Hallo Firefly,
zu deinen Fragen:
Um besser zu erklären, wie ich eine Anlage planen würde, gehen wir den Weg, den die Energie in den Roller geht mal rückwärts.
Dein Rollerakku hat eine Kapazität von 1380Wh. Das ist die Menge an Energie, die man daraus entnehmen kann. Beim laden des Akkus geht davon etwas verloren, was bei Li-Ion Akkus nicht all zu viel ist. Wir gehen mal davon aus, das du 1500Wh benötigst, um ihn von 0% auf 100% zu laden. Auch wenn das fast nie der Fall ist, sollten wir diesen Fall betrachten, weil es die maximale Menge an Energie ist, die benötigt wird, um den Roller aufzuladen, ohne dass wer daneben stehen muss um den Stecker zu ziehen.
Das Ladegerät deines Rollers hat leider auch Verluste. Es wird schließlich beim laden warm. Diese Energie müssen wir auch zur Verfügung stellen. Ich gehe jetzt mal von einem Wirkungsgrad des Ladegerätes von 80% aus. Es werden also 20% der Energie am Eingang in Wärme umgewandelt und 80% stehen dann zum laden des Akkus bereit. 1500Wh/80% = 1857Wh Das ist jetzt die Energie, die du aus dem 230V Hausnetz benötigst um deinen Roller zu laden. Wenn du ein Energiemessgerät besitzt, kannst du das ja beim Laden zwischen stecken und nachmessen, wie weit ich daneben liege

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Wenn du den Roller aber mit Solar laden willst, brauchst du noch einen Wechselrichter, der die 230V 50Hz Wechselspannung bereit stellt. Wie viel Leistung der haben muss, steht auf deinem Ladegerät. Man sollte aber beachten, dass Wechselrichter nicht gerne länger mit mehr als 75% der Nennlast betrieben werden wollen. Wenn du ein Ladegrat mit 600W hast, dann wäre ein 1000W Wechselrichter ausreichend. Was die Spannung an geht, kann ich nur empfehlen, die höchst mögliche zu nehmen. Je höher die Spannung, desto kleiner ist der Strom. 1000W bei 12V sind etwas mehr als 80A, bei 24V nur die Hälfte. Natürlich hat auch der Wechselrichter einen Wirkungsgrad. Nehmen wir hier auch mal 80% an. Das ist zwar etwas wenig für moderne Geräte, aber im Zweifel besser mit dem Schlimmsten rechnen. (Gilt auch für das Ladegerät). Wir benötigen jetzt also 1875Wh:80%=2343,75Wh Solarstrom um den Roller zu laden. Sagen wir mal 2400Wh. Nehmen wir jetzt mal an, du baust dir einen Zwischenspeicher mit LiFePo4 Zellen und 24V Nennspannung.
Dann würde ich dir empfehlen 8X 3,2V und 100Ah zu nehmen. Das sind dann 2560kWh.
Was die Größe der Solaranlage angeht, richtet sich das auch nach den Abständen, in denen du den Roller wieder aufladen willst. Wenn der Roller einmal die Woche geladen werden soll, dann hat das Solarpaneel 7 Tage Zeit, die 2400kWh in den Akku zu bringen. Also knapp 350Wh/Tag. Je nach Ausrichtung und Wetter variiert die Leistung der Module natürlich. Aber ein 200W Modul sollte das locker hin bekommen. Wichtig ist nur, wie es an den Akku angeschlossen wird. Hier muss ein Laderegler her, der das Paneel von dem Akku trennt, wenn dieser voll ist. Natürlich muss dieser auch die 200W des Paneels und die 24V des Akkus ab können. Im Idealfall unterstützt er auch das Laden von LiFePo4 Akkus und MPPT (Maximum PowerPoint Tracking).
Das Paneel sollte außerdem mindestens 28V liefern können. Es gibt auch welche für 12V Systeme, die nur bis ca 16V gehen. Das müsste man vielleicht etwas genauer betrachten, wenn es mehr ins Detail geht.
Ich hoffe, ich konnte dir damit weiter helfen.
Was ich jetzt nicht weiter erläutert habe ist das Thema Sicherheit: Sicherungen, BMS, Leistungsschalter, Kabelquerschnitte,... Das würde jetzt zu weit führen.