Re: Liebeserklärung
Verfasst: Sa 15. Jul 2023, 14:00
Damit man mich nicht ganz falsch versteht: ich fahre ja nicht ohne Grund meine E-Fahrzeuge und habe in den letzten 15 Jahren mehr als 65TKm zuückgelegt, Jahresfahrleistung steigend auf ca. 15TKm, wenn ich nicht gerade wie jetzt länger krank geschrieben bin. Von allen Verkehrsmitteln her ist ein motorisiertes Zweirad für den Pendelverkehr für mich die optimalste Lösung, und den immensen Mehrpreis gegenüber Benzin gönne ich mir einfach mal.
Aber man muss auch leider sagen, dass die Masse der Elektroroller einfach nur suboptimal für längere Arbeitswege ist. Gut gefallen hat mir der NIU, insbesondere weil eine brauchbare Werkstatt in der Nähe war. Die Akkus kamen im Winter rein zum laden unter Beachtung möglicher Fluchtwege. Oder ich habe sie entgegen den Auflagen unseres Brandschützers mit ins Büro genommen, um sie warm zu halten für die Rückfahrt. Allerdings muss man die Akkus schleppen können, was bei mir auf absehbare Zeit flach fällt. Entnehmbare Akkus entfallen bei mir also, und feste Akkus kann ich nur fahren, weil ich die passende Wohnsituation habe. Das Funzellicht des NIU gilt noch als eines der besseren, ist aber in der dunklen Jahreszeit eine Zumutung, die werksmäßigen Reifen habe ich gleich ausgetauscht, und das war mal gut so, denn gute Reifen reduzieren auch auf trockenen Straßen die Aufprallgeschwindigkeit.
Nun bin ich froh, mit meiner jetzigen alleinigen Maschine genug Akkukapazität zu haben für alle meine Fahrten, auch im Winter bei notfalls zweistelligen Minusgraden, auf keiner Straße ein Verkehrshindernis sein zu müssen, ordentliche Bereifung ab Werk, und ebenso ordentliches Licht. Aber mal eben an einer Schukodose laden ist nicht, weil ein Ladewürfel mitgeschleppt werden müßte, und auch nicht jede Kneipe eine mit 16A abgesicherte Außensteckdose hat.
Als ganzjähriger Berufspendler mit 25 oder mehr Entfernungskilomtern kommt man leider nicht um ein Fahrzeug drumherum, das ab 7KWh aufwärts an Akkukapazität mitbringt, einen ordentlichen Service im Hintergrund hat, aber vor allen Dingen zuverlässig ist. Dem Vergnügen im Wege steht halt, dass der Straßenverkehr (auch im Rheinland, da habe ich lang genug gewohnt) für Autos und Fahrräder und eben nicht für Mopeds ausgelegt ist. Anstatt die Busspur nehmen zu dürfen steht man mit voller Schutzkleidung in der prallen Sonne, oder eben im Regen, zwischen den ganzen Blechkisten.
Die allermeisten Arbeitgeber bieten keine Lademöglichkeit am Arbeitsort an, selbst diejenigen nicht, die nach außen hin einen auf Umwelt- und Klimaschutz machen. Statt dessen führe ich, wie andere Mopedfahrer bei uns auch, regelmäßige Diskussionen mit dem Wachdienst, warum wir die "Dinger" wild neben den Fahrrständern abstellen. Die Antwort wäre ganz einfach: weil es keine Mopedparkplätze gibt, und die Anmietung eines PKW-Stellplatzes sehe ich nicht ein, wenn mein Platzbedarf nicht wesentlich höher ist als der eins Fahrrades.
Für gelegentliche Hobbyfahrten oder kurze Pendlerstrecken mögen die kleineren Kisten alle taugen, und wenn man sich die Mühe machen will vorher Lademöglichkeiten in Gaststätten abzuklappern, weil man Zeit hat: von mir aus. Man kann sich ja ausrechnen, wie viele Kilometer man während eines Kaffees oder einer Currywurst nachladen kann (und schon verfliegt der Optimismus wieder). Flexibler, preiswerter und im Wiederverkaufswert besser stände man dann mit einem Benziner dar, den man mal bei schönem Wetter aus der Garage holt, so wie die alten Herrschaften dann gelegentlich ihre Harley mit T-Shirt, kurzen Hosen, Sandaletten und Polizistentrösterhelmchen bewegen. Und die Dinger sind bei den paar Fahrkilometern im Jahr allemal umweltfreundlicher als ein E-Roller mit kalendarisch wegsterbenden Akkus. So bin ich früher auch mit einer alten restaurierten Zündapp gefahren (schöne Touren durch die Eifel bis nach Linz), hat Spaß gemacht.
Beim aufmerksamen Lesen des Forums wird man manchen hier treffen, bei dem der Einsatz eines E-Rollers sinnvoll ist, da werden Bienenstöcke in der ruhigen Natur betüddelt, Vögel beobachtet, oder andere Aktionen, wo man nicht durch die Gegend knattern kann. Da lohnt sich tatsächlich der Mehrpreis gegenüber Benzinern. Einige beschreiben wundervolle Freizeitfahrten mit einem E-Roller, also gelegentliche Einzelfahrten. Und wenige hier sind Hardcorependler über das ganze Jahr hinweg - die sehen die Situation halt aus einem anderen Blickwinkel jenseits von denjenigen, die mit Freizeitkleidung aufs Moped steigen.
Es hat also durchaus seine Gründe, warum bei den elektronischen Kleinanzeigen jede Menge Elektroroller mit geringer Kilometerleistung wie sauer Bier angepriesen werden.
Eine Zukunft als Verkehrsmittel hätten die Dinger nur, wenn eine genügend große kritische Masse ganzjährig auf der Straße zusammen käme, so dass die Infrastruktur angepasst werden müßte. Das wird es bei E-Rollern nicht geben, weil es das bei Benzinern auch nicht (mehr) gibt, die noch viel mehr schlechtwettertauglich sind. Und da hilft auch keine Schönrederei oder Liebeserkärung nicht, oder das neumodische Gehabe im Sinne von "weil ich es toll finde müssen es alle anderen auch toll finden und machen".
Aber man muss auch leider sagen, dass die Masse der Elektroroller einfach nur suboptimal für längere Arbeitswege ist. Gut gefallen hat mir der NIU, insbesondere weil eine brauchbare Werkstatt in der Nähe war. Die Akkus kamen im Winter rein zum laden unter Beachtung möglicher Fluchtwege. Oder ich habe sie entgegen den Auflagen unseres Brandschützers mit ins Büro genommen, um sie warm zu halten für die Rückfahrt. Allerdings muss man die Akkus schleppen können, was bei mir auf absehbare Zeit flach fällt. Entnehmbare Akkus entfallen bei mir also, und feste Akkus kann ich nur fahren, weil ich die passende Wohnsituation habe. Das Funzellicht des NIU gilt noch als eines der besseren, ist aber in der dunklen Jahreszeit eine Zumutung, die werksmäßigen Reifen habe ich gleich ausgetauscht, und das war mal gut so, denn gute Reifen reduzieren auch auf trockenen Straßen die Aufprallgeschwindigkeit.
Nun bin ich froh, mit meiner jetzigen alleinigen Maschine genug Akkukapazität zu haben für alle meine Fahrten, auch im Winter bei notfalls zweistelligen Minusgraden, auf keiner Straße ein Verkehrshindernis sein zu müssen, ordentliche Bereifung ab Werk, und ebenso ordentliches Licht. Aber mal eben an einer Schukodose laden ist nicht, weil ein Ladewürfel mitgeschleppt werden müßte, und auch nicht jede Kneipe eine mit 16A abgesicherte Außensteckdose hat.
Als ganzjähriger Berufspendler mit 25 oder mehr Entfernungskilomtern kommt man leider nicht um ein Fahrzeug drumherum, das ab 7KWh aufwärts an Akkukapazität mitbringt, einen ordentlichen Service im Hintergrund hat, aber vor allen Dingen zuverlässig ist. Dem Vergnügen im Wege steht halt, dass der Straßenverkehr (auch im Rheinland, da habe ich lang genug gewohnt) für Autos und Fahrräder und eben nicht für Mopeds ausgelegt ist. Anstatt die Busspur nehmen zu dürfen steht man mit voller Schutzkleidung in der prallen Sonne, oder eben im Regen, zwischen den ganzen Blechkisten.
Die allermeisten Arbeitgeber bieten keine Lademöglichkeit am Arbeitsort an, selbst diejenigen nicht, die nach außen hin einen auf Umwelt- und Klimaschutz machen. Statt dessen führe ich, wie andere Mopedfahrer bei uns auch, regelmäßige Diskussionen mit dem Wachdienst, warum wir die "Dinger" wild neben den Fahrrständern abstellen. Die Antwort wäre ganz einfach: weil es keine Mopedparkplätze gibt, und die Anmietung eines PKW-Stellplatzes sehe ich nicht ein, wenn mein Platzbedarf nicht wesentlich höher ist als der eins Fahrrades.
Für gelegentliche Hobbyfahrten oder kurze Pendlerstrecken mögen die kleineren Kisten alle taugen, und wenn man sich die Mühe machen will vorher Lademöglichkeiten in Gaststätten abzuklappern, weil man Zeit hat: von mir aus. Man kann sich ja ausrechnen, wie viele Kilometer man während eines Kaffees oder einer Currywurst nachladen kann (und schon verfliegt der Optimismus wieder). Flexibler, preiswerter und im Wiederverkaufswert besser stände man dann mit einem Benziner dar, den man mal bei schönem Wetter aus der Garage holt, so wie die alten Herrschaften dann gelegentlich ihre Harley mit T-Shirt, kurzen Hosen, Sandaletten und Polizistentrösterhelmchen bewegen. Und die Dinger sind bei den paar Fahrkilometern im Jahr allemal umweltfreundlicher als ein E-Roller mit kalendarisch wegsterbenden Akkus. So bin ich früher auch mit einer alten restaurierten Zündapp gefahren (schöne Touren durch die Eifel bis nach Linz), hat Spaß gemacht.
Beim aufmerksamen Lesen des Forums wird man manchen hier treffen, bei dem der Einsatz eines E-Rollers sinnvoll ist, da werden Bienenstöcke in der ruhigen Natur betüddelt, Vögel beobachtet, oder andere Aktionen, wo man nicht durch die Gegend knattern kann. Da lohnt sich tatsächlich der Mehrpreis gegenüber Benzinern. Einige beschreiben wundervolle Freizeitfahrten mit einem E-Roller, also gelegentliche Einzelfahrten. Und wenige hier sind Hardcorependler über das ganze Jahr hinweg - die sehen die Situation halt aus einem anderen Blickwinkel jenseits von denjenigen, die mit Freizeitkleidung aufs Moped steigen.
Es hat also durchaus seine Gründe, warum bei den elektronischen Kleinanzeigen jede Menge Elektroroller mit geringer Kilometerleistung wie sauer Bier angepriesen werden.
Eine Zukunft als Verkehrsmittel hätten die Dinger nur, wenn eine genügend große kritische Masse ganzjährig auf der Straße zusammen käme, so dass die Infrastruktur angepasst werden müßte. Das wird es bei E-Rollern nicht geben, weil es das bei Benzinern auch nicht (mehr) gibt, die noch viel mehr schlechtwettertauglich sind. Und da hilft auch keine Schönrederei oder Liebeserkärung nicht, oder das neumodische Gehabe im Sinne von "weil ich es toll finde müssen es alle anderen auch toll finden und machen".