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Re: Litium Titan

Verfasst: Mi 18. Jun 2014, 11:34
von anpan
Dennoch sind Akkus, die einem hohe Lade- und Entladestrome nicht krumm nehmen, durchaus sehr interessant. Speziell bei Fahrzeugen können so auch z.B. sehr starke Nutzbremsungen problemlos in den Akku gespeist werden. Hohe Motorleistungen würden die Akkus auch nicht so leicht übermäßig belasten.

Besonders schön ist aber die riesige Zyklenfestigkeit. Für PV, aber meiner Meinung nach auch für Fahrzeuge trotz des höheren Gewichts sehr wünschenswert. Die Akkuheizung kann man sich auch sparen. Am Ende des Fahrzeuglebens hätte solch ein Akku wohl sogar noch einen recht guten Verkaufswert.

Wenn die angegebene Ladeeffizienz von 98% stimmt, ist das natürlich auch noch ein Plus. So einen Akku würde ich schon gern im Fahrzeug haben.

Selbst wenn die Ladeinfrastruktur nicht flächendeckend vorhanden wäre, so wäre an bestimmten Stellen so ein Akkutyp enorm von Vorteil. Ich denke hier vor allem an Bus- oder Taxiunternehmen, die an der Zentrale eine entsprechend Leistungsfähige Stromversorgung vorhalten könnten.

Sowas zu vielen Tankstellen oder gar an jedes Haus zu führen, macht natürlich keinen Sinn.

Re: Litium Titan

Verfasst: Mi 18. Jun 2014, 12:17
von wiewennzefliechs
Stimmt, beim Rekuperieren profitiert man von hohen Ladeströmen. Das könnte die Effizienz von Elektroautos steigern.

Am Haus braucht man hohe Ladeleistungen m. E. nicht so dringend, denn dort stehen die Autos ohnehin meist für längere Zeiträume, so dass lange Ladezeiten unproblematisch sind. Schnellladesäulen sind vor allem an Fernstraßen wichtig, damit man endlich auch mit Elektroautos Strecken, die über die Reichweite des Akkus hinausgehen, in akzeptabler Zeit zurücklegen kann. Auch für Laternenparker ohne Stellplatz mit Steckdose können Schnellladesäulen nützlich sein, denn die können dann ihr Auto genauso problemlos wie Verbrenner-Fahrer mal eben auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen aufladen, ohne dafür längere Fahrtunterbrechungen in Kauf nehmen zu müssen. Gerade das würde auch sehr gut zum Haupt-Einsatzfeld von Elektroautos passen, nämlich als Kurzstrecken-Fahrzeuge für Stadtbewohner, bei denen der Anteil der Laternenparker vergleichsweise hoch ist.

Gruß

Michael

Re: Litium Titan

Verfasst: Mi 18. Jun 2014, 17:22
von anpan
Ist natürlich eine coole Idee. An so einer Station kommen eh 10-30 kV an, oder? Da braucht es nicht so sehr viele Ampere, um ordentlich Energie in den Akku zu blasen. Bleibt die Frage, wie viel man da noch abzapfen kann, ohne die Station zu überlasten. Oder meinst du die, die vom Hochspannungsnetz ins Mittelspannungsnetz speisen? Da dürfte es schon schwieriger werden, die mit einem/mehreren E-Auto(s) zu überlasten ^^

Re: Litium Titan

Verfasst: Mi 18. Jun 2014, 18:56
von Peter51
.......in der letzten Zeile - bei der (Schein)-Leistungsangabe - vielleicht Wurzel 3 vergessen?!

Re: Litium Titan

Verfasst: Mi 18. Jun 2014, 21:37
von Peter51
Eine mit 400A abgesicherte 10kV Leitung überträgt maximal eine Scheinleitung S=Wurzel 3 x 400A x 10.000V = 6.930kVA
oder 6.930kV x cosphi 0,8= 5.544kW. Schon alles von der Berufsschule vergessen?

Re: Litium Titan

Verfasst: Sa 17. Jan 2015, 12:59
von titanusmann
Nun kündigt auch ein Europäischer Lieferant die Lithium titan Zellen an!
ev-power.eu
Habe bei denen schon meine Winston TS-LFP 40 A gekauft. Die Firma ist sehr zuverlässig ! :!:

Re: Litium Titan

Verfasst: Mo 9. Mai 2016, 10:44
von anpan

Re: Litium Titan

Verfasst: Mo 9. Mai 2016, 11:16
von monkeystador
Lieferung von Lagerware ist kein Problem bei EV Power bestellt. Die hatten die Akkus auf Lager. Hat nicht einmal 5 Tage gedauert. Alles schön in einer großen Holzkiste mit genug Polsterung.

Reklamation?!? Hab ich kein Plan. Das English in deren Emails war doch eher bescheiden. Alf hat ja schon seine Erfahrungen mit Reklamation beschrieben. Deren Sprache zu beherschen wäre schon von Vorteil.

Leider sind die Zellen ganz schön schwer... noch schlechtere Dichte als ein LiFePo4.

Re: Litium Titan

Verfasst: Mo 9. Mai 2016, 12:37
von anpan
Ja, die Energiedichte ist nur etwas über Faktor 2 höher als Blei. Dafür hoher Ladewirkungsgrad und wahnsinnig hohe Zyklenfestigkeit. Aber auch teuer.

Eine eierlegende Wollmilchsau ist das sicher nicht. Vielleicht für kleine stationäre off-grid Projekte interessant, um die man sich "nie wieder" vor Ort kümmern will. Ein Fahrzeug kann ich mir damit irgendwie nicht vorstellen.