STF2023 hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 17:40
Monkeyhead hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 10:28 Kein Batteriehersteller sagt, dass …
Hat jemand Zugriff auf unabhängige Testergebnisse der „anderen Batteriehersteller“? Mich würde mal interessieren, was deren Marketingabteilungen so versprechen und was sie basierend auf unabhängige qualifizierten Testinstituten dann so veröffentlicht haben??
Speziell die neue Blade-Zellen von BYD wären interessant, die sollen ja so toll sein! Aber CATL nehme ich auch gerne.
Ordentliche Zellenhersteller haben Datenblätter, weil die wahlweise selbst testen oder testen lassen - die Testinstitute sind dann zwar nicht unabhängig, müssen sie auch nicht, weil es geht um Datenblätter für die Assemblierer, die vorab auf dem Papier prüfen wollen, ob die Zellen geeignet sind.
Dann stehen in den Datenblättern so fiese Einschränkungen drin, dass die Daten mit einer einzelnen Zelle, aber nicht in einem Verbund ermittelt worden sind. Und die Tests etc. bei Raumtemperatur erfolgt sind. Thundersky hatte dann auch noch die Spannungslagen über SoC in Abhängigkeit von Last und Temperatur in den Datenblättern usw. usf.
Die sind spannend zu lesen, und für mich als früheren DIY-Akkukonfektionierer waren die Datenblätter ein Must Have, denn mit denen konnte ich ermitteln, ob ein Konstrukt aus 16 Zellen zu meiner Ladetechnik passt, wie das BMS beschaffen sein mußte, und wie es mit verschiedenen Temperaturen aussieht, sprich ob die avisierte C-Last auch bei 0° noch ausreichend Spannung bietet. Und siehe da: die Datenblätter stimmten, und die Zellen habe ich nach Jahren verschenkt, die wurden dann im mittlerweile 3. Roller versenkt.
Dann standen da auch interessante Dinge drin, z.B. unter welchen Bedingungen die Zyklenfestigkeit erreicht wird, also bei welchen Temperaturen, Lade- und Entladeströmen diese Werte (im Mittel aller getesteten Zellen) erreicht werden.
Damit wäre dann der Teil der Zellen abgehakt. Nun ist es spannend, in welcher technischen Umgebung die eingesetzt werden. Da ist man nicht mehr beim Zellhersteller, sondern bei dem Ingenieur, der die Parameter des BMS ermittelt, Ladestrom, C-Last. Wenn der Ingenieur nix taugt, macht der aus Zellen mit 3000 Ladezyklen einen Akku, der keine 50 Zyklen hält.
Die Marketingabteilungen der Zellhersteller richten sich daher nicht an Endkunden. Die richten sich an Investoren und Aktionäre, denen die schönsten zu erwartenden Erfolge vom Himmel gelogen werden, die Datenblätter für die tatsächlich verfügbaren Zellen sind dann für Ingenieure, also die Leute, die mehr als Singen und Klatschen in der Waldorfschule hatten.
Somit erwartest Du also etwas, was es in der Form nicht gibt oder geben wird, weil das für Dich als Konsument gar nichts aussagt.
Irgendwo gab oder gibt es noch eine Webseite, die vorwiegend 18650 u.ä. Zellen testet, speziell für den Einsatz von E-Zigaretten. Da wird man dann fündig, die Ergebnisse sind wie erwartet, die Markenhersteller liefern realistische Daten ab, und dann gibt es noch die "Firmen", die billigste Aussschussware mit Fantasiewerten bedrucken.
Der tatsächliche Test erfolgt dann im wahren Leben. Die NIU NPro und N-GT mit ihren 35AH-Akkus sind akkuseitig kaum tot zu kriegen, Fehler am Akku waren zumeist auf ein defektes BMS zurückzuführen. Die Alibaba-Billigakkus, die hier im Forum auch mal gern als Nachrüstung von einzelnen Leuten gekauft worden sind, waren ihr Geld quasi auch wert - wenig Kosten, schnell defekt.
Deine Frage nach "unabhängigen" Tests zeigt also schon recht deutlich, mit welcher Tiefe Du Dich mit Akkutechnologien befasst hast. Leider ist dann doch die Thematik etwas komplexer als das Bedienen einer Filterkaffeemaschine.