LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

ssalbach
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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von ssalbach » Do 6. Dez 2018, 07:54

Wie alt sind denn eigentlich die alten Zellen?
HAndelt es sich bei den alten Zellen überhaupt um LYP oder LFP Zellen.
Die LFP Zellen haben einen geringeren Ri aber dafür auch eine geringere Lebenserwartung.
Winston gibt mit den LYP Zellen eine erheblich längere kalendarische Lebenserwartung an.
MfG
Sven Salbach
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da_dinna
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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von da_dinna » Do 6. Dez 2018, 15:22

Hi,

@MEroller: Herzlichen Dank für Deine Bemühungen! Punkt 1 kann ich vollinhaltlich bestätigen: Zellen liegen jetzt seit ca 24 Stunden in der Wohnung. Der gemessene Ri von sowohl den alten als auch den neuen Zellen hat sich etwa halbiert. Trotzdem ist der Ri der neuen Winston-Zellen immer noch bei 4,6 mOhm.

@ssalbach: Die alten sind tatsächlich LFP-Zellen, sie stammen überwiegend aus 2013. Auf meine Anfrage an den Hersteller ist bisher keine Antwort gekommen (und ich denke dass auch nichts mehr kommen wird).

Mich hat die Sache verunsichert weil ich anhand des Ri die Selektion der Zellen vorgenommen habe und nun die neuen Zellen einen höheren Ri haben als die schlechtesten der alten Zellen. Mit dem Wissen um die unterschiedlichen Bauarten (LFP/LYP) und der Erklärung von MEroller (Solid Electrolyte Interface (SEI) Schicht auf den Elektroden) bin ich nun soweit beruhigt dass ich den Einbau wagen werde und einfach mal abwarte wie sich der Roller verhält. Wobei ich aber null Bock habe jetzt E-Roller zu fahren; ich werde es erst im Frühjahr sehen wie sich die neuen Zellen machen. Wird schon schiefgehen - und wenn nicht geht auch die Welt nicht unter.

Jedenfalls Danke an alle hier die bei der Klärung behilflich waren.

LG,
Andreas


PS: Wer viel misst, misst Mist :-)

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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von da_dinna » So 23. Dez 2018, 16:23

Hallo,

dem Weihnachtstauwetter - wir haben hier 9 Grad Außentemperatur - ist es geschuldet, dass ich den Roller heute ausprobiert habe:

Die Leerlaufspannung von 81 Volt fällt beim Beschleunigen rapide. Sobald etwa 40 km/h erreicht sind und der Controller die volle Leistung freigibt, fällt die Spannung unter 70 Volt und die rote Warnlampe geht an (das gab's vor dem Zellentausch erst wenn die Akkus nahezu leer waren). Beschleunigung ist sehr, sehr mau; Höchstgeschwindigkeit gerade mal 80 km/h lt. Tacho - früher hat das Ding 95 geschafft. Trotz roter Warnleuchte habe ich immerhin 30 km geschafft - aber eben langsam und mit einer Beschleunigung, die anfangs schlecht und gegen Ende hin mitleiderregend war. Kein Vergleich zu vor dem Zellentausch.

Ich weiß, dass es für die Akkus etwas kühl ist und sich die Leistung mit steigender Temperatur verbessern wird. Trotzdem bin ich von den Winston LYP-Zellen im Moment enttäuscht. Das einzig Positive ist, dass die Spannung zwar schnell unter 70V war, dann aber lange konstant blieb.

Es scheint, dass meine Messungen mit dem RIM 1000 durchaus plausible Werte geliefert haben: Die Spannung der Winstons fällt unter Belastung stärker ab als die der anderen Zellen, bleibt aber dann auf niedrigerem Niveau länger konstant. So oder so, für meinen Einsatzzweck scheinen sie nicht geeignet. Hat jemand Bezugsquellen für brauchbare LFP-Akkus?

Danke und weihnachtliche Grüße,
Andreas

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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von MEroller » So 23. Dez 2018, 18:16

Ja, genau so ist es auch bei meinem Thunder mit 24s 40Ah Winston LiFeYPO4 an Bord. Da hilft nur eine Batterieheizung.
LiFePO4 ist generell NICHT geeignet für Temp unter 10°C, zumindest wenn man >1C braucht. Also entweder fettere Zellen rein, was aber schnell ein Platzproblem ergibt, oder eine andere Batteriechemie. NMC scheint da die etwas bessere Variante zu sein, wo auch bei 5°C noch 2 bis 3C ohne massiven Spannungseinbruch gehen. Aber da musst Du suchen, was es an prismatischen NMC am Markt gibt. Nissan Leaf Zellmodule der ersten Generation sind halt für den Thunder-Batteriekasten echt riesig, auch wenn sie schon je zwei Zellen beinhalten...
EDIT: ein vergessenes NICHT eingefügt :roll:
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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von da_dinna » So 23. Dez 2018, 22:03

Wenn die Leistung bei über 10 Grad *deutlich* besser wird, wäre das super - der Roller wird normaler Weise nur bei warmem Wetter bewegt, das heute war nur der Test um zu sehen wie sich die neuen Akkus schlagen nachdem ja die Innenwiderstandsmessungen ernüchternd waren. Ich warte jetzt mal das Frühjahr und höhere Temperaturen ab bevor ich was mache. Sollte die Leistung so bleiben wie sie heute war, muss ich was tun - das Ding macht Null Spaß im Moment. Vielleicht doch wieder zurück zum guten alten Verbrennungsmotor - ist mein 2. E-Roller und die zweite Enttäuschung.
Ich werde im Frühjahr berichten. Schöne Festtage und guten Rutsch!
LG,
Andreas

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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von MEroller » Mo 24. Dez 2018, 10:37

Immer mal wieder lege hier ich einige Kurven auf, wie sich der Innenwiderstand in etwa bei meinen früheren GBS Zellen verhalten hat:
Bild
Daran kann man schön sehen, dass es ein kontinuierlich progressiv ansteigender Verlauf ist, und auch bei zunehmend leeren Zellen noch schlimmer wird. Zwischen 20 und 10°C verdoppelt schon mal kurz der Innenwiderstand und somit der Spannungseinbruch unter derselben Stromlast, und darunter wir es nur noch schneller schlimmer.
Für besten Kompromiss aus geringem Innenwiderstand und guter Zelllebensdauer wäre der Bereich zwischen 20 und ca. 35°C anzustreben.
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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von Alf » Mi 26. Dez 2018, 11:28

Es geht nichts über CALB-Zellen, die hatten die Probleme nie gehabt in all den Jahren. Ich bin diese mit bis zu -10°C gefahren ohne die exorbitanten Spannungseinbrüche.
Jetzt wird diese wohl Lilly erben.

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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von ssalbach » Mi 26. Dez 2018, 17:24

das hat nichts mit CALB zu tun sondern mit LFP bzw. LYP.
Der Vorteil der LYP ist aber die erheblich höhere Lebenswartung.
Abgesehen davon weiß Du bei CALB nie, ob Du eine Ersatzzelle bekommst, da die alle Nase lang, die Bauform ändern und dann alle Zellen tauschen musst,
Schlussendlich ist man mit TH Winston also eher im Vorteil im Vergleich zu Ca..

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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von MEroller » Mi 26. Dez 2018, 19:56

Alf hat geschrieben:
Mi 26. Dez 2018, 11:28
Es geht nichts über CALB-Zellen, die hatten die Probleme nie gehabt in all den Jahren. Ich bin diese mit bis zu -10°C gefahren ohne die exorbitanten Spannungseinbrüche.
Ja, weil Du sie nur mit <1C betrieben hast. Aber das bleibt weit zurück hinter den Herstellerangaben für die Leistungsfähigkeit dieser LiFePO4 Zellen, egal welcher Dottierung.
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Re: LiFePo Winston neu - Innenwiderstand zu hoch?

Beitrag von Alf » So 30. Dez 2018, 14:17

Ja, weil Du sie nur mit <1C betrieben hast.
Das ist falsch. Meine 60 AH-Zellen sind mit 80 Ampere betrieben worden. Also immernoch innerhalb der Spezifikationen von CALB. Wenn jemand dahingeht und die Zellen außerhalb jeder vernünftigen Spezifikation betreibt, sollte sich dieser nicht über die dann folgenden Nachteile düpieren.
Auch mein N1S fährt auch bei Minustemperaturen vollkommen im normalen Rahmen. Der geht zwar bei 30°C Außentemperatur wie ein Zäpchen ab, aber das hat dann schon nichts mehr mit Normalspezifikation zu tun, genauso wie eine übertriebene Batterieheizung. Die brauchts im übrigen nicht, wenn man nach der Fahrt sofort auf voll nachlädt.

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