Seite 8 von 24

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 11:25
von Gearsen
Zero S mit Charge Tank = Tourenmotorrad
Klar, 20.000€ für die Kombi neu ist nicht massentauglich.

Aber genau so muss es sein:
15 kWh Batterie und anständiger Typ2-Lader oder CCS möglich

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 11:46
von E-Bik Andi
Eben- wenn der Kunde 20.000 Euro hört ist meistens das Gespräch erledigt. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass auch Verbrenner mittlerweile in Preisregionen sind, wo einem die Spucke wegbleibt :shock: So eine BMW GS1300 kostet mit paar Extras schnell 28.000 Euro. Motorradfahren wird zum Luxus, wenn man immer das Neueste haben will.
Technisch erfüllt die Zero S mit Sicherheit die Ansprüche von 90% der Biker- bei der Ultraviolett ist die Ladegeschwindigkeit, fehlender Typ2 und Reichweite ein KO-Kriterium. Meistens fährt man ja Touren mit Freunden und die haben eben zu 99% Verbrenner. Alls 150-200km mal 30 Minuten Pause ist da vertretbar. Wenn man auch noch zu Mittag essen geht sowieso. Und Pendler auf Kurzstrecke schauen auf´s Geld. Da wird der Kundenkreis schon sehr überschaubar.
Ich bin ja auch für den E-Antrieb (sonst würde ich den Job nicht machen). Aber es muss eben alternativ zum Verbrenner sein: Kosten, Nutzbarkeit, Haltbarkeit.

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 12:06
von STW
Wir werden in der 125er-Klasse keine Schnellladung / CCS / ... bekommen. Einfach mal abfinden damit, und jammern hilft da auch nichts. Es müßten andere Zellen her, anderes BMS, ..., der Aufwand ist enorm, und die Packungsdichte wird man auch nicht hinbekommen. Kurzum: die 125er sind gut fürs Arbeitspendeln, insbesondere fürLeute mit dem B196, weil es da Leistung gibt.
Wer hier Energica-Technologie zum Preis eines chinesischen 250ccm-Mopeds erwartet, der wird lange warten und das wohl auch nicht mehr zu Lebzeiten erleben. Und wenn der Preis so hoch ist, dass sich die Bikes für den asiatischen Markt nicht rechnen, und hier ein Absatz ist auf RGNT-Niveau o.ä., dann entwickelt niemand sowas - falls es mit der heutigen Technik überhaupt schon entwickelbar wäre.

Die F77 kann ganz interessant sein für diejenigen, die mit deren Daten eben können. Und das dürften eine Menge Leute sein. Ich bevorzuge ja auch interne Ladegeräte, und Typ2 ist auch ok, aber in der Realität sieht es dann so aus, dass meine RGNT mit 1800W lädt und der Typ2-Anschluss über Adapter an einer Schukodose hängt. Ob ich jetzt das Ladekabel mitschleppen würde oder ein Ladegerät ... - ist beides gleich unhandlich. Mit der F77 würde ich mich wohl kaum verschlechtern von der Funktionalität her.

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 13:00
von E-Bik Andi
@STW
bei der Ladeleistung muss ich Dir widersprechen. 2C sind unterer Standart bei Autos- also könnte man einen 10kWh Akku locker mit 22kWh befeuern bis 80%. Da muss auch nichts neu erfunden werden. Ein AC-Laderegler mit 22kWh braucht auch nicht viel Platz.
In der Industrieproduktion reden wir da von maximal 30 Euro Herstellungskosten- im VK für den Kunden 200 Euro plus- na und?
Es sind ja nur Kleinigkeiten, die entscheidend für den Kauf oder Desinteresse sind. Warum kapieren es so wenige Hersteller?
Ich kann ja auch kein Verbrennermotorrad verkaufen, wenn kein Zapfhahn in den Tankstutzen passt und ich die Karre mit der Elefantenspritze eine Stunde betanken muss (bildlich formuliert).
Ich bin seid der ersten Renault Zoe in dem Geschäft (glaube das war 2012) und auch da konnte man schon mit über 40kWh AC laden.
Die elektrische 125er Klasse hätte in Deutschland so viel Potenzial, wenn man den Nutzerkreis mit so kleinen Dingen um 80% erweitern könnte.
Die Dinger gehen ja wie Schmidt´s Katze und Topspeed ist gar nicht so wichtig. Wer fährt denn auf dem Verbrenner mit mehr als 130 auf der Autobahn in den Urlaub? 10%, 20% der Biker?
Ich bin da knallhart mit meinen Aussagen, weil ich ein Biker bin. Hauptgrund des schleppenden Geschäftes ist die Ladezeit! Mittlerweile sind die E-Motocross Bikes auf einem Level, wo sich der Verband schon intensiv darum kümmert eine neue Wettbewerbsklasse zu etablieren. Lustig ist halt noch das Laden in den Wettbewerbspausen mit dem Notstromaggregat :P

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 13:08
von Nova
Die Rezon Bohemia hat einen 6,6 Kw CCS Charger und netto einen 13,4 kWh Akku für ca. 12k € bei 11kW Dauerleistung. Wenn die Qualität, Service etc. stimmt, wäre da theoretisch alles für eine 125er drin, oder? :?

https://rezonmotorcycles.com/

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 13:11
von Alfons Heck
E-Bik Andi hat geschrieben: ... der ersten Renault Zoe in dem Geschäft (glaube das war 2012) und auch da konnte man schon mit über 40kWh AC laden...
Habe ich noch. Nur finde mal eine passende Ladesäule.


Gruß
Alfons.

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 13:11
von E-Bik Andi
@Nova
Heißt halt ca. 2 Stunden Ladezeit mit ca. 0,5C......

@Alfons
bei mir im Süden Deutschlands hast da null Probleme mit den Ladesäulen. Sogar ChaDeMo für die alten Nissan´s ist gut verteilt. In Österreich ist es sogar noch besser.

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 13:25
von vaderAT
E-Bik Andi hat geschrieben: Fr 3. Jan 2025, 13:11 @Nova
Heißt halt ca. 2 Stunden Ladezeit mit ca. 0,5C......
was aber zumindest mal DER ansatz wäre mMn - wer will schon ziegel mitschleppen und undenlich lange nach schuko suchen/herumfragen müssen.
und auch bäcker und andere konsorten haben nicht immer gleich schuko dort wo man auch ein bike abstellen kann (darf) -
kabel muss ich ohnehin dann immer dabei haben ... vermutlich am besten 10m ... da "schleppe" ich dann lieber max. 2m type2 mit und stelle ich mich zu einer passenden säule ;)

@STW:
es geht hier nicht um's jammern, sondern um einen hersteller der wohl in den europa-markt möchte ohne sich vorher gedanken gemacht zu haben scheint's mir ...

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 14:03
von E-Bik Andi
vaderAT hat geschrieben: Fr 3. Jan 2025, 13:25 es geht hier nicht um's jammern, sondern um einen hersteller der wohl in den europa-markt möchte ohne sich vorher gedanken gemacht zu haben scheint's mir ...
Auf den Punkt getroffen was ich meine. Schuko geht für unterwegs gar nicht, da bei max. 2,7kWh Schluss ist. Das ist für daheim völlig ausreichend über Nacht, aber nicht unterwegs. Ein Fahrzeug definiert sich schließlich mit der UNABHÄNGIGKEIT hin zu fahren, wo man will 8-)
Es heißt ja auch Mobilität und nicht "Stehbilität" :roll:

Re: Ultraviolette F77 (Indien)

Verfasst: Fr 3. Jan 2025, 14:14
von Nova
@E-Bik Andi: Natürlich hast du Recht, es bleibt auch bei der Rezon mit 6,6 kW ein "Schnarchlader" und ist eigentlich kein echtes CCS. :mrgreen: