Micha66 hat geschrieben: So 28. Sep 2025, 08:29
Ich wollte nicht erst einige Kilometer mit gezogener Bremse fahren, damit die Bremsscheibe die Bremsklötze schief schleift.
Viele Grüße
Micha
Hallo Micha,
Geht denn bei Deiner Schwalbe tatsächlich "Gas-"/Strom-Geben und Bremsen
gleichzeitig?
Für das aktuelle Modell der E-Schwalbe, gebe ich mal das Zitat von der Home-Page wieder:
"Ein besonderes Merkmal der eSchwalbe ist das innovative Rekuperationssystem. Diese Technologie, die aus Elektrofahrzeugen (EVs) bekannt ist, ermöglicht es, Energie zurückzugewinnen, die sonst beim Bremsen verloren ginge.
Die 45 km/h und 60 km/h Modelle verfügen über eine automatische Rekuperation – Bremsenergie wird automatisch zurückgewonnen und in die Batterie eingespeist. Die neue 90 km/h Version bietet zusätzlich eine aktive Rekuperation, die sich direkt über den Gasgriff steuern lässt – für noch effizienteres Fahren."
Auch wenn Du skeptisch bist, gehe ich weiterhin davon aus, dass bei Deiner 45er E-Schwalbe in dem Moment, in dem ein leicht betätigter Bremshebel den Bremslichschalter Klicken lässt und als Folge das Bremslicht aufleuchtet, auch der Antriebsmotor automatisch auf Rekuperation umgeschaltet wird.
Wenn bei Dir beim Bremsen das Bremslicht
nicht angeht, sollte das repariert werden.
Wenn es angeht (was auch die Einschaltung der Rekuperation bedeutet), wird nur ein Teil der Verzögerung durch die mechanische Bremse geleistet. Natürlich braucht man die insbesondere für das Herunterbremsen zum Stillstand, weil die Wirkung der Rekuperation genug Geschwindigkeit vorraussetz (mit der die "Zurück"-Ladespannung des Akkus erreicht werden muss).
Das bei Dir die Bremscheibe diagonal durch die neuen Beläge läuft, hatte auch vorher schon so verstanden. Das ist aber nicht unüblich, auch wenn bei Dir vielleicht besonders krass. Wird haben hier aber keine schwimmend gelagerte Bremsscheibe, sondern die ist starr. Und die Bewegungsrichtung des Schwimmsattels hat hier von der Senkrechten eine (recht hohe) Winkelabweichung zur Ebene der Bremsscheibe.
Normalerweise schleifen sich die Beläge ein. Mal etwas früher, mal dauert es länger.
Wie hier beim Motorrad:
https://v4-forum.de/threads/ungleichmäß ... läge.15123
Offenbar gibt es bei Deiner Bremse noch einen zusätzlichen Seitenschlag der Bremsscheibe. In der Zeit der Garantie/Gewährleistung sollte man da aber nich nicht selbst Hand anlegen, sondern es dem Händler überlassen, da mal Teile zu demontieren und die Auflageflächen von Fertigungsrückständen zu reinigen (die hier eine Rolle spielen könnten). Werden die Teile (auch die Bremsscheibe) noch einmal neu montiert und es wäre immer noch eine krasse Abweichung, muss der Händler dann sehen wie er mit dem Kunden umgeht.
Das Anfasen der Bremsbeläge mit einer Feile, kann aber die Geräuschentwicklung eindämmen.

Wird da jetzt nichts gemacht und die Bremsscheibe wird auch nicht vom Abrieb gereinigt, verschimmert sich der Effekt ggf. durch einen vom Quietschen beeinflussten Ratter-Verschleiß auf der Bremsscheibe.
Würde die E-Schwalbe ihre Chinesischen Bremskomponenten auch in einem Chinesischen Werk montiert bekommen, wäre dort vielleicht Jemand auf die Idee gekommen ungleichmäßig Unterleg-/Pass-Scheiben in die Verschraubung des Bremssattels einzulegen (wie ich es bei meinen Rollern schon vorgefunden habe), um die Auswirkungen hoher Fertigungstoleranzen abzumildern.
So eine Kipp-Anpassung geht aber leider nur um eine der Kipp-Achsen (da nur zwei Klemmschrauben). Und ausgerechnet die hier benötigte Kipp-Richtung wird damit wohl wenig beeinflusst werden können. Evtl. würde es sich aber verbessern, wenn beide Klemmschrauben unterlegt werden um die Null-Lage des Schwimmsattels zu verschieben, der durch die Gummi-Bälge ja immer wieder seine Null-Lage anstrebt, wenn die Bremse nicht betätigt ist.
Viele Grüße
Didi