Kabelbrand im Akku
Ich will mit diesem Post darauf hinweisen,
dass das selbst bauen von Akkus keine Leien Arbeit ist, dass ist mir durch folgenden Vorfall nochmal ganz deutlich geworden:
Bei 5500km ist es zu einem Kabelbrand im Akku gekommen!
Bei Vollstrom viel der Roller aus und als ich das Helmfach öffnete, stieg mir weißer Rauch entgegen... Ich habe sofort die Hauptsicherung rausgenommen.
Ich konnte den Brand mit dem im Helmfach befindlichen Teppich (aus schlecht brennbaren Naturfasern) "löschen". Dann trennte ich die Stecker Verbindung zum Roller. Da ich nicht wusste, was genau die Branduhrsache ist und ich einige Filme aus dem Netzt von brennenden und gefühlt nie wieder erlöschenden LIPO eBike Akkus gesehen habe, rief ich die Feuerwehr, bevor die Situation aus dem Ruder läuft. Die Feuerwehr hat mit meiner Hilfe den Akku ausgebaut und in ein Wasserfass versenkt.
Nach dem sich die Kabel durch andauernden Kurzschluss vermutlich soweit aufgelöst hatten, dass kein Kurzschluss mehr bestand, durfte ich den Akku nach ca. 45Minuten am Einsatzort abholen und mit nach Hause nehmen. Ich gebe zu, dass ist bestimmt keine konventionelle Lösung, aber die Dorffeuerwehr war mit dem Einsatz auch eher überfordert. Man hätte den Akku in ein Wasserbad für LIPO Akkus geben müssen (den diese Feuerwehr nicht hat), das "konterminierte" Wasser hätte fachgerecht entsorgt werden müssen. Da die Zellen augenscheinlich nicht defekt waren und es sich scheinbar „nur“ um einen Kabelbrand handelte, durfte ich den Akku mit nach Hause nehmen. Dort habe ich ihn erstmal ausgepackt, alle BMS Kabel an den Zellen direkt abgeknipst und die Zellen gereinigt. Ich kenne die Ursache nach wie vor nicht, die einzelnen BMS Kabel zu den Zellen müssen sich stellenweise ggf. durch die vielen Vibrationen bei Fahren so aneinander gerieben haben, dass es zu einem Kurzschluss kam.
Ich habe ja auch einzelne BMS Kabel verlängern und müssen. Diese waren zwar mit Schrumpfschlauch aus meiner Sicht gut isoliert, wenn aber eine Lötstelle eine scharfe Kante hatte kann es am Kabelübergang oder zwischen den Zellen auch durch Scheuern zum Kurzschluss kommen, was vermutlich passiert ist.
Da muss jeder Schritt beim Akkubau auch im Hinblick auf die ständigen Erschütterungen im Betrieb so durchdacht sein, dass es zu solchen Fällen nicht kommen kann!
Genauso wichtig ist die Isolierung der Kabel und die Kabelführung, sowie die Abgrenzung der einzelnen Zellen gegeneinander (auch an den Seiten, nicht nur an den Laschen der Zellen, denn auch dort sind Kontakte und Kurzschlüsse unter Umständen durch die eng nebeneinanderliegenden Zellen möglich) durch hitzebeständiges, nicht brennbares Klebeband und Abstandhalter bei Deformation (Unfall) sicher zu stellen.
Auch bei den eingesetzten Materialien sollte man darauf achten, dass diese nicht brennbar und Hitzebeständig sind.
Ich habe also mal wieder viel gelernt und möchte euch hier daran teilhaben lassen, dass es euch nicht genauso ergeht.
Auch mein ANT BMS ist zwischenzeitlich defekt gewesen, vermutlich durch eindringende Feuchtigkeit, so dass ich das alte wasserfeste Daly BMS (anderer Stecker) wieder zum Einsatz gebracht habe. Dabei müssen alle 20 Kabel neu angelötet werden (dort ist es aber nicht zum Kabelbrand gekommen). Wobei auch der Punkt oben (scharfkantigen Lötstellen unbedingt vermeiden und absolut sicher isolieren) berücksichtigt werden muss. Wird an einer Stelle nicht sauber gearbeitet, ist ein Zwischenfall, wie ich ihn erlebt habe, vorprogrammiert!
Was wirklich auch beachtlich ist, wie gut die Zellen und auch das Klebeband die Hitze und das Wasser ausgehalten haben. Alle Zellen haben 3,6V und erscheinen noch vollständig in takt zu sein.Der Kurzschluss scheint sie nicht besonders "beeindruckt" zu haben.
Dumm von mir war, den Akku nach dem BMS Wechsel zum Schutz vor Feuchtigkeit in einen Wasserdichten Seesack zu packen. Der Vorteil ist natürlich der Wasserschutz der Zellen und Kabelverbindungen und des BMS. Und dass man recht schnell und unkompliziert an den Akku und das BMS drankommt. Aber vor Allem der Wasserdichte Sack ist durch den Kurzschluss in Brand geratet und hat für das Feuer im Roller gesorgt.
Dem eingesetzten BMS fehlte zudem ein Temperatursensor. Der hätte vermutlich dafür gesorgt, dass ich früher durch Ausfall auf den Brand aufmerksam geworden wäre.
Fazit: Es überlege sich Jeder, ob er sich solch einem Projekt wirklich gewachsen fühlt.
Es ist kein Spaß. Wenn der Akku im Haus oder der Garage Feuer gefangen hätte (beim Laden zum Beispiel) wäre vermutlich ein deutlich größerer Schaden entstanden. Ich hatte also Glück im Unglück!
Viele Grüße in die Runde! Ich hoffe ich bekomme den Akku und Roller für die nächste Saison wieder sicher zum Laufen, ich bin gespannt und werde hier berichten.