achim hat geschrieben:Gleichzeitig hatte ich eine E-Roller. Nach 2 Jahren hab ich ihn verschenkt. Nach einem Jahre Akku kaputt, Ladegerät kaputt, Regler kaputt, nach 2 Jahren Motor kaputt.
Da hast du vermutlich eine sogar für China-Verhältnisse üble Gurke erwischt. Leider ist es aber bei Chinarollern genauso wie bei solchen aus europäischer Herstellung: wer etwas Besseres will, muss ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen. Ein E-Roller für 1000 Euro (Neupreis) vom Kistenschieber
kann nichts taugen, einer für 3000 Euro von einem seriösen Importeur dagegen schon.
achim hat geschrieben:Mit dem E-Roller musst du dir jede nicht eingeplante Zusatzfahrt überlegen
Das musst du nicht, wenn dein Roller mehr Reichweite hat als du sie jemals an einem Tag "absitzen" willst. Insbesondere Kleinkraftroller sind gar nicht für längere Touren gemacht (auch Benzinroller nicht), nach 2 Stunden fängt es an, unbequem zu werden (bei Benzinrollern eher früher, denn da wird nicht nur das Sitzfleisch strapaziert, sondern auch die Ohren). Und E-Roller, die 2 Stunden am Stück ohne Nachladen durchhalten, gibt es durchaus. Nur halt nicht für 1000 Euro, s. o.
achim hat geschrieben:auch mit einem 2kW Roller geht dir bei langen und steilen Berge die Puste aus
Einem 2 kW-Elektroroller geht die Puste nicht früher aus als einem 2-kW-Benzinroller. Und wenn 2 kW tatsächlich zu wenig sind, dann muss man halt einen stärkeren Roller nehmen. Bis 4 kW sind bei Kleinkraftrollern erlaubt. Nur gibt's Roller mit dieser Leistung halt nicht für 1000 Euro, s. o.
achim hat geschrieben:Du musst im Winter die Akkus vorwärmen wenn es Lithium ist.
Du nimmst den Akku einfach aus dem Roller 'raus und lagerst ihn in der Wohnung. Wo ist das Problem? Vermutlich beim Preis: Roller mit entnehmbaren Akkus gibt es nicht für 1000 Euro. Ich weiß, ich wiederhole mich
achim hat geschrieben:Alle wirtschaftlichen Rechnungen die ich bislang über E-Fahrzeuge gelesen hab sagen eindeutig, dass E-Fahren sich nicht rechnet.
Das ist allerdings richtig und gilt sogar auch für 1000-Euro-Roller. Allerdings gibt es außer wirtschaftlichen noch einige andere Gründe, elektrisch zu fahren. Ich zähle mal ein paar davon auf, und zwar in der Reihenfolge, wie sie für mich Priorität haben:
1. E-Roller sind leise.
2. Die mechanischen Kennwerte eines Elektromotors passen um Größenordnungen besser zum Einsatz als Fahrzeugantrieb als die eines Verbrennungsmotors. Allein der Umstand, dass ein Elektromotor ab Stillstand sein volles Drehmoment liefern kann, macht ihn gegenüber einem Verbrennungsmotor haushoch überlegen.
3. Elektroantriebe sind beeindruckend simpel. Elektromotoren haben nur ein einziges bewegliches Teil, und das macht auch genau das, was man braucht: es dreht sich. Es gibt keine hin- und herwackelnden Zylinder, Pleuelstangen, Ventile etc., deren Bewegung erst umständlich in eine Drehbewegung umgewandelt werden muss. Und es gibt auch keine komplizierte Gemischaufbereitung, Schmierung und Kühlung und natürlich gestaltet sich auch die Geräusch-Minimierung erheblich einfacher. Bei den meisten E-Rollern gibt es auch kein Getriebe und keine Kupplung. Kurz gesagt: das ganze vorsintflutliche Geraffel aus dem vorletzten Jahrhundert ist schlicht überflüssig. Jedem Techniker geht bei dieser Vorstellung das Herz auf.
4. Mit Ökostrom "betankt", sind Elektroroller erheblich umweltfreundlicher als Benzinroller.
achim hat geschrieben:Die ganzen E-Roller in der Preisklasse bis 3000 Euro kosten in China 200-300 Dollar und entsprechend ist die Qualität.
Das stimmt nicht. 200-Dollar-Roller haben keine Akkus und Controller "made in Europe" und keine mehrjährige Garantie. Außerdem gibt es vor Ort niemanden, der die Produktion überwacht. Seriöse Importeure schicken Ingenieure nach China, die genau das tun:
https://www.facebook.com/notes/emco-ele ... 9212004663
Die von diesen Importeuren nach Deutschland gebrachten Roller haben mit den 200-Dollar-Gurken nur noch relativ wenig zu tun.
Gruß
Michael