Markus Sch. hat geschrieben: Mi 12. Feb 2025, 10:08
achim hat geschrieben: Mi 12. Feb 2025, 09:45
Ein Roller kann u.U. ein Zweitauto ersetzen, aber nicht ein Auto generell. Das klappt nur in den allerwenigsten Fällen und unter großem Verzicht.
Ich frage mich immer wie die Winterfahrer das managen wenn sie auf Glatteis kommen. Oft ohne ABS.
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Bei Glatteis ist ABS auch keine Hilfe - als Zweiradfahrer liegt man dann schon wie ein Maikäfer auf dem Rücken, bevor man zu ABS greifen kann.
Also prepariert man sich - da ist jetzt eigentlich nichts Neues bei, was einem nicht die Lebenserfahrung,der Papa, oder physikalische Grundkenntnisse vermittelt haben könnten:
Wettervorhersage hat man wohnortgenau auf dem Smartphone und damit den ersten Anhaltspunkt. Meine Fritzsteckdose für das geschaltete Laden der RGNT ist draußen und hat in der App einen 24-Stundenverlauf. Damit kann man grob hochrechnen, ob es lang genug kalt war für Glatteis.
Weiteres Indiz sind Hausdächer / frei parkende Autos: ist dort eine Reifschicht, dann gibt es Kälte in Kombination mit Luftfeuchtigkeit - was wenig schön ist, trockene Kälte dagegen ist unkritisch.
An jedem Wohnort gibt es bekannte Stellen, an denen es vor allen anderen Straßen glatt ist. Die richtigen Leute fragen (einheimische Taxifahrer - wobei man sich bei denen vorher nicht offenbaren sollte, dass man ein Anhänger von CO2-Steuern ist), und dann weiß man die Gefahrenpunkte. Notfalls fährt man da erstmal einen Umweg hin, prüft, und wenn da nichts glatt ist, dann steht dem Weg zur Arbeit nichts entgegen.
Wenn man unterwegs ist, dann schaut man, ob Salzkristalle das Schweinwerferlicht reflektieren. Wenn ja, und man sieht nicht mehr das orange Licht eines Streufahrzeuges, ist das ein gutes Zeichen: es ist so trocken, dass das Salz sich nicht zusammen mit einem Eisbelag in Salzwasser verwandeln konnte. Sieht man dagegen Salzkristalle und dunkle Stellen (Feuchtigkeit) auf der Straße: langsamer fahren, Probebremsung.
Sieht die Straße zweifelhaft aus, dann unauffällig langsam werden (Reku kann schon den Sturz auslösen) und mit dem Hinterrad vorsichtig probebremsen, mit zunehmender Bremsstärke, bis zum Stillstand. Und dann mit Vollgas aus dem Stand, um zu schauen, ob man das überlebt.
Notbremsungen etc.: gezieltes Hinlegen ist besser als Zufallsrutscher. Wenn das Moped rutscht, dann legt man sich lieber vorsätzlich auf die Straße. Ist allemal angenehmer als gegen den Vordermann oder einen Baum zu krachen, oder in den Graben zu rutschen, wo man bei Dunkelheit nicht gesehen und gefunden wird.
Als Atheist und Darwinist: fest daran glauben, dass man die guten Gene hat, die sich durchsetzen, nur die Schwachen sterben bei Glatteis auf der Straße.
Als Anhänger einer monotheistischen Religion: ist Kismet, kann man gar nichts machen, und besser auf der Straße wegrutschen als zu Hause die Treppe herunterfallen, es wäre ja eh passiert.
Monotheist, Sonderfall Fundamentalchrist: Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand - was soll da schon passieren?
Als Agnostiker hat man Pech gehabt, aber möglicherweise nach einem Sturz Grund darüber nachzudenken, ob man lieber Atheist oder Monotheist wäre.
Als Hinduist: man darf darauf hoffen, dass man im nächsten Leben besser Moped fahren kann, oder ein Regenwurm wird.
Ist also alles nicht so schwierig. Man muss sich nur entscheiden und selbst mal etwas Verantwortung für sein Leben übernehmen ...