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Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 12:48
von STW
Das Thema Reichweitenangaben verfolgt uns seit den ersten billigen Chinarollern, die mit Fantasiewerten um sich schmissen. Und daher müssen alle anderen mit auf den Zug springen. Auch wenn das völlig kontraproduktiv ist, weil unbedarfte Kunden hinterher den Händlern die Hölle heiß machen.

Das Teil wird im Stadtverkehr gute 60-80km machen können, was für viele Leute schon ausreichend wäre, allerdings ist die Kiste nicht kompatibel zu einer Stadtwohung, da der Akku fest verbaut ist, und aufgrund des exotischen Ladeanschlusses.
Im Moment fahre ich aus Gründen einen etwas anderen Arbeitsweg, fast die Hälfte Schnellstraße / Autobahn, und komme auf mehr als 5KWh für etwas über 70km, weil ich dort etwas rasanter unterwegs bin. Laden kann ich am Ende des Tages unterm Carport. Das heißt aber auch, dass ich mit weniger als 4KWh Akkukapazität bei weitem nicht hinkäme.

Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 13:33
von rainer*
Zero hat aber die Höchstgeschwindigkeit auf 99km/h gedrosselt. Da fährt die LS1 dann den netteren Prüfzyklus (der Teil im Zyklus mit den hohen Geschwindigkeiten wird m.E. nur ab 100km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit gefahren).

Die Daten der Flying Flea sind illusorisch. Ich zitiere mal:
https://www.motorcycles.news/royal-enfield-flying-flea-c6-2026-reichweite-leistung-preis/ hat geschrieben:Rechnerisch ergibt sich aus den 3,91 kWh bei 154 Kilometern ein Verbrauch von rund 25 Wh pro Kilometer. Das wäre einer der niedrigsten Werte, die jemals bei einem Elektro-Zweirad gemessen wurden, und würde die Flying Flea C6 effizienter machen als viele E-Bikes mit Pedalunterstützung.
Aber: Wirklich ein sehr schickes Teil, der fliegende Floh. Ein fest verbauter Akku mit so einer Kapazität ist m.E. nicht marktgängig. Und das Magnesiumgehäuse um den Akku? Gut - Alu kann auch ganz ordentlich brennen. Aber für ein Batteriegehäuse würde ich jetzt trotzdem eher Alu statt Magnesium nehmen, auch wenn das Gehäuse dann 25% schwerer wird.

Die Hersteller sparen sicher nicht (ausschließlich) an der Batetriegröße um mehr Profit zu machen. Mache aus den 3,91kWh doch mal 10 kWh. Da musst Du, neben dem erhöhten Volumen auch eben mal 40kg mehr Akkumasse unterbringen. Die führt wieder zu mehr Masse bei den tragenden Bauteilen. Und schwupp - schon ist es Gerät der 200kg-Klasse. Und weniger ein Floh. Und ein anderes Fahrzeug mit anderem Zielpublikum.

Der WMTC ist ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und dämmt den Wildwuchs der kreativen Reichweitenmessung etwas ein (sowas wie "gemessen bei konstant 30km/h mit 55kg schwerem Fahrer"). Die Werte sind zwar so wenig richtig wie bei den Verbrenner-PKW die Verbrauchsabgabe ab Werk. Aber zumindest sind die Kriterien für die Ermittlung gleich und verschiedenen Fahrzeuge lassen sich damit vergleichen.
Wer erstmalig ein E-Roller/E-Motorrad kauft, kann aber böse erwachen.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 16:37
von freesty
Die Kosten für größere Akkus können es mMn nicht sein. Eine kwh ist mit unter 100EUR zu realisieren. Also doppelte Kapazität wären es 400eur mehr bei dem Bike.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 18:50
von Motek
freesty hat geschrieben: Do 9. Apr 2026, 16:37 Die Kosten für größere Akkus können es mMn nicht sein. Eine kwh ist mit unter 100EUR zu realisieren. Also doppelte Kapazität wären es 400eur mehr bei dem Bike.
Richtig, aber es sind über 10% des vermutlich avisierten Verkaufspreises für Indien. Plus die Mehrkosten für die bessere Stabilität. Für die vermutliche Zielgruppe in Asien könnte das Konzept ziehen.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 19:09
von freesty
Gewicht für 1kwh ~5kg

Also 20kg. Wenn der Akku fest verbaut ist, hält sich der Aufwand/Kosten für extra Stabilität in Grenzen.

Mehr Kapazität würde etwas mehr kosten in Relation zum Gesamtpreis, aber auch mehr Langlebigkeit bieten.

Das größte Problem ist mMn der geringe Absatzmarkt in D & Europa, um auf die Kundenwünsche hier einzugehen.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 20:19
von MEroller
freesty hat geschrieben: Do 9. Apr 2026, 19:09Das größte Problem ist mMn der geringe Absatzmarkt in D & Europa, um auf die Kundenwünsche hier einzugehen.
Ich denke nicht, dass sich die Kundenwünsche zwischen Indien und Europa großartig unterscheiden... Nur die Voraussetzungen sind etwas unterschiedlich, vor allem was das wachsende DC-Schnellladenetz für Zwei- und Dreiräder in Indien angeht, was die kleine Batteriegröße besser verschmerzen lässt im Heimatland des fliegenden Flohs.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 20:30
von freesty
Was spricht dann gegen ein CCS Implementierung (mit den ganzen anderen Voraussetzungen wie Systemspannung) für Europa? Ja, der Absatzmarkt.

Re: Royal Enfield - Flying Flea

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 21:03
von MEroller
Die maximalen 120V DC mit Type 6 Anschluss macht für Zweiräder halt viel mehr Sinn als >250V für CCS Ladung...