Nachdem letzte Woche endlich mein bestellter SW46 Prügel ankam machte ich mich am Freitag nachmittag an meinem inzwischen wieder schlabbrigen Lenkkopflager zu schaffen, mit diesen "süßen" Maulschlüsselchen:

- Oben Schlüsselweite 46mm (sollte SW 45 sein, aber das gibt es so nicht...), unten auf SW 32 eingestellt, dazwischen 1€-Münze zum Größenvergleich
Die große Mutter ist eigentlich 45mm, aber einen solchen Maulschlüssel konnte ich leider nicht auftreiben, und auch keinen Verstellbaren in dem Größenbereich, das hätte einer in der Klasse "Länge 500mm" sein müssen, nicht nur 300mm wie der verstellbare Maulschlüssel unten im Bild, der gerade noch so auf die für die Kontermutter nötigen 32mm aufgedreht werden kann.
Nach Entfernen des vorderen dreieckigen Schildes (oben von hinten zwei Kreuzschlitzschrauben lösen und direkt an der Spitze von unten eine weitere Kreuzschlitzschraube schräg nach hinten unten lösen, danach das Schlid etwas nach unten schieben und abheben) mussten am Lenkkopf die vielen Kabel, Bremsschläuche und die Tachowelle aus einem Drahtbogen ausgehängt und von einem Kabelbinder befreit werden, um den Mordswerkzeugen den Zugang zu den Lenkkopfmuttern erst zu ermöglichen.
Fury wurde mittels großem Wagenheber und dicken Lappen unter dem Batteriekasten, direkt wo das "Boot" der Verkleidung ausläuft so weit anghoben, dass das Vorderrad in der Luft war. Ideal war das nicht, weil durch den relativ weit hinten liegenden Punkt auch der Hauptständer stark entlastet wurde, was dazu führte, das es den Roller schnell auf dem glatten Garagenboden wegdrehte bei den folgenden Schritten:
Der erste Versuch, die Kontermutter zu Lösen von der großen Lagermutter ging schon mal sehr ernüchternd aus: trotz 300mm Hebelarm und Lenker am linken Anschlag und mit dem großen SW46 Schlüssel gegenhalten gelang es nicht, die Kontermutter auch nur einen Deut zu lösen
Dann ging es eben an den rechten Lenkeranschlag und der große SW46 Schlüssel kam zu Ehren. Die Lagermutter bewegte sich wenigstens in Richtung Spielminimierung. In vielen kleinen Schritten, die dank dem fast 0,5m langen Hebelarm des fast 1,6kg schweren Schlüssels feinfühlig ausfallen konnten. Immer wieder dazwischen den linken Daumen auf Lenkkopf und große Mutter gelegt und mit rechts kräfig am Vorderrad geruckelt, da wurde das Spiel als eine leichte Pendelbewgung mit dem linken Daumen deutlich spürbar. Aber die ersten sicher 5 Schritte mit schon einmal die Gabel vom Schlüssel umgedreht (die ganzen Leitungen lassen trotz Aushängen nicht viel Spielraum) brachte noch keine spürbare Verringerung der Pendelbewegung zustande. Erst danach wurde es langsam weniger, und nach mindestens einer viertel Umdrehung der großen Mutter spürte der linke Daumen kein Pendeln mehr, aber der Lenker lief immer noch leichtgänging (nicht "sämig") von Anschlag zu Anschlag.
Ein erster Versuch, die Kontermutter gegen die große Mutter anzuziehen brachte dann aber doch ein klein wenig "Sämigkeit" in die Lenkbewegung, so dass ein kleiner Löseimpuls der Großen Mutter nötig wurde, aber dann war's gut.
Nicht gut ist die Tatsache, dass der große Schlüssel 1mm zu weit ist, denn die Lenkkopfmuttern sind beide 8-seitig und haben daher kürzere Anlageflächen im Schlüsselmaul als die normalen 6-seitigen Muttern haben, so dass einmal sogar der große Schlüssel auf der Mutter druchdrehte. Da muss ich wohl nächstes Mal gucken, dass ich ein festes Stück 1mm Stahlbelch auf eine Gabelflanke mit Sekundenkelber oder ähnlichem festmache, um dem Teil einen besseren Halt zu geben auf der Lagermutter.
Eine erste Probefahrt verlief zur vollsten Zufriedenheit, der Roller fühlt sich auf einmal nicht wie eine Klapperkiste, sondern so richtig solide an, bei immer noch gleich leichtgängiger Lenkung

Wenn es nur eine Weile lang so bleiben würde, wenigstens bis Ende Januar zur ersten Hauptuntersuchung...