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Elektro-UTV für die Landwirtschaft — lohnt sich der Umstieg vom Diesel-Quad?

Verfasst: Do 16. Apr 2026, 18:45
von zahid_power_motors
Servus miteinander!

Kurze Vorstellung: Wir sind ein Powersports-Händler aus Lviv in der Westukraine und verkaufen seit Jahren BRP Can-Am, CFMOTO und KTM. In letzter Zeit kommen bei uns immer häufiger Kunden aus der Landwirtschaft und fragen nach elektrischen Alternativen zu ihren Diesel-Quads und UTVs.

Die aktuelle Situation bei uns:

Unsere meistverkauften Arbeitsfahrzeuge sind der Can-Am Outlander und der CFMOTO UFORCE 1000. Beide laufen mit Verbrenner und werden vor allem eingesetzt für:
- Viehwirtschaft (Weidekontrolle, Futtermittel-Transport)
- Forstwirtschaft (Holztransport, Waldwege)
- Weinbau und Obstplantagen (enge Reihen, leichter Zugang)

Warum Elektro interessant wäre:

Einige unserer Kunden haben Solaranlagen auf dem Hof und könnten ihre E-Quads quasi kostenlos laden. Außerdem:
  • Kein Lärm — wichtig für Arbeiten in der Nähe von Tieren und Wohngebieten
  • Weniger Wartungsaufwand — kein Ölwechsel, kein Kraftstofffilter, weniger bewegliche Teile
  • Sofortiges Drehmoment — gerade im schweren Gelände ein Riesenvorteil
  • Keine Abgase in geschlossenen Räumen (Ställe, Scheunen)
Aber die Probleme sind auch klar:
  • Reichweite — ein Landwirt fährt manchmal 50–80 km am Tag über unebenes Gelände
  • Ladeinfrastruktur — nicht jeder Hof hat Starkstrom
  • Zugkraft bei schweren Lasten über längere Strecken
  • Preis — E-Quads kosten noch deutlich mehr als vergleichbare Verbrenner
Meine Fragen an euch:

1. Kennt jemand brauchbare Elektro-UTVs mit mindestens 50 km Reichweite im Gelände?
2. Gibt es in der DACH-Region schon Landwirte, die komplett auf E-Quads umgestiegen sind?
3. Wie sieht es mit der Lebensdauer der Akkus aus, wenn das Fahrzeug bei -15°C im Winter draußen steht?

Würde mich über eure Erfahrungen freuen — wir überlegen nämlich, ob wir eine E-Quad-Marke ins Sortiment aufnehmen sollen.

Beste Grüße aus Lviv!

Re: Elektro-UTV für die Landwirtschaft — lohnt sich der Umstieg vom Diesel-Quad?

Verfasst: Do 16. Apr 2026, 20:34
von rainer*
zu Nr. 3:
Kaltes lagern ist kein Problem, aber bei dieser Fahrzeugklasse werden die Akkus nicht geheizt oder gekühlt. Daher kommt ein Leistungsverlust im Winter (20% weniger Reichweite, bei -20° eher noch mehr). Und am schlimmsten - die Akkus können nicht geladen werden, wenn sie kalt sind. Daher braucht das Fahrzeug zwingend im Winter vor dem Aufladen einen warmen Raum. Der Strom aus Solar müsste "zwischengelagert" werden, also ein Akku an der Solaranlage, was ähnlich groß ist, wie das des Fahrzeugs, damit es nachts geladen werden kann. Im Winter ist nicht nur die Wärme knapp, sondern auch der Strom aus Solar (flacher stehende Sonne und zusätzlich noch kürzere Tage).

Ich denke von Frühjahr bis Herbst ist eine Elektroquad eine sinnvolle Alternative, im Winter wird es schwierig. Hier müsste der Verbrenner als Backup vorgehalten werden, was die Sache nochmals verteuert.

Welche Quads es gibt? Ich kenne nur aus dem Internet die Quads von SPY Racing, die haben gute Daten, sind aber auch nicht billig, sollten mit 8,7kWh aber eine brauchbare Reichweite haben. Sind möglicherweise aber eher Spaßgerät als für die Arbeit gedacht.
Ansonsten ist mir noch Hecht bekannt: https://hecht-garten.de/e-mobilitaet/quads/akku-quads/ Das ist aber Chinaware und wird noch mit Bleiakku angeboten. Wirklich viel Auswahl - außer bei Kinderqauds - scheint es nicht zu geben.