Kurze Beschreibung der chinesischen Kabelverlegekunst. Stromschienen oder auch Verteilerschienen sind in Ostasien kaum bekannt oder kostenintensiv. Bei mir fand ich einige gelbe, schwarze und grüne Kabelbündel. Die Bündel waren jeweils farblich sortiert zusammengedreht und mit ziemlich aggressivem Klebeband umwickelt. Teilweise waren Stecker mit eingewickelt, teilweise waren Litzen nur abisoliert und zusammengewickelt. Ein deutscher Lehrling hätte damit eine Zwischenprüfung nicht bestanden.
Jetzt hieß zu bestimmen, welches Kabel für welche Schaltung verbaut wurde und auch, wo endeten die anderen Enden am Controller oder anderen Adressen. In meinem Beispiel der Funktion „Rückwärtsfahren“ ging das Kabel direkt auf eine graue Litze zum Controller.
Es ist an diesem Punkt sehr wichtig, zum Ersten alle Kabel zu bestimmen und zu beschriften, zum anderen die Adresse zu notieren (zum Beispiel das schwarze Kabel wird in Stecker mit dem lila Kabel Richtung Controller gesteckt usw…).
Jetzt wird es Zeit, den Controller mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Bild 16ner Controller
So wie ich es sehe, sind die Steckplätze der EM50S und 50SP identisch. Wenn nicht, werden sie auf jeden Fall irgendwo Internet beschrieben. Bei dem gelieferten und auf Einbau wartenden EM50SP liegt jedenfalls keine Beschreibung bei.
Controller Funktionen im einzelnen, für die, die damit überhaupt nichts anfangen können:
Co 1: High Brake (12V) unterbindet die Funktion des Throttle, der Motor bekommt also keine „Gasgeben-Funktion“ mehr. Dieser Pin1 wird bei mir mit beiden Bremsen (Plus) verbunden.
Bei anderen auch mit Rücklicht, Seitenständer usw.
Co 2: Stromversorgung des Dispays
Co 3: Save-Speed bei mir ohne Funktion – nirgends angeschlossen
Co 4: Key-Repair bei mir ohne Funktion – vielleicht ein Reset auf Werkseinstellung!
Co 5: 1th Gear (1. Gang) begrenzt die Geschwindigkeit (Schiebeschalterstellung „1“
Co 6 bis 8: Throttle Einstellungen zw. 0,4 (ganz langsam) und 4,8 V (maxSpeed).
Co 9: Seitenständer (keine Ahnung, was der bewirken soll außer High-Brake), den haben wir eh nicht.
Co 10: S-Gear bei mir ohne Funktion – nirgends angeschlossen
Co 11: GND (Erdung bzw. Minus)
Co 12: 3rd Gear (3. Gang) öffnet zur maximalen im Controller eingestellten Geschw.
Co 13: Reverse (Rückwärtsfahren)
Co 14 und 15: USB-Kabeladapter zum Einstellen der Parameter
Co 16: E-Lock (Zündschloss) speist den DC/DC-Wandler mit 60 Volt
Auf die Farbenangabe werde ich hier verzichten, da ich festgestellt habe, der EM30S eines anderen Herstellers hat abweichende Farbgebungen.
Fazit: Im CP3 sind folgende Farben für folgende Verwendung verlegt. Dicke (4mm2) schwarze und rote Kabel für High-Ampere, gelbe (wahrscheinlich 1,5mm2 bis 2,5mm2) für 60 Volt Zuleitungen als Plus, schwarze dünne für 12V Zuleitungen Plus und jede Menge grüne als GND. Und jetzt aufgepasst: Die Eingabegeräte (Schalter Taster, Gas usw.) sowie Ausgabeeinheiten (Lampen, Hupe usw.) haben in kunterbunten und nicht einheitlichen Farben ihre Anschlüsse und auch der Controller ist nicht gleich, auch da geht’s kunterbunt zu.
Bild Schaltplan
Wenn das Bild wider Erwarten unscharf ist, bitte melden! Ich denke, Bild kopieren und vergrößern sollte langen.
Ich habe dann noch 2 Pieper (3 bis 12 V) in die Leitung der Blinker gesteckt, denn mein CP3 wurde ohne Pieper ausgeliefert, und da vergisst man schon mal, den Blinke zu deaktivieren. So kann man hören, ob die noch aktiv sind. Wem das Piepen zu lauf ist, der nehme Panzertape und wickle das mehrmals drum herum, bis der Piepton passend ist.
Die 12V Verteilung wie auch die Sammelstelle der GND-Leitungen laufen über Verteilerschienen. Die bunten Input/Output Kabelverbindungen sind mit Patentklemmen (ähnlich Wago) verbunden, die man zusammenstecken kann, das ergibt dass eine ziemlich feste Leiste und man kann ziemlich schnell ab- und wieder anklemmen.
Bild Klemmen)
Übrigens, der verbaute Blinkgeber funzt auch mit LED Lauflichtblinker.