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Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 12:00
von MEroller
Ja, das mit der Materialkulanz versucht jetzt auch mein Händler für den on-board-Ladertausch zu erreichen, da auch er der Meinung ist, dass diese nicht wie die Fliegen kurz nach Ablauf der 2-Jahresgarantie ausfallen dürfen.

Ich bin sehr dankbar über engagierte Händler wie meiner oder Du, Lennart :D

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Sa 16. Mai 2020, 11:20
von MEroller
Nachdem der DC-DC-Wandler 2 Tage und Nächte lang senkrecht mit Steckerleiste nach oben und eben mit Wasser aufgefüllt verbracht hat, war bei 72V Primär weiterhin nur eine Spannung von 2,5V zwischen Batterie Plus und Kühlplatten-Masse zu messen. Keine 72V wie erwartet, um als Nachweis für den Isolationsfehler gelten zu können. Auch unter 1,75A Last auf der 13,5v Sekundärseite gleiches Verhalten: Die Spannung zwischen Batterie Plus und Masse sinkt auf 1,5V.

Nach meiner Auffassung ist der DC-DC-Wandler ausreichend wassergeschützt und kann kaum als Sündenbock herhalten für meinen massiven Iso-Fehler :(

Ich lasse ihn jetzt noch ein bisschen liegen, ob sich ggf. eingedrungenes Wasser vielleicht doch noch tiefer verteilt, und messe dann nochmals.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Sa 16. Mai 2020, 21:02
von STW
Nimm mal etwas Salz ins Wasser. Reines Wasser ist ein schlechter Leiter, aber mit Salz drin = Wintermischung sind die Verhältnisse evtl. anders.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Sa 16. Mai 2020, 22:42
von MEroller
Ja, das hatte ich auch schon überlegt. Muss dann bloß einen anderen Lagerplatz suchen: die letzten zwei Tage stand er an die Wand hinter unserem Kochfeld gelehnt - und hat schon ein paar Fettspritzer erwischt :lol: Meine Frau hätte gern einen anderen Platz für diesen Versuch :D

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 09:32
von MEroller
Nach 2 Tagen und Nächten mit Salzwasser gefüllte Steckleiste: DC-DC funktioniert weiterhin, wie er soll. Aber die Spannungsmessung zwischen Batterie + und Chassis fängt jenseits der 20V an. Das Multimeter fängt im 20V Messbereich gern mit "1" (Überlauf) links im Anzeigefeld an, bis die Spannung durch die Impedanz des Messgeräts abfällt auf unter 20 bis runter zu um die 2V (Messwerte werden rechts ausgerichtet angezeigt).

Im 200V Messbereich habe ich gerade 25V als erstem Messwert gesehen. Was für eine Eingangsimpedanz mein Metex M-5650 aufweist weiß ich allerdings nicht, nur dass es alle 1-2 s überhaupt Messwerte anzeigt. Das lässt den Verdacht zu, dass die delta-Spannung zwischen Batterie Plus und Masse der Batteriespannung entspricht, sprich den Isolationsfehler durch den DC-DC-Wandler würde ich somit als bestätigt ansehen.

Die Backofen-Therapie eines E-Rollerforumskollegen (er macht das mit seinem Controller, wenn der mal wieder Sperenzchen macht) dürfte der nächste Schritt sein, um zu sehen, ob der Klotz danach wieder voll isoliert agiert, 60...70°C sollten genügen. Erst 80°C sind die spezifierte Grenztemperatur von Sevcon.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 10:51
von Peter51
Grundsätzlich riete ich vor solchen Experimenten ab. Was sagt das Voltmeter, wenn du die Fehlerspannung z.B.mit einem 10kOhm Widerstand belastest?
Auch bei einem isolierten DC DC (Eingangsspannung zur Ausgangsspannung) werkelt ein Schaltnetzteil, wo auch Kondensatoren verbaut sind. In der Welt der Leistungselektronik werden gerne kleine Entstörkondensatoren gegen Masse gelegt (Normales TN Netz). Für IT Netze ( hochgelegtes Netz mit Iso-Wächter) wird dann der kleine EntstörKondensator abgezwickt. Vielleicht hülfe eine isolierte Montage des DC DC mit eine Plastikplatte sowie Kunststoffschrauben und 2 zusätzlichen Kabelbindern das Problem zubeseitigen? Des Weiteren drängte ich auf Einbau des 96V (Nominalspannung) Sevcon DC DC.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 11:28
von STW
Da der DC ja nicht die Spannungsfestigkeit aufweist, die er in der Zero-Umgebung eigentlich haben müßte, käme auch ein leckendes Bauteil für die Auffälligkeiten in Frage, insbesondere wenn es sich um einen DC-Konverter ohne galvanische Trennung handeln sollte.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 13:23
von Peter51
Eine galvanische Trennung hat der teure Sevcon DC DC.

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 14:31
von MEroller
In der Tat sind diese Sevcon DC-DC Wandler nicht nur galvanisch getrennt (2 Pole Batterie + 2 Pole 13,5V), sondern es gibt noch einen 5ten Enable Pin, der mit Batterie + gefüttert erst den Output startet.
Mein Testen erfolgt bei 75V, was seiner Spezifikation weit mehr entspricht als der unprofessionelle Zero Missbrauch mit bis zu 117V :roll:

Re: Low Chassis Isolation: Selbsthilfegruppe

Verfasst: Di 19. Mai 2020, 16:05
von STW
Hmmm. Dann entweder wirklich Kriechströme, oder im "Feedback" von der Sekundärseite an den Schaltregler gibt es ein leck geschlagenes Bauteil. Und mit 117V sieht die Welt ggf. nochmals anders aus als mit 75V, die Mehrspannung überredet gerne mal die Sperrschichten eines Halbleiters zu eigenverantwortlichem, aber unerwünschtem Handeln.