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Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Fr 20. Mär 2026, 19:20
von Maverick944
Ich konnte das neue Setup endlich an der Ladesäule testen. Der Typ-2-Adapter funktioniert einwandfrei mit dem selbstgebauten Y-Kabel.
Ich habe mal den direkten Vergleich der Restzeiten bei ca. 28% SOC gemacht:
• Nur Zusatzlader (1,0 kW): Da braucht die Kiste laut Anzeige satte 12:02 Stunden.
• Nur Onboard-Lader (1,3 kW): Hier stehen 7:54 Stunden auf dem Display.
• Beides zusammen (2,3 kW): Das ist der eigentliche Hammer – die Zeit springt sofort auf 3:57 Stunden runter!
Man sieht also extrem gut, wie die beiden Lader zusammenarbeiten. Die Zeitersparnis ist gewaltig. Das 2,5 mm² Kabel und der neue Kippschalter sind beim Test auch nach längerer Zeit absolut kühl geblieben. Der Umbau hat sich für die Touren-Tauglichkeit der SR definitiv gelohnt.
Von 0-100% zeigt er mir 4 Stunden und 50 Minuten an. Da bekomme ich schon jetzt Ladestress und muss mich beeilen mit der Pause.

Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 10:06
von MiSt
Ich möchte noch kurz vorstellen, wie ich zumindest vorläufig das Problem meines defekten Onboard-Laders auch für "unterwegs" gelöst habe. Zu Hause lade ich mit einem stationär aufgestellten "Ottenlader", der praktisch alleine eine 16A-Sicherung für seine 3,3kW zur Verfügung hat. In Ländern wie Italien, wo ich im Urlaub gerne unterwegs bin, ist das nicht praktikabel, weil Stromkreise dort typisch nur mit 10A abgesichert sind.

Lader mit 116,2V Ladeschlussspannung, wie sie die Zero benötigt (28 x 4,15V) sind rar bis nicht auftreibbar. Problemlos erhältlich sind dagegen Lader für 32s LiFePo4 mit 116,8V Ladeschlussspannung. Wenn man in die DC-Leitung eine Siliziumdiode (~600mV Vorwärtsspannung bei "niedrigen" Strömen gegen Ladeschluss hin) einschleift, kommt die Ladeschlussspannung hin. Leider ist deren Verlustleistung beträchtlich (12A x deutlich mehr als 0,6V bei dem Strom, also so 9-10W), sodass man sinnvoller Weise mehrere parallel schaltet und auf einem Kühlkörper montiert. Es versteht sich von selbst, dass diese Montage isoliert erfolgen muss, damit der Kühlkörper nicht unter Spannung steht.


Als Lader habe ich ein Exemplar von Noeifevo gekauft (12A Ladestrom wie der verblichene Onboard-Lader, also keine Einbuße an Geschwindigkeit), der optional mit XT60 zum Anschluss an obige Diodenbox geliefert wird. Die Adaptierung zum Anderson über dem Hinterrad sieht dann so aus (wurde nach dem Foto im Griffmuldenbereich noch eingeschrumpft):
Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 11:19
von rainer*
Wäre denn 4,17V statt 4,15V pro Zelle als Ladeschlussspannung so übel gewesen? Das sollte doch für die Zellen auch noch ein verträglicher Wert sein? Oder motzt dann bei der Zero das BMS?
Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 11:28
von MiSt
Ich gehe davon aus, dass der Lader halt nicht von CC in CV übergeht, jedenfalls nicht richtig. Somit beendet das BMS den Ladevorgang, im Prinzip also wohl ungefährlich. Allerdings ist je nach SOH und aktueller Zellenbalance der Pack dann nicht optimal voll, daher finde ich es so gelöst seriöser, mit "echtem" CV-Betrieb am Ende.
Ein echtes Thema sind dabei allerdings eh die Toleranzen der Beteiligten, soll heißen, inwiefern BMS und Lader unter "116,2V" dasselbe verstehen

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Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 12:14
von rainer*
Ja, das war auch mein Gedanke dazu. 4,15V vs. 4,17V bzw. 116,2V vs. 116,8V geht doch schon in Richtung Messungenauigkeit bzw. Streuung in der Serie. Ich würde nicht mal behaupten, das mein Multimeter bei rund 116V auf 0,1V genau anzeigt.
Auf jeden Fall saubere Arbeit. Ich hätte aber vermutlich den Aufwand nicht getrieben, sondern erst geschaut, ob das BMS die leicht höhere Spannung noch akzeptiert, oder ob es abschaltet.
Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 14:15
von MarcS
MiSt hat geschrieben: Do 26. Mär 2026, 11:28
Ich gehe davon aus, dass der Lader halt nicht von CC in CV übergeht, jedenfalls nicht richtig. Somit beendet das BMS den Ladevorgang, im Prinzip also wohl ungefährlich. Allerdings ist je nach SOH und aktueller Zellenbalance der Pack dann nicht optimal voll, daher finde ich es so gelöst seriöser, mit "echtem" CV-Betrieb am Ende.
Ein echtes Thema sind dabei allerdings eh die Toleranzen der Beteiligten, soll heißen, inwiefern BMS und Lader unter "116,2V" dasselbe verstehen

.
Hier gab es vor 5 Jahren eine ähnliche Diskussion:
https://www.goingelectric.de/forum/view ... hp?t=69290
Daraus entnehme ich, dass Du Dir den Aufwand hättest sparen können.
Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 15:08
von MiSt
Kann sein

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Das Noeifevo hatte ich mit meinem höchstauflösenden DVM zu 116,67V im Leerlauf gemessen. Mein anderes DVM mit einer Stelle weniger zeigte 116,4V

- no further comment.
Der "Ottenlader" ist laut Doku auf 116,2V eingestellt (im Leerlauf nicht messbar) und funktioniert im Zusammenspiel mit dem BMS meiner Zero gut, lädt also zügig auf 100%, und die grüne LED bleibt dann wie früher beim Onboard für 12-24h nach dem Abschalten statisch an.
Bei dem neuen, portablen Onboard-Ersatz muss ich das für ein paar Zyklen beobachten, kann auch mal die Diodenbox probehalber brücken, bzw. sogar rausnehmen - oder eben nicht, wenn es so wie es ist korrekt funktioniert. Aktuell will ich das Bike nicht auf 100% laden, da leider unklar ist, wann ich damit fahren kann.
Re: Update zur Ladetechnik
Verfasst: Do 26. Mär 2026, 15:39
von MarcS
Mein Ottenlader hat ja zwei Abschalt-Möglichkeiten: 100% und 80% (wobei bei letzterem meine Zero anschließend zwischen 73 und 75% SoC hat. Bei 100 zeigt sie meist 99% an). Und einen Drehregler mit dem ich den maximalen Ladestrom und somit die Ladedauer einstellen kann.
Normalerweise lade ich von 20-30% in rund 3 Stunden nur auf 80% - und alle paar Wochen halt auch mal voll damit das BMS wieder balancieren kann.
Zero SR Ladegerät erweitern.
Verfasst: Sa 28. Mär 2026, 13:22
von Maverickpx200
Hallo Leute,
Habe mir eine neue Zero SR 2025 zugelegt. Dieses ist ja Serienmässig nur mit einem 3,3kw Charger ausgestattet, ich wollte mal in die Runde fragen ob es möglich ist einen zweiten 3,3kw Charger nachzurüsten bevor man den 6kw Chargetank montiert um irgendwann volle 12kw zur Verfügung zu haben.
Es wäre sicher sinnvoller gewesen direkt eine SR/F zu kaufen, aber der Preisunterschied von über 5000€ war mir dann doch zu heftig, zumindest für das erste E-Motorrad, zur Not stehen noch ein paar Verbrenner in der Garage falls es mal wirklich weiter weg gehen sollte.
Primärer Zweck ist für mich das Pendeln zur Arbeit, in der Firma wollen wir eine Wallbox installieren, dann kann ich während der Arbeitszeit nachladen, die Erweiterung wäre halt nur interessant für mich wenn es mal Elektrisch weiter weg gehen sollte.
Bin schon gespannt wie ein Flitzebogen auf das neue Moped.
Re: Zero SR Ladegerät erweitern.
Verfasst: Sa 28. Mär 2026, 13:44
von Streetbladerr
Das müsste eigentlich dieses Teil sein, steht aber nur das es kompatibel mit SR/F und SR/S ist.
Würde ich an deiner Stelle einfach mal beim Händler nachfragen.
https://www.wsc-motorrad-shop.de/produc ... lader-zero
Mit dem Ding plus Charge tank bist du dann allerdings auch bei 5-6.000€ schätze ich...
Ich würde dann eher nur den Charge tank, oder nur den zweiten Lader nehmen (falls dir das Staufach so gut gefällt wie mir

)
Mit 6.6kw kann man unterwegs eigentlich auch in zumutbaren Zeiträumen genug für den Heimweg nachladen.