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Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 22:36
von Peter51
6 Bleibatterien werden mit 6* 14,4V = 86,4V geladen. Ein 20S 72V Lithiumakku wird mit 20* 4,2V = 84V geladen. Ich sehe da bezüglich Spannungsfestigkeit des Controllers oder des DC DC 72V 12V Wandler kein Problem.
Der Ebay Akku hat 2.500mAh China Zellen verbaut. Ich nähme ausschließlich Panasonic oder Sammsung Markenzellen.

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 08:36
von didithekid
Bei 2.500 mAh liegt die Vermutung nahe, dass die Zellen aus Werken koreanischer Hersteller stammen.
Was natürlich, genau wie bei japanischen Firmen, nicht ausschließt, dass die Fertigungsanlagen in China verortet sind.
VG
Didi

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 13:36
von achim
Bei meinem 48V Blei GoE funktioniert das tadellos.
Lade ich den 15s Akku auf 63v dann verweigert er den Dienst.
Bei Ladung auf 61,5 V dunktioniert alles reibungslos.
Bei einem 14s Akku käme ich auf max. 58,8V.
Von daher fahre ich mit dem 15s,Akku in jeder Hinsicht besser.
Nach ca. 5000km gibt es bis jetzt keine Probs. Noch nicht mal die Zellen musste ich bis jetzt balancieren, alles noch im grünen Bereich.

Gruß,
Achim

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 14:07
von STW
Der GoE wird da einen Controller haben, der auch auf Überspannung guckt. Aber bei vielen Billigcontrollern ist das nicht der Fall, da zischen dann die Eingangselkos. Wenn man also nicht weiß, was drin ist im Controller, dann sollte man sich beim Akkuersatz an der Ladeendspannung der vorhandenen Akkus orientieren.

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 18:50
von achim
Klar ist das der sicherste Web. Der GoE hatte ganze 650 RmEuro gekostet. Bislang hatte ich schon der Tante Paula durch höhere Beteiebsspannung mehr Temperament eingehaucht. Sie hatte sogar den Sprung von 36V auf 48 Volt überlebt.
Einer meiner allerersten E- Roller, dürfte 15 Jahre her sein, wurde mit 60V statt 40 Volt betrieben. Auch dieser Controller hat das überlebt. Da ist dann irgendwann das 500 W Motörchen verreckt.
Sooo kritisch scheinen die Controller gar nicht zu sein.
Aber ich will hier niemanden ermutigen, zumal eine höhere Spannung auch als Tuning mit den entsprechenden Folgen bei einer Kontrolle interpretiert werden kann.
Dennoch würde ich persönlich lieber einen Akku mit 1s mehr und etwas höherer Kapazität wählen und weniger weit aufladen.
Es fährt sich damit gleichmäßiger und konstanter, man schont den Akku und kann die Spannung auf den Controller genau abstimmen.
Beim GoE hatte ich erst 14s. Das war eher unbefriedigend. Mit 15s und reduzierter Ladeendspannung fährt es sich perfekt.

Gruß,
Achim

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Di 22. Okt 2019, 21:41
von daja
Mal wieder ein Update von meiner Seite:

Da ich nicht mehr lange (obwohl das Wetter noch sehr warm ist) per Fahrrad meinen Arbeitsweg zurücklegen kann habe ich Aufgrund des Zeitdrucks mich dazu entschieden den eBay Akku zu kaufen. (Taxis sind auf Dauer irgendwie zu teuer. :D )
@Peter, Didi, Achim und Co.: Ich hätte liebend gerne euren fachmännischen Rat mit den Markenzellen umgesetzt, konnte aber keinen Lieferanten finden der kurzfristig liefern konnte. Ich hoffe jetzt einfach, dass ich mit guter Akkupflege und ein wenig Glück viele km damit zurücklegen kann.

Ich habe mir auch im Vorfeld die hier erwähnten Adapter/Kabel gekauft. Mit der Software LBMC GUI 4.0.0 konnte ich meinen Controller ZWK072050-B-A2 auslesen.
Rollereinstellung.png
Unter den "Voltage parameter settings" habe ich die 90V unter "Maximum work voltage" so interpretiert, dass ich mit den 84V (im voll geladenen Zustand) des neuen Li-Ion Akku keine Probleme bekommen werden. :D Daher habe ich die Einstellungen alle so belassen und den Akku umgeklemmt.
Die Ladebuchse des Akkus habe ich direkt mit der Ladebuchse am Roller verbunden. Ich wollte den Controller umgehen und auch bei geschlossenem Sitzfach laden können.
Ich konnte den Akku so einbauen, dass ich ihn durch die vorhandene Klappe unter dem Sitz entnehmen und somit auch außerhalb des Rollers laden kann. (Eine gute Lösung für einen Griff muss ich mir noch überlegen.) ;) Auch habe ich alles so an- bzw. umgeklemmt, dass ich jederzeit wieder auf die alten Akkus zurückbauen kann. Will man das ... :roll:

Nach dem ersten Laden habe ich 84,2V am Akku gemessen.
Die ersten Fahrten haben folgendes gezeigt:
- spürbar mehr Leistung bei beiden "Gängen"
- höhere Endgeschwindigkeit (52km/h statt 47km/h auf der geraden bei vollem Akku)
- die digitale Akkuanzeige (5 Balken = voll) verliert nach ca. 25km Fahrt teilweise einen Balken (ohne Last werden wieder alle 5 Balken angezeigt). Die Akkuspannung fällt nach 25km Fahrt auf gut 77V.

Wann müsste der Akku leer sein? Bei 72V?
Kann man den Controller ggf. umprogrammieren was die Akkuanzeige angeht? Oder ist das ein Thema des "Displays"?
Einen Li-Ion Akku soll ich wohl nicht ganz voll laden. Wie macht ihr das? Den Ladevorgang nach einer bestimmten Zeit einfach unterbrechen?

Macht es noch Sinn hier weiter zu schreiben oder sollte ich das lieber im NovaMotors bzw. Controller Forum schreiben? :)

Danke im Voraus und VG
David

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Di 22. Okt 2019, 22:45
von Peter51
Dein Akku hat 20 Zellen in Reihe geschaltet. Eine 18650er Zelle kann man bis 2,5V entladen. Persönlich entlüde ich bis 3,0V/ Zelle. D.h. die Unterspannungsabschaltung des Controllers auf 60V (Minimum work voltage) einstellen.
Dein neuer Akku hat ja ein eingebautes BMS. Von daher brauchst du an der Controllereinstellung nichts verändern.

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 08:44
von didithekid
Hallo,
Peter hat da vollkommen Recht. In Fahrzeugen sollten die Li-Ion Zellen nicht unter 3,0 Volt entladen werden.

Wenn dein Ladegerät den Akku auf 84,2 Volt auflädt, liegen die Zellen voll bei gut 4,2 Volt. Hersteller wie NIU Laden (ihre Export-Rollerakkus) nur maximal auf knapp 4,15 Volt je Zelle und opfern etwas Reichweite für längeres Akkuleben. Bei Dir würde vorzeitiges Ladeende (Schaltuhr) oder ein auf niedrigere Ladeschluss-Spannung (z. B. 82 Volt) eingestelltes Ladegerät also ggf. Sinn machen, wenn Du den Akku zehn Jahre fahren willst. Bei den Chinesen, von denen die Akku-Ladegerät- packs geliefert werden, ist Reichweite offenbar wichtiger. Vermutlich weil die Roller da eher täglich gefahren werden, spielt Degradadtion duch längere Lagerung auf hohem Spannungsnivau für die kaum eine Rolle. Deren Ladegeräte sind dort oft so hoch eingestellt.

Viele Grüße
Didi

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Do 24. Okt 2019, 13:27
von daja
Das hört sich gut an. Dann habe ich ja noch ein bisschen Luft nach oben ... bzw. nach unten :D was die Entladungsspannung angeht.
In der Theorie muss ich dann nur alle zwei Tage aufladen. Dann wäre ich am zweiten Tag immer noch bei rund 70V also 3,5V pro Zelle.
didithekid hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 08:44
Bei Dir würde vorzeitiges Ladeende (Schaltuhr) oder ein auf niedrigere Ladeschluss-Spannung (z. B. 82 Volt) eingestelltes Ladegerät also ggf. Sinn machen, wenn Du den Akku zehn Jahre fahren willst.
Ja, eine Schaltuhr ist eine Idee. Hast Du noch einen Tip oder Link für ein einstellbares Ladegerät?
didithekid hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 08:44
Vermutlich weil die Roller da eher täglich gefahren werden, spielt Degradadtion duch längere Lagerung auf hohem Spannungsnivau für die kaum eine Rolle.
Ab wann ist denn "länger"? Ich fahre auch täglich außer am Wochenende. Vielleicht sollte ich mir dann über die ca. 8 Stunden, welche der Akku auf über 84V geladen ist gar nicht so viele Gedanken machen?

Macht nach der Benutzung eine Pause von mindestens 30 Minuten vor der Aufladung Sinn? Ich meine das habe ich in diesem Forum schon gelesen.

Wieder mal vielen Dank im Voraus.
VG
David

Re: Wie schnell kann ein Akku kaputt gehen, bzw. kann man einen Akku "totladen"?

Verfasst: Do 24. Okt 2019, 21:40
von RevoQuax
daja hat geschrieben:
Do 24. Okt 2019, 13:27
Hast Du noch einen Tip oder Link für ein einstellbares Ladegerät?
Das folgende Ladegerät ist intern in gewissen Grenzen einstellbar, sowohl was die Ladeschlussspannung, den Ladestrom und den Abschaltstrom anbelangt. Dafür sind 3 Spindeltrimmer verbaut.

Die Ladeschlussspannung würde ich auf 4,15 V pro Zelle (für LiPo) einstellen. Wird der Abschaltstrom (5 % des Nennladestroms) unterschritten, wird der Ladevorgang komplett beendet (kein Trickle Charge).

https://www.i-tecc.de/shop/ladegeraete/ ... 204-72v-4a

Disclaimer: Ich habe keine wirtschaftlichen oder sonstigen Verflechtungen mit dem Hersteller oder Inverkehrbringer des genannten Produkts.
didithekid hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 08:44
Macht nach der Benutzung eine Pause von mindestens 30 Minuten vor der Aufladung Sinn? Ich meine das habe ich in diesem Forum schon gelesen.
Ja, das macht aus zweierlei Gründen Sinn:
  1. Wenn der Akku im Fahrbetrieb heiß wird (größer 60 C), dann darf er nicht direkt nachgeladen werden. Das würde die Alterungsprozesse der Polymerfolien beschleunigen und könnte bei hohen Ladeströmen auch zu Bränden führen.
  2. Nach dem Entladen (Fahrbetrieb) dauert es ca. 1 h, bis sich die chemischen Prozesse im Akku stabilisiert haben und die Akkuspannung nicht mehr weiter ansteigt. In diesen Zustand "hineinzuladen", kann die Spannungsüberwachung des Ladegeräts außer Tritt bringen.
Salu,
Quax