Ein dauerbetriebenes BMS braucht auch dauernd Strom, da es nicht verlustfrei arbeitet. Es wird also so lange rumschaufeln, bis es die Batterie leergesaugt hat, vor allem wenn das Fahrzeug im Winter gelagert wird. Das ist das erste Problem eines Dauer-An-BMS. Ist wohl etwas, was z.B. das Emsiso BMS schon geschafft hat. Meins ist wohl korrekt verkabelt, programmiert und funktionsfähig, so dass es nur arbeitet, wenn Zündung an oder Ladegerät eingesteckt ist. Und sonst eben aus = 0,0A Stromverbrauch.
Das zweite potentielle Problem ist eines, das auch auf die aktive Rekuperation zutreffen könnte: ein zyklisch ladend-/entladendes BMS (mit kapazitivem oder induktivem Energietransfer zwischen unterschiedlich vollen Zellen) wird ggf. die zyklische Lebensdauer der Zellen viel schneller überschreiten, als es die reinen Lade-/Entladezyklen erwarten lassen. Das ist ein Punkt, wo sich auch die Gelehrten noch streiten, und das ich bei meinem aktiv rekuperierendem Roller auch mit Argusaugen beobachte.
Die einen sagen, und können das auch durch teils langwierige Messzyklen belegen, dass die Zyklenfestigkeit bei LiFePO4 Chemie bei Nichtausnutzung von vollen Kapazitätshüben teils massiv erweitert werden kann.
Die anderen sagen, dass klitzekleine Lade-/Enladehübe, wie bei einem aktiven BMS, oder beim rekuperativen Verzögern, eine höchst zerstörerische Wirkung auf die Zyklenfestigkeit haben. Messergebnisse, die das untermauern könnten, habe ich aber bislang nicht finden können.
Die von mir beschriebene Lösung vom 24.05.13 ist durchaus 08/15-User-tauglich. Denn alles bis hin zum ersten Bottom Balancing und dem darauf folgenden Vollladen muss schon vom Hersteller/Importeur/Händler gemacht werden. Das Monitoring System, das bei zu voller Einzelle den Ladevorgang automatisch beendet und ggf. bei zu leerer Einzelzelle die elektrische Fortbewegung automatisch einschränkt bzw. schlussendlich unterbindet ist auch für den technisch völlig unbedarften Nutzer nachvollziehbar. Er/sie kann unbesorgt laden, bis das Ladegerät abschaltet, und weiß bei der ersten Leistungsreduzierung, dass jetzt schnellstmöglich eine Lademöglichkeit angefahren werden muss. Das ist das Mindeste, was ein unbedarfter E-Fahrer leisten muss zum zuverlässigen Betrieb seines Fahrzeugs.
Eine sorgfältig zusammengestellte Batterie wird so wenig Drift erleben, dass der Zellengleichlauf einmal jährlich beim Kundendienst geprüft und ggf. wieder hergestellt werden kann. So lange aber die E-Händlerdichte so löchrig ist, wie sie ist, sind E-Roller so oder so nur für Bastler und Tüftler tauglich
So wurde auch ich unfreiwillig zum Bastler/Tüftler und muss jetzt selber koordinieren und gucken, wer was an meinem Fahrzeug warten kann/soll
