Moinmoin,
ich bin zwar kein BMW-Pilot, fahre allerdings seit 3 Monaten eine ZERO DS A1, kommend vom Silence S01+.
Was Zero hier gemacht hat, reizt den erlaubten Bereich aus meiner Sicht nicht bloß aus, sondern überschreitet ihn deutlich! Trotzdem ist dabei ein Motorrad herausgekommen, welches sich, wenn man die physikalischen Grundsätze beachtet, durchaus eigengefährdungsfrei fahren lässt.
Eine gewisse geistige Reife muss jedoch zwingend vorausgesetzt werden!
Die Leistungsfreigabe wird vom Controller peu a'peu geregelt und erreicht ab etwa 50-60 Km/h 100 Prozent. Man sprintet, und das nicht nur mit randvollem Akku, bis 140 Km/h alles in Grund und Boden. Ein Wheelie ist vom Stand weg nicht einmal mit kräftigem Zug am Lenker zu provozieren. Bei 60 Km/h und Vollstrom mag das vielleicht gehen, das probieren jedoch nur Darwin-Award Aspiranten aus.
Brandgefährlich wird es bei nasser Fahrbahn ohne Traktionskontrolle. Das Hinterrad geht bei zuviel Strom derart schnell weg, dass man sehr schnell reagieren muss. Letzte Woche hatte ich mein erstes Erlebnis in dieser Sache. Ich hatte danach zwar keine Landkarte in der Unterhose, fahre seitdem bei Feuchtigkeit jedoch bewusst nur noch im ECO Modus. Da geht die Zero bis 60 Km/h ungefähr wie ein 125er Verbrenner Äquivalent. Ab 60 Km/h wird der Verbrenner dann trotzdem ziemlich schnell klein im Spiegel.
Ich habe das Gerät nach der Abholung in Celle schon mit etwas Bedacht abgestellt und überlegt, ob der Kauf so richtig war als B196 Inhaber.
Ich habe bis heute 3000 Kilometer abgespult und bin mit einem BMW1200GS Fahrer und einem Honda CBR 900 Fahrer ins Gespräch gekommen. Seitens der Verbrenner Fraktion stellt man die A1 Klasse der Zero, ob der Fahrleistungen, ganz klar in Frage.
Der 1200GS Fahrer war auf einem Autobahnzubringer hinter mir.
Bis 140 Km/h waren wir
gleich schnell, danach zog er vorbei. Wir sprechen hier im Falle der GS über ein Motorrad mit 136 PS!
Kurzum:
Ich hatte eigentlich den festen Plan Klasse A zu erwerben, und habe mir jetzt quasi ein Motorrad mit starken Fahrleistungen "ergaunert". Der Mehrpreis war es mir wert, für das Geld hätte ich jedoch auch Klasse A inklusive eines sehr guten Krads finanzieren können. Da ich das 2023er Modell erwarb, lag ich preislich etwa im Bereich eines BMW CE04.
Letzte Woche traf ich meinen B196 Fahrlehrer zufällig und teilte ihm mit, dass er mich nun doch nicht mehr wiedersehen wird.
Seine Antwort: Das würde ich mit solch einem Hobel auch nicht mehr anstreben
Meinem Sohn würde ich, bei Eintritt in das 17. Lebensjahr, solch ein Motorrad zum Start nicht in die Hände legen wollen.
Gruß
Daniel