den Lenker - und ENJOY!!
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Probefahrt folgt irgendwann. Ich darf aktuell gar nicht fahren - ich hatte einen Handwurzelknochen gebrochen und darf das Handgelenk nicht gröber belasten. Aber aufgrund meiner Erfahrungen aus dem Flugmodellbau funktionieren die Dinger genial und geben ziemlich zuverlässige Daten über den Stromverbrauch ab - mit Abweichungen im tiefen %-Bereich. Bei einem noch ziemlich frischen Akku sollte man davon ausgehen können, dass man 80% der Kapazität ohne Probleme verbrauchen kann, bevor die Spannung dann in den verbleibenden 20% "Reserve" irgendwann so tief sinkt, dass man abschalten muss. Diese Angaben sind sehr, sehr viel verlässlicher als blosse Spannungsmessungen (wie sie von den 3 LED am Lenker angezeigt werden).

Robertoho

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Beitrag von Robertoho » Di 14. Nov 2017, 17:33

So, Hand wieder soweit gut, dass eben eine Probefahrt möglich war - bei 6°. Brrrr.

Funzt!
Endstand (das leuchtende Display ist enorm schwierig zu fotografieren) :
Bild

Während der Fahrt sind die grossen Ziffern mit der Restkapazität problemlos abzulesen. Die kleinen auch, das erfordert aber etwas Konzentration. So habe ich gesehen, dass der Scooter bergauf, "am Anschlag" so 18-20A zieht.

Für die Strecke von 9,1 km mit vielen auch starken Steigungen und hinterher Abfahrten sind somit 16% Kapazität weg. Hochgerechnet auf sicher zur Verfügung stehende 80% Akkukapazität wären somit gut 45 km zu schaffen (30Ah - Akku). Nicht schlecht!

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Beitrag von Harry » Di 14. Nov 2017, 18:05

Hallo Robert,

eine vorbildliche Anleitung hast du geschrieben, Respekt! Bild

Konntest du schon testen, ob die Anzeige bei Sonnenschein auch ablesbar ist?
Kann man die Beleuchtung auch ausschalten?
Gruß Harry

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Beitrag von Robertoho » Di 14. Nov 2017, 18:15

So tief wie die Sonne momentan steht, kann ich dazu wohl nix Gscheits sagen. Ich denke aber, dass es sich immer gut ablesen lässt - eben wegen der nicht abschaltbaren Hinterleuchtung.

Das Teilchen hat schon nette Features. So kann es auch dauernd am Akkustrom angeschlossen bleiben. Wenn kaum mehr Strom fliesst, dann schaltet es ab, inkl. Beleuchtung. Und es speichert auch abgeschaltet zuverlässig den letzten Stand.

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Beitrag von Harry » Di 14. Nov 2017, 19:40

Einen 3D-Drucker hat man normalerweise nicht rumstehen, kann man auch ein klassisches Gehäuse nehmen?
Fotos von der Seite und der Rückseite wären ganz gut.
Gruß Harry

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Beitrag von Robertoho » Di 14. Nov 2017, 19:58

Natürlich. Kannst irgendwas basteln.

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