Seite 1 von 2
Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Di 17. Mär 2026, 21:14
von likeme
Ich beschäftige mich seit langem mit der Anschaffung eines E-Rollers (125) zum Pendeln. Favorit ist Niu! Wollte nur mal fragen was man in 10 Jahren bei pfleglicher Behandlung (Akku im Winter im Keller) zu erwarten hat. Gibt es da noch neue Akkus die in alte Modelle passen? Ich denke hier im Forum fahren auch noch sehr alte Roller herum. ChatGPT sagt nach 6 Jahren Wertstoffhof

Eine Vespa ist dann erst richtig eingefahren

Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Di 17. Mär 2026, 21:20
von Fasemann
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 00:38
von Schnabelwesen
Hallo @likeme, gute Pflege ist bestimmt nützlich, aber nicht unbedingt eine Garantie.
Ich habe einen Trinity Jupiter von 2015 umgebaut - aber nicht die Zellen, die waren noch gut. Ein Kunde pendelt mit einem Uranus von 2016 - Controller neu, aber Akku noch gut. Ich habe einen Uranus 2015 - der Akku ist zumindest nicht schlecht.
Andererseits habe ich schon neue Akkus für etliche Modelle aus 2019 gebaut: Trinity Uranus, Neptun, Venus und mehrere Explorer E-Cruzer. Die machen jetzt alle schlapp. Ähnlich ist es bei den DTR's und so weiter... Da wurden anscheinend eher minderwertige Zellen verbaut.
Große Akkus scheinen besser zu halten als kleine und Vielfahrer haben meistens mehr vom Akku als wenn die Dinger nur rumstehen.
Ein Zelltausch ist meistens möglich; unter bestimmten Umständen auch der Tausch des gesamten Akku-Innenlebens mit dem Einbau eines BT-BMS.
Neue E-Roller mit eingebauter Zellüberwachung haben vielleicht mehr Chancen, lange zu halten.
Schöne Grüße, Bertolt
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 08:04
von Evolution
Zum Zelltausch ist noch zu sagen, das Rundzellen und prismatische Zellen leichter auszutauschen sind als Pouchzellen. Pouchzellen werden aufgrund ihrer flexiblen, folienartigen Verpackung meist anders befestigt als starre Rund- oder prismatische Zellen. Die Befestigung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Verspannung, Klebung und formschlüssigen Rahmen innerhalb eines Batteriemoduls.
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 08:12
von STW
Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass die Roller vor 10 Jahren technisch eher "übersichtlich" waren. Heute gibt es ECUs und VCUs und LCUs und ein Bus-System zwischen diesen bis zum Akku ..., und mit Pech, wenn eine Komponente defekt ist, ist der Roller hin, und nach 10 Jahren noch Ersatzteile bekommen, auch bei NIU, kann schwierig werden. Und sei es nur ein Lenkkopflager.
Wenn es also etwas Langlebiges sein soll, dann bleibt nur der Gebrauchtkauf eines alten Modells, NIU scheidet selbst beim N-GT (erster NIU mit mehr als 45km/h) aufgrund der Elektronik aus.
Bevor Du Dich auf Verbrenner stürzt: frag den Händler nach der Anzahl der Steuergeräte. Da wird es auch immer schlimmer mit dem vermehrten Einsatz von Kästchen mit Kabeln dran.
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 09:14
von Schnabelwesen
STW hat geschrieben: Mi 18. Mär 2026, 08:12
Wenn es also etwas Langlebiges sein soll, dann bleibt nur der Gebrauchtkauf eines alten Modells
Du sprichst mir aus dem Herzen. Das ist genau der Grund, warum ich mich mit älteren Modellen beschäftige. Auch Ersatzteile sind da meistens zu bekommen, weil es teilweise auch zahlreiche Verbrennermodelle gab. Ich habe mehrere interessante überholte oder komplett umgebaute Roller mit einfacher Technik. Wegen der höheren Akukapazität und bester Pflege und Wartung sind die besser als neu - aber ob ich davon einen verkaufen kann, ohne regelrecht Verlust zu machen, ist fraglich. Der Wert wird in der Regel verkannt.
Schöne Grüße, Bertolt
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 09:24
von dominik
STW hat geschrieben: Mi 18. Mär 2026, 08:12
Wenn es also etwas Langlebiges sein soll, dann bleibt nur der Gebrauchtkauf eines alten Modells,
Das Thema Konnektivität und auch die Bus-Systeme zwischen Akku, Controller und VCU legen so manches moderne Gefährt frühzeitig lahm.
Zum Glück gibt es das alles bei meinem betagten Roller nicht, so kann ich einbauen, was mir gerade "günstig" über den weg läuft oder zu was ich gerade Bock habe.
Rost ist allerdings immer ein Thema, wenn Chinesen im Winter bewegt werden.
Letzten Sommer "neue" Stoßdämpfer eingebaut, weil an den alten der Chrom komplett ab war und obwohl wir keinen nennensweten Schnee hatten, rostet es schon wieder überall.

Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 09:26
von error
STW hat geschrieben: Mi 18. Mär 2026, 08:12
Wenn es also etwas Langlebiges sein soll, dann bleibt nur der Gebrauchtkauf eines alten Modells,
Ich würde noch einen Schritt weiter gehen: Wenn es also etwas Langlebiges sein soll, dann bleibt nur der Gebrauchtkauf eines
defekten alten Modells.
Letztendlich hat wohl jeder Roller mindestens irgendeinen "Failure by Design". "Schwachpunkt" klingt vielleicht schöner.
Also könnte Mensch sich fragen warum Mensch nicht wartet bis so ein Designfehler auftritt, das defekte Fahrzeug kauft, und mit dem gesparten Geld etwas näher an die eigenen Idealvorstellungen von "haltbar" kommt?
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 14:24
von Gausi
Ich weiß zwar nicht wie Ihr "richtig alt" definiert. Mein damaligen Solarscooter SC-25 würde ich keinem empfehlen ... das war richtiger "Chinamurks" .... Ich habe z.Z noch einen alten Emco Novum .....der ist dauerhaft freiwillig zugelassen und wurde von mir auf Lithium umgerüstet. Außer Akku+BMS war die teuerste Reparatur das LKL ( LenkKopfLager ) mit knapp 80€ für die Hardware. Als ich den Roller vor 2 Jahren meinem Kumpel abgekauft hatte wurde zuvor noch ein 48V/3000W Universalcontroller eingebaut. Mag auch lieber wenn elektronische Hardware sich nicht gegenseitig "verdongeln".
mfg
Gausi
Re: Hat hier jemand einen richtig alten E-Roller
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 15:51
von STW
Der SC-25 war aber nicht das untere Ende einer imaginären Qualitätsskala.

Wenn Motor, Controller, DC-Konverter, Akkus modernisiert wären, dann wäre der auch ganz ordentlich.
Einzig der Ovinem Sprinter 60 und baugleich sind mir dauerhaft negativ in Erinnerung - elektrisch waren die ok, wenngleich die Thundersky-Zellen ohne jegliches BMS kamen, aber im Forum und Bekanntenkreis gab es mindestens 3 Fälle von Rahmenbrüchen, ungefähr am hinteren Ende des Trittbrettes. Den würde ich nur aufbauen, wenn jemand vorher Verstärkungen in den Rahmen schweißt (ja, ich weiß, ist so nicht unbedingt erlaubt ...).
Defektkauf ist sicherlich die günstigste Lösung, wenn man die Karre dann selbst aufbaut, und wie Schnabelwesen schon andeutet: die eigene Arbeitszeit darf man nicht einrechnen.
Nun ging es in der Anfrage dummerweise um 125er, und wohl eher Neukauf. Die 6 Jahre bis zum Wertstoffhof würde ich im Zweifelsfall auch so kalkulieren und mich freuen, wenn er dann doch länger hält. Voraussetzung: ein Markenroller wie von NIU und Horwin oder ein Hersteller, der hoffentlich noch in 10 Jahren besteht. Trotzdem: wenn irgendwann eine teure Reparatur ansteht denkt man schon arg darüber nach, ob sich das noch lohnt. Wenn der Roller neu 6T€ kostet, nach 2 Jahren für bestenfalls 3K€ auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt wird, und nach 5 Jahren würde wahlweise Akku oder Motor die Grätsche machen, dann wird man nicht mehr 4-stellige Reparaturen zahlen wollen. Denn nach der Reparatur ist vor der Reparatur.
Beim Benziner kalkuliert sich das alles leichter - wobei ich mir sicherlich keine neue Vespa kaufen würde.
Letztendlich würde ich rechnen: 6 Jahre E-Roller gegen 6 Jahre Benziner, Spritkosten, Inspektionskosten, ..., und außer der Reihe den Fahrspaß. Als Vielfahrer rentiert sich Elektro, für einen Schönwetterfahrer wird der Elektrische zu teuer.