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Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 10:21
von ZukunftERoller
2Alf20658 hat geschrieben:
..stellt sich mir die Frage wer bei Frost 40 kM durch die Gegend eiert. Brrrr. Ich jedenfalls nicht. Da versagen auch meine Motorradhandschuhe.
:| ich zum Beispiel. Auf trockener Straße, so wie letzten Winter :P geladen wird warm, gefahren auch dank Heizkabel und Garage.
Leider suggerieren einem die Händler ja, dass man problemlos auch im Winter fahren kann. Einen Aufpreis von ca. 50Eur für ein ab Werk eingebautes Heizkabel unter den Akkukästen würde ich sogar akzeptieren. Aber dann haben wir ja wieder mehr - anfällige - Technik ;) Aber das Risiko für viele Laien, das Fahrzeug bzw. die Akkus ohne Überwachung im Winter leer und kaputtstehen zu lassen ist auch nicht so toll und auch abschreckend für Interessierte an Elektrorollern.

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 10:39
von ollige
ZukunftERoller hat geschrieben:...das Fahrzeug bzw. die Akkus ... im Winter ... stehen zu lassen
Nach all dem, was ich hier so lese, ist Stehenlassen bei ca. 80%iger Akkuladung dann wohl doch das beste, zumindest wenn der Roller - wie bei meinem - den Außentemperaturen "hilflos" ausgesetzt ist.

Aber eines muss ich doch nochmal nachfragen:
Liegt die AkkuBelastungs-deadline denn nun genau bei 0 Grad?
Oder anders gefragt, ist das Akkuladen bzw. Entladen bei zum Beispiel +3 Grad weitestgehend problemlos? (Abgesehen vom größerwerdenden Innenwiderstand bei abnehmender Temperatur)

Viele Grüße,
Olli

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 10:45
von ZukunftERoller
Ja, am Wochenende viel Schnee und bis -20°C, wochentags dann alles wieder weg und Straßen frei, bis es wieder Freitags abends kräftg schneit usw... so wärs schön :D

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 11:21
von MEroller
ollige hat geschrieben:Aber eines muss ich doch nochmal nachfragen:
Liegt die AkkuBelastungs-deadline denn nun genau bei 0 Grad?
Oder anders gefragt, ist das Akkuladen bzw. Entladen bei zum Beispiel +3 Grad weitestgehend problemlos? (Abgesehen vom größerwerdenden Innenwiderstand bei abnehmender Temperatur)
Bei Deiner LiNiCoMnO2 Chemie bin ich mir nicht so sicher mit der 0°C Grenze, wobei eine Angabe von eigbattery auch für die LiNiCoMnO2 Kathode von 0°C Untergrenze für's Laden spricht.
Bei wiederaufladbaren Li-Zellen ist bekannt, dass vom Laden mit den normalen Ladeströmen (0,25...1C) bei einer Zell-Innentemperatur von unter 0°C abgesehen werden sollte, weil dabei metallische Lithium-Beschichtung ("plating") der Graphit-Anode erfolgt. Da nur Li-Ionen zur Be- und Entladung taugen heißt das, dass bei Laden unter 0°C sukzessive die nutzbare Kapazität abnimmt, und der Innenwiderstand ansteigt.
+3°C in der Zelle sollte noch gehen, aber es muss klar sein, dass elektrochemische Prozesse selten einen festen (Temp.-) Punkt haben, wo sie beginnen oder aufhören, das ist immer eine Kurve, die sachte anfängt und dann relativ steil wird. Unter +5°C Zelltemperatur (das ist nicht unbedingt die Umgebungstemp., erst nach ca. 24h beri einer konstanten Außentemp. kann von einem fast 100%igen Temperaturauslgeich ausgegangen werden) sollte nur mit reduziertem Ladestrom begonnen werden.
Siehe auch hier bei der Battery Unversity (die Englsichsprachige Fassung, vielleicht gibt es diese Seite auch auf Deutsch).

Winterpausen, vor allem über mehrere Monate, sind eine blöde Sache für Lithium-Akkus. Nicht so sehr wegen Selbstentladung, weil gesunde Li-Zellen keinen wirklichen Weg für sowas haben, sondern wegen den üblicherweise verbauten Balancern oder BMS, die normalerweise immer undefinierte Kriechströme aufweisen. Normalerweise ist das im µA-Bereich, aber bei entsprechender Srtandzeit läppert sich da doch eine merkliche Entladung zusammen. Ich würde vielleicht den Roller mit etwa 30% Entladung abstellen, und alle vier Wochen eine viertel Stunde Nachladen, aber erst nach Anwärmung der Batterie bei unter 0°C Temp., und sei durch einen in die Batteriegegend blasenden Heizlüfter.

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 13:04
von ollige
Danke euch für die Mühe und die hilfreichen Antworten :)

Das hat mir echt weitergeholfen!

Olli

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 17:55
von wiewennzefliechs
2Alf20658 hat geschrieben:
Wenn ich nun, sagen wir mal alle 3 Wochen während der kalten Jahreszeit, eine 40km Rollertour mache, MUSS ich den Akku KALT nachladen.
Und das solltet Du Dir bei unter 0°C verkneifen
Ich schätze, dass die Akku-Temperatur beim Laden mit ca. 15 Ampere (bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich von einer solchen Stromstärke aus) um ca. 10° gegenüber der Außentemperatur ansteigt. Wenn man bei weniger als 0° Außentemperatur nicht laden darf, hieße das ja, dass die Akkus zum Laden mindestens +10" warm sein müssen. Ist das der Fall?

Und ist denn überhaupt sicher, dass im Novax Li(NiCoMn)O2-Akkus verbaut sind? In meinem Novantic sind solche Akkus drin, aber das ist auch ein ganz anderer, sehr kompakter Akku-Typ (mit den bekannten Winston- oder Thundersky-Zellen bekommt man 1,344 kWh + BMS nicht auf so kleinem Raum unter, mit 196 Stück 18650-Zellen auf Li(NiCoMn)O2-Basis dagegen schon). Bei den fest verbauten Akkus im Novax können doch aber auch ganz andere Akku-Typen verwendet worden sein, z. B. gewöhnliche LiFePO4-Akkus.

Gruß

Michael

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 19:49
von MEroller
wiewennzefliechs hat geschrieben:Wenn man bei weniger als 0° Außentemperatur nicht laden darf, ...
Wer lesen kann ist mal wieder klar im Vorteil:
MEroller hat geschrieben:... dass vom Laden mit den normalen Ladeströmen (0,25...1C) bei einer Zell-Innentemperatur von unter 0°C abgesehen werden sollte, weil dabei metallische Lithium-Beschichtung ("plating") der Graphit-Anode erfolgt. Da nur Li-Ionen zur Be- und Entladung taugen heißt das, dass bei Laden unter 0°C sukzessive die nutzbare Kapazität abnimmt, und der Innenwiderstand ansteigt.
+3°C in der Zelle sollte noch gehen, aber es muss klar sein, dass elektrochemische Prozesse selten einen festen (Temp.-) Punkt haben, wo sie beginnen oder aufhören, das ist immer eine Kurve, die sachte anfängt und dann relativ steil wird. Unter +5°C Zelltemperatur (das ist nicht unbedingt die Umgebungstemp., erst nach ca. 24h bei einer konstanten Außentemp. kann von einem fast 100%igen Temperaturauslgeich ausgegangen werden) sollte nur mit reduziertem Ladestrom begonnen werden.
Und die 0°C Zelltemperaturgrenze beim Laden gilt sowohl für LiNiCoMnO2 als auch LiFePO4, von daher ist die genaue Zellchemie bei dieser Frage irrelelvant.

Und eine Batterie, die mit 15A Ladestrom sich um 10K aufheizt müsste schon ein rechtes Alterchen sein mit erhöhtem Innenwiderstand. Selbst meine 3 Jahre und 15000km alte GBs Batterie kriegt beim Fahren mit im Schnitt 40A Entladestrom maximal +4K Aufheizung hin, nach 12km und 20 Minuten Fahrt...

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 21:20
von ollige
wiewennzefliechs hat geschrieben:Und ist denn überhaupt sicher, dass im Novax Li(NiCoMn)O2-Akkus verbaut sind?
Das bestätigte mir der freundliche Emco Techniker. ;)

Re: Winterfragen

Verfasst: Sa 3. Jan 2015, 23:47
von wiewennzefliechs
MEroller hat geschrieben:Wer lesen kann ist mal wieder klar im Vorteil:
MEroller hat geschrieben:... dass vom Laden mit den normalen Ladeströmen (0,25...1C) bei einer Zell-Innentemperatur von unter 0°C abgesehen werden sollte,
Ok, dann darf man auch bei 0° Außentemperatur noch laden, denn dann liegt die Zell-Innentemperatur während des Ladens garantiert darüber. Die Frage ist nur, ab welchen Außentemperaturen auch die Zell-Innentemperatur unter 0° C sinkt. Allerdings stellt sich diese Frage nur für Besitzer von Fahrzeugen mit fest verbauten Akkus ;)
MEroller hat geschrieben:
wiewennzefliechs hat geschrieben:Selbst meine 3 Jahre und 15000km alte GBs Batterie kriegt beim Fahren mit im Schnitt 40A Entladestrom maximal +4K Aufheizung hin
Du kannst die Zell-Innentemperatur messen? Wie machst du das? Hast du Sensoren in den Zellen versenkt?

Gruß

Michael

Re: Winterfragen

Verfasst: So 4. Jan 2015, 00:37
von MEroller
Nein, die Innentemp. kann ich nicht messen, aber ich messe mitten im Pack, mit dem Sensor solide eingeklemmt zwischen zwei Zellreihen. Da der Sensor relativ lange braucht, bis er sich der Umgebungs-Temperatur nähert bzw. davon beinflusst wird, kann ich davon ausgehen, dass er die thermische Masse der Batterie ganz gut nutzt und zumindest die Gehäusetemp. der Zellen, zwischen denen er klemmt, recht zuverlässig anzeigt.
Mir reicht diese Temperatur, denn es kann niemals das innere der Zellen viel kälter werden als ihr Gehäuse, weil alle Effekte in der Batterie Wärme erzeugen und nicht abziehen, und Veränderungen der Umgebungstemp. sind eher langsame Gesellen. Schwächen hat eine solche Temperatursensierung bei hohen Zelltemp., denn bei viel Strom wird die Innentemp. generell höher sein, als die Anzeige...