Joehannes hat geschrieben:
Wie wurde das Teil dann wohl laufen, wenn richtig gute Akkus drin wären????
MFG
Joehannes
Hoffentlich begegne ich keinem von Euch auf der Strasse - das würde dann ja knapp mit meinem Vorsprung werden
"Richtig gute Akkus": da sind nunmal Bleiakkus drin, in Bleitechnik wird man nicht viel verbessern können, außer vielleicht die Lebensdauer. Umrüstung auf Lithium wäre angesagt, um die Reichweite zu erhöhen. Gehen wir mal davon aus, dass der Roller mit den jetzigen Akkus bei ruhiger Fahrweise 45km schafft und bei talibanöser Fahrweise über 30km. Verbaut sind 72V * 20AH, also Akkukapazität rund 1.4KWh. Entnehmbar sind aufgrund des Peukert-Effekts ca. 50-65%, je nach Fahrweise, also 0.7-0.8KWh für 30-45km. Das macht dann ungefähr 0.25KWh pro 10 km bzw. 2.5KWh/100km. Das könnt Ihr aber auch mal mit einem Verbrauchsgerät nachmessen (irgendwo in den knapp 90 Seiten existiert wohl schon ein Meßergebnis).
Erfahrungen mit anderen Rollern zeigen, dass man ungefähr 2.5KWh bis 3.xKWh auf 100km benötigt.
Je nach Platzangebot im Roller kann man auf bis zu 20AH Lithiums aufrüsten, also auch wieder 1.4KWh. Lithkums haben keinen Peukert-Effekt, allerdings kann man aufgrund des Spannungsverlustes auf den letzten Prozent der Akkukapazität nur ca. 80-90% der Kapazität entnehmen. Tiefer als 80% sollte man eh nicht entladen. Entnehmbar sind also ca. 1.1KWh. Das sollte dann bei bei scharfer Fahrweise für knapp 40km reichen, bei ruhiger Fahrweise für ca. 60Km. Sind jetzt aber alles Schätzungen. Die Gewichtsreduzierung der leichteren Lithiumzellen vernachlässige ich mal.
Kosten derzeit: benötigt werden 24 Zellen für 72V. Kosten wären dann ca. 1350€, dazu kommt noch eine minimale BMS-Lösung ca. 150-200€ (oder Einkauf in China, dann wird es erheblich preiswerter). Besser wäre natürlich, ein paar Euro mehr zu investieren und auf 30-40AH aufzurüsten, wenn es die Platz- und monetären Verhältnisse ermöglichen.
Bei den Preisen fragt man sich natürlich nach dem Vorteil. Zunächst mal: Bleiakkus mögen nicht sonderlich weit herunter gefahren werden, eigentlich sollte 50% Entnahme der Kapazität zugunsten der Lebensdauer die Grenze sein, also sollte das Limit bis zum Nachladen zwischen 15km -max. 25km liegen, je nach Fahrweise. Sonst sind recht zügig (weniger als 1500-2000km) Bleikakkus fällig (je nach Tagespreis 360-500€). Lithiums sind angeblich nicht ganz so nachtragend. Weiterhin versprechen die Hersteller eine 4-stellige Anzahl von Ladezyklen für Lithiums, die Lebensdauer dürfte daher ungefähr 4 - 10 mal so hoch sein (eine weite Spanne, aber genauer weiß es noch keiner mangels Praxisergebnissen). Rechnen wir mal konservative 1000 Zyklen für Lithiums, dann sind wir bei theoretischen 40.000km Lebensdauer. Rechnen wir mit Herstellerangaben, dann wären es über 100TKm. Hört sich toll an, aber als unkalkulierbarer Faktor (mangels Erfahrungen halt) kommt die kalendarische Lebensdauer hinzu. Laptop- und/oder Handyakkus sind nach 3-5 Jahren spätestens gehimmelt (es gibt auch Ausnahmen), dann hängt die Lebensdauer also von der Jahreslaufleistung ab.
Frohe Ostern noch.