Hier mal ein Zwischenbericht über den aktuellen Stand.
Für den eiligen Leser:
Bzgl. der Funktion des weißen Pilotkontaktschalters in der Ladebuchse muß ich mich korrigieren:
Er dient nicht als Wegfahrsperre (man kann mit eingestecktem Ladegerät trotzdem wegfahren, auch während des Ladevorgangs), sondern er schaltet die Kontaktpins in der Ladebuchse frei, die ansonsten spannungslos sind.
Am weißen Kleinspannungsstecker, von der Ladebuchse zum Controller, liegt bei eingeschalteter Zündung eine Spannung von 4,77V an. Zündung aus → 0V. Wozu, weiß ich noch nicht.
Bisherige Fehlersuche erfolglos; neue Arbeitshypothese: Problem hängt mit der Luftfeuchtigkeit zusammen. Deshalb Controller und den ganzen zugehörigen Kabel-Stecker-Verhau in Plastikfolie verpackt und Spannungsüberwachung am Gaspedalpoti. Seitdem ist Ruhe, zumindest bis jetzt.
Nun im Einzelnen:
Das Fuhrwerk kam immer mal wieder pannemäßig zu mir auf den Hof, und wenn ich mich an die Fehlersuche machte, war dann der Fehler plötzlich ohne erkenntlichen Grund wieder weg.
Zunächst mal Ölwechsel wegen des ungesunden Fahrgeräuschs. 0,2 Liter komische Brühe raus, 0,2L 80W-90 rein. Geräusch immer noch da. 0,05 L nachgelehrt, Geräusch ist jetzt ein nicht unangenehmes singen, deutlich leiser.
Läuft nur einen Ruck vorwärts (ich vermute bis zum nächsten Hallsensor, 0,5A Akkustrom), aber rückwärts (1,5A, 9km/h). Bem.: Hinterachse aufgebockt.
Ladestecker rein-raus (ohne Netzstrom, o.g. weißer Stecker getrennt) läuft wieder vorwärts (6A, 45km/h). Am nächsten Tag wieder nicht, also nicht reproduzierbar.
Hier noch eine Bemerkung zum Tacho: Ich glaube, der Tacho zeigt nur die Motordrehzahl, denn die max Geschwindigkeit wird immer mit 45km/h angezeigt, egal ob große oder kleine Getriebeübersetzung. Die 45km/h entsprechen in der großen Übersetzung ca 33km/h. Es ist auch keine Installation erkennbar, die z. B. Am Getriebeausgang mißt. Ich vermute mal, der Controller nimmt die Signale der Hallsensoren und schickt eine entsprechende Info an die Tachoanzeige.
Akkuspannungen gemessen (von Minus nach Plus):
Stillstand: 13,73V, 14,02V, 13,91V, 14,08V, 13,76V, 13,71V,
Zündung an, Gaspedal aktiviert (läuft aber nicht): 13,27V 13,26V 13,26V 13,27V, plötzlich läuft Motor los, keine Ahnung warum, 13,13V, 13,11V.
Also wieder ab auf die Straße. Ein paar Tage später wieder Stillstand. Hier kam dann der Verdacht auf, dass es mit dem Wetter zusammenhängt. Mit Fön ein wenig Wellness für Controller und Motor, → Karre läuft. Also Controller in Folie eingepackt und ab auf die Straße. (Wohl wissend, dass ich bei hohen Temperaturen vorsichtig sein muß)
Ein paar Tage später wieder Stillstand. Jetzt Faxen dicke, also vorne nachschauen unterm Armaturenbrett, d. h. Armaturenbrett raus. Ich beschreibs mal hier genauer, vlt. Hilfts ja jemandem.
Armaturenbrettausbau beim Cargo-Volt mit Lenkrad:
Ich empfehle, die abgezogenen Kabel mit z. B. Malerkrepp geeignet zu bündeln und beschriften, dann muß man beim Zusammenbau nicht lange suchen. Außerdem frei hängende offene Kontakte abkleben. Die Bezeichnungen „vorne, hinten, rechts und links“ immer in Fahrtrichtung!
Leitungsschutzschalter (Hauptsicherung) unter der Sitzbank ausschalten
◦ Linke Seite:
• Spritzwasserbehälter raus (weißer 2er-Stecker, schwarz / grün-weiß)
• Schalter Spritzanlage: 4er Flachstecker, links belegt, li hi rot, li vo grün-weiß
• Schalter Heizlüfter: 2er Flachstecker hi rot, vo schwarz
• Fahrtrichtungsschalter: 6er Flachstecker, 3 rechts belegt, re hi orange, re Mi schwarz, re vo grau
◦ Rechte Seite:
• Zündschloss: weißer 2er-Stecker, Schlossseite grün, grau, Fahrzeugseite gelb, rosa.
• Radio: Energie weißer 2er-Stecker, beide Seiten schwarz, rot
Lautsprecher kleiner schwarzer 2er-Stecker, beidseitig blau.
◦ Lenkrad usw
• Hupenpolster (Lenkrad Mitte) runter, 2 Flachstecker rot ab
• Zentralschraube Lenksäule (SW19) ab
• Position Lenkrad ↔ Lenksäule markieren, Lenkrad ab (bisle wackeln, geht ziemlich stramm, weil Konus)
• Verkleidung Blinker- und Wischerhebel ab (2xPH2, 2xPH1)
• Kabelbinder am Querholm unter Zündschloss für Blinker – Wischerkabel ab.
• Pos. Hupkontakte markieren und mit 2 Kabeln ab (hi schwarz, vo grau, 2xPH1)
• Schaltereinheit (3xPH2) vom Halter ab und an Kabeln hängen lassen.
• Halter der Schaltereinheit ab (2xPH2 Klemmschrauben nur lösen)
• Schaltereinheit unter dem Blinkhebel ab (4xPH1, beim Zusammenbau auf die Position des Mitnehmers achten)
• Stecker am Wischerschalter undWarnlichschalter ab und Schaltereinheit weglegen.
• 5 Schrauben (PH1) vom Armaturenbrett ab.
• Armaturenbrett nach hinten ziehen und Kabelbaum der Blinker-/Wischereinheit durch die Lenksäulenöffnung nach unten durchfummeln.
• Armaturenbrett nach oben hinten über Lenksäule heben, Lüftungsschläuche ab, weißer 6er Stecker vom Kombiinstrument ab (links), kleiner oranger Stecker (4er) von der Rückfahrkamera (schwarzes Kabel, rechts) ab, Armaturenbrett weglegen.
(Zusammenbau abweichend von umgekehrter Reihenfolge Armaturenbrett zuletzt festschrauben; vorher alle Schalter und Stecker montieren und anschließen. Immer wieder Sichtkontrolle, dass Kabel sauber liegen und nicht eingeklemmt werden!
Wer soweit ist, wundert sich dann nicht mehr, dass das Gebläse so viel Lärm und so wenig Luftstrom produziert. Andere und besser verlegte Luftschläuche könnten Abhilfe schaffen. Hier ist individuelle Kreativität gefragt.
Am Kombiinstrument hängt noch eine schwarze Stecker-Kupplungskombi, die aber nicht gesteckt ist; außerdem ein weißes Kabel und ein weißer voll belegter 4er Stecker ohne Partner.
Hier noch kleine Farbenlehre, falls man sie später mal braucht:
• weißer 6er-Stecker Kombiinstrument
Instrumentenseite:
1.1 gelb, 1.2 schwarz, 1.3 grün
1.4 violett, 1.5 blau, 1.6 rot
Kabelbaum:
2.1 blau 2.2 violett 2.3 schwarz
2.4 grün 2.5 weiß 2.6 rosa
• weißer 3er-Stecker Gaspedal
Pedalseite:
1.1 rot, 1.2 schwarz 1.3 weiß
Kabelbaum:
2.1 rot/weiß 2.2 schwarz/weiß 2.3 grün/weiß
geht weiter zum 9er-Stecker beim Controller
Entnimmt man dem Armaturenbrett jetzt noch Zündschloss und Vor-Rück-Schalter und schließt diese wieder an (einfach am Kabel runterhängen lassen), so kann man damit schon fahren, nimmt man noch das Kombiinstrument dazu, hat man einen Zahlenwert für die Geschwindigkeit.
Am Gaspoti Widerstände gemessen:
schwarz<>rot: 1133Ohm, 1119Ohm je nach Messrichtung
schwarz<>weiß: 0,785MOhm ∞ je nach Messrichtung
rot<>weiß: 0,786MOhm ∞ je nach Messrichtung
Die Werte waren unabhängig von der Pedalstellung und ließen mich ratlos zurück. Ist wohl Elektronik am Werk.
Also Spannungen messen, Zündung an:
Leerlaufstellung:
schwarz+<>rot-: 4,39V
schwarz+<>weiß-: 0,82V
rot+<>weiß-: 3,56V
Vollgasstellung:
schwarz+<>rot-: 4,39V
schwarz+<>weiß-: 3,59V
rot+<>weiß-: 0,80V
Der Kabelbaum liegt so zwischen Lenkgetriebe und Warmluftgebläse, dass er bei extremem Lenkeinschlag vom Lenkgetriebe bewegt wird. Scheuerspuren waren nicht zu erkennen, wurde aber trotzdem so abgeändert, dass dass er keinen Kontakt mehr zum Lenkgetriebe hat.
Das Kabel zum Bremslichtschalter stand unter mechanischer Spannung; diese wurde beseitigt.
Um spontan feststellen zu können, ob das Gaspedal einen vernünftigen Fahrbefehl abgibt wurden zwei Voltmeter installiert, die permanent die Spannungen anzeigen:
Links zwischen Minus und Plus (also Versorgung), Rechts zwischen Minus und Mittelabgriff (also Steuersignal).
Seitdem fährt das Fuhrwerk wieder, und zwar ohne Panne. Welche Maßnahme nun tatsächlich zum Erfolg geführt hat und ob dieser Erfolg von Dauer ist, weiß ich nicht.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals recht herzlich für die hilfreichen Tipps bedanken, die es mir sehr erleichtert haben, mich in die Technik hineinzudenken.
Elektrisierte Grüße
Rudi