Heute war das Versicherungskennzeichen im Briefkasten

, also drangeschraubt und ne Runde gedreht. Zum Ende hin bin ich immer so im Radius von 3 km von zuhause geblieben, da ich selber ja noch keinerlei Erfahrung habe wie die Batterie-Anzeige bezüglich einer realen Restreichweite zu deuten ist.
Was ich bei meiner ersten Fahrt aber schon gemerkt habe: Die Batterie-Anzeige ist ein Schätzeisen

und für eine zuverlässige Fahrtplanung (komme ich noch bis nach Hause oder nicht) kaum zu gebrauchen. Je nach Lastzustand (also Gasgriffstellung) zeigt sie mal ein Balken mehr oder ein Balken weniger an, manchmal macht sie sogar Zwei-Balken-Sprünge. Aber ... ein Schätzeisen ist besser als gar nichts ... und mit der Zeit wird man die Anzeige schon richtig einordnen können, wie weit man ungefähr noch fahren kann.
Meine Runde heute mit frisch aufgeladenem Akku war also 37 km lang, bis ich zum Schluss noch Null Balken hatte. Das ist nicht schlecht für einen noch
nicht "eingefahrenen" Akku, oder? Gesamtkilometerstand von dem Roller jetzt 44 km. Fairerweise muss ich dazuschreiben, dass ich nicht durchgehend mit Vollgas gefahren bin, sondern es waren ca. 10 km in 30er Zonen (Wohngebiet) und einige geteerte Feldwege dabei, wo ich auch nur 30 km/h gefahren bin.
Andererseits war sogar ein Berg mit 200 Höhenmetern und noch ein kleiner Hügel mit ca. 50 Höhenmetern dabei. Wobei ich, zwecks Stromsparen, beide Bergaufpassagen auf Gear 1 geschaltet habe.
Beim Bergabfahren, wo man auf kurviger Strecke auch öfters bremsen muss, kam mir die Erkenntnis dass ich ich meinem vorletzten Beitrag Blödsinn geschrieben habe. Ich hatte behauptet der Seed/e-Swan hätte keine Rekuperation. Aber Hallo, natürlich rekuperiert das Rollerchen! Und zwar gar nicht mal so schlecht. Von anderen Rollern liest man hier im Forum einige Schauergeschichten .... von wegen die Rekuperation setzt so brachial ein dass man vor Schreck fast vom Roller fliegt .... nicht so beim Seed/e-Swan. Hier ist die Bremsleistung der Rekuperation genau so, wie ich mir das vorstelle. Es gibt schon einen kleinen Ruck wenn sie einsetzt (ein Toyota Prius kann das besser), aber auch nicht so doll dass man meint man könne deswegen keine harmonische Linie fahren.
Zur Geschwindigkeit:
Anfangs zeigte der Tacho 50 km/h an auf ebener Strecke. Wieviel echte km/h das sind, muss ich noch ermitteln. In der Aufregung über meine Fahrt mit einem E-Roller hatte ich mein Handy zu Hause liegen lassen. Nach ca. 5 Kilometern gings auf 49 km/h zurück, dann so in ca. 10 km Schritten immer 1 km/h nach unten.
Ca. 1 km vor Ende der Fahrt, also bei km 36, schaffte der Roller immer noch 46 km/h .
Wieviel km/h er ganz zum Schluss schaffte, als gar kein Balken mehr sichtbar war, kann ich schlecht sagen da ich in einem Wohngebiet mit engen unübersichtlichen Straßen wohne, wo man (zumal mit einem lautlosen Roller!) besser nicht schneller als 30 Sachen fährt, außer man ist lebensmüde. Aber so um die 30 hat er dann auch ohne Balken immer noch gepackt.
Zum Fahrspaß: Einfach geil! Ich fahre seit 28 Jahren motorisierte Zweiräder, derzeit steht in meiner Garage auch ein 50 PS Motorrad. Aber E-Mobilität ist etwas ganz anderes ... diese lautlose Fahren ... einfach irre!
Eine negative Sache ist mir noch aufgefallen, da es zum Schluss immer dunkler wurde: Die Schweinwerfereinstellung ist schlecht. Unten am Schweinwerfer ist ja eine Kreuzschlitzschraube in einem Langloch, wo man den Scheinwerfer normalerweise einstellen kann. Also in welcher Entfernung der Lichkegel vor dem Roller auf die Straße trifft. Bei meinem Roller ist es so, dass der Lichtkegel in etwa 3 bis 5 Meter vor dem Roller auf die Straße trifft, also viel zu kurz. Wenn ich auf Fernlicht umstelle, dann ist das Licht etwa so wie es bei Abblendlicht sein müsste. Das Langloch lässt eigentlich noch Platz zum Verstellen, aber irgendwie ist der Scheinwerfer innen im Gehäuse schon an einem Widerstand angelangt, so dass man nicht weiter in Richtung korrekte Einstellung verstellen kann.
Da muss ich mal die Lenkerverkleidung abbauen und nachschauen wie ich den Scheinwerfer richtig eingestellt bekomme.
Das sind halt so Sachen, die ich einem Chinaroller nachsehe, bei Berücksichtigung des Preises.
Wer einen perfekten Roller will, muss eben weitaus mehr Geld in die Hand nehmen und sich bei Vespa und Co. umschauen.
Nichtsdestotrotz erwarte ich auch bei einem günstigen Chinaroller, dass er trotz kleiner Unzulänglichkeiten erstmal einige Tausend oder besser einige Zehntausend Kilometer einfach fährt. Wenn ich in der Mitte zwischen Arbeitsstätte und Zuhause plötzlich liegenbeiben würde, wegen defektem Wandler oder sonstwas, würde mich das auch ärgern.
Sorry für den langen Text, das waren also die ersten Eindrücke von meiner ersten Fahrt.
Weitere Berichte werden sicherlich folgen.
Die Family&Friends Aktionen gehen doch immer über 2 Tage, also am Samstag 31.8. müsste das auch noch gehen. Da habe ich meinen Roller leider 2 Tage zu früh gekauft.
