vaderAT hat geschrieben: Sa 6. Sep 2025, 17:07
nachdem wir ja alle hier schon gelernt haben dass man sein bike von zeit zu zeit auf 100% laden sollte und dieses danach auch fahren, würde mich mal interessieren wie die meinung ist wieviel prozent man in welcher zeit dann wieder "runterfahren" sollte?
Hallo,
wenn das Fahrzeug selten bis gar nicht genutzt wird und wenn, dann nur kurze Strecken gefahren werden, muss man das o. g. Prozedere ja gar nicht machen. Es schadet aber auch nicht, wie die Angewohnheit Freitags Fisch zu essen.
Der Sinn von einem Vorgehen mit "Vollladen von Zeit zu Zeit" und einer gewissen Mindest-Entnahme-Menge vor dem nächten Vollladen, ergibt sich ja nur aus dem Wunsch heraus, das volle Energie-Mengen-Potential des Akkus nutzen zu können und dabei eine zuverlässige Ladestands-Anzeige vor Augen zu haben. Also wenn man auch mal eine lange Strecke fahren will und eben so schnell, wie sicher die dortige Ladestation zu erreichen im Fokus hat.
Um die volle Energiemenge im Akku "bunkern" zu können, müssen dessen Zellen angeglichen (balanciert) sein, was regelmäßiges Vollladen vorraus setzt.
Von Nutzen ist das aber eben nur jenem Fahrer, der die große Energiemenge dann auch zum Fahren nutzt, und dabei auch bis in den tiefen Ladezustand (nahe leer) vordringen will. In diesem Moment steigt der Anspruch an die zuverlässigkeit der Prozent-Anzeige.
Ein vorgegakelter Anzeigewert von 16% Restladung mit der Anzeige Restreichweite 30 km hat ja nur dann Wert, wenn Ausschließen kann, dass die Anzeige nicht plötzlich doch auf 6% / 10 km umspringt. Wenn ein BMS feststellt, dass der bisher ermittelte Wert beim Ladezustand tatsächlich zu stark verfälscht war, kann es jedoch zum umsprigen kommen. Grund dafür kann z. B. das Fehlen von Entlademessungen sein, die in der zurückliegenden Zeit am realen Akku in seiner realen Temperaturumgebung Informationen hätten gewinnen müssen.
Nur wenn das BMS in den letzten Wochen Entladungen von Voll/100% um einige 10% nach unten messen/beobachten konnte und entsprechende Aufladungen nach oben, kann es die Anzeigewerte am realen Akku-Verhalten gut kallibrieren.
Je häufiger, um so besser die Möglichkeit genauer zu schätzen.
Wer einmal aufgrund Fehleinschätzung einen Kilometer vor der rettenden Ladesäule/Steckdose liegengeblieben ist, kann 1.000 m Schieben dazu nutzen, darüber nachzudenken, was ihm wichtig ist.
Wenn ich aber ohnehin nur zwischen Ladezustand 70% und 35% für kurze Strecken unterwegs bin und die Genauigkeit der Anzeige nicht entscheidend ist, brauche ich auch keine Ladetipps einzuhalten, abgesehen von dem, dass ein Akku zwischen 65% und 40% Ladezustand die geringste Alterung beim ungenutzt rumstehen hat.
Viele Grüße
Didi