Ok, dann fange ich mal mit meinen Überlegungen an. Sorry, das wird länger.
Meine Rahmenbedingungen sind: Außer dem Tinbot-Händler ist kein Händler wirklich nah. Hier im Ort gibt es aber jemanden mit einer "Feierabendwerkstatt" für Autos, der auch Zweiräder macht. Er hat mir auch an meinem alten 45er Futura Classico die Reifen und die Bremsflüssigkeit gewechselt und die Bremsen nachgeschaut. Einfache elektrische Probleme kann ich auch selbst lösen (das Forum bietet da ja reichlich Unterstützung) und wenn gar nichts hilft kann ich einen Roller auch auf den Hänger laden und mit dem Auto zu einer Werkstatt fahren.
Daraus ziehe ich jetzt mal den Schluss: Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist für mich wichtiger als eine Werkstatt in der Nähe.
Prinzipiell gibt es ja 3 Möglichkeiten: nochmal den gleichen Roller (Tinbot F8) kaufen. Oder aber den Roller nach unten oder nach oben ergänzen (also einen Roller kaufen, der weniger oder mehr kann).
Wenn ich den gleichen Roller nochmal kaufe, dann weiß ich genau, was ich bekomme und was nicht. Ich brauche auch nur einen Akku mitzukaufen, weil ich ja 2 komplett intakte Akkus habe und einen davon in dem neuen Roller verwenden kann. Allerdings kaufe ich auch das Ersatzteilproblem wieder mit. Und irgendwie tue ich mich schwer mit dem Gedanken, den Hersteller für die schlechte Ersatzteilversorgung auch noch mit einem weiteren Rollerkauf zu belohnen.
Der Kostenpunkt für den Roller mit einem Akku liegt bei ca 4.000 Euro neu. Gebraucht habe ich aktuell keinen gesehen.
Wenn ich den Roller nach unten hin ergänze, dann würde ich einen Roller kaufen, der genau das kann, was ich täglich brauche und nicht mehr.
Mein Arbeitsweg beträgt 2x25km und ich kann auf der Arbeit nicht laden. MIt Einkaufen werden daraus typischerweise einmal pro Woche 60km und einmal pro Woche 70km Tagesstrecke. Mein Verbrauch liegt bei gemütlichem Wochenendbummeln bei etwa 40 bis 44 Wh/km, bei Fahrt mit maximalem Spaß bei etwa 50 bis 52 Wh/km und unter Zeitdruck geht er hoch bis 60Wh/km. Wenn ich 50Wh/km veranschlage und die 70km Tagesstrecke nehme, dann verbrauche ich 3,5kWh Kapazität. Da ich den Akku nicht bis 0, sondern bis maximal etwa 20% entladen will, brauche ich also 4,5kWh Akkukapazität. Im Notfall täten es auch 4kWh, dann muss ich die 70km-Runde halt langsamer fahren. Als Höchstgeschwindigkeit hätte ich gerne 65 bis 70km/h - das entspricht meinem Fahrstil auf den wenig befahrenen Sträßchen hier. Und natürlich sollte so ein Roller billiger als die erste Möglichkeit sein, sonst macht er keinen Sinn. Folgendes habe ich mir angeschaut:
- In Bezug auf eine gute Verfügbarkeit von Ersatzteilen kam mir als erstes Futura in den Sinn. Dort gibt es zu jedem Roller Bilder mit allen Teilen, jedes Teil hat eine Nummer und alles ist bestellbar. Als ich es bei meinem Classico mal brauchte, kam das Teil auch prompt. Für mich im Prinzip ideal - nur habe ich dort keinen Roller mit mindestens 4 kWh Akkukapazität gesehen.
- Dann gibt es natürlich die günstigen Inoas. Der Sli6max und der Sli10max haben ausreichend Kapazität. Nur ist der Sli6max gerade nicht lieferbar. Der Sli10max kostet 3300 Euro und ist lieferbar.
- Natürlich schaue ich auch bei Niu: Der Niu NQIx 300 hat immerhin 4kWh Kapazität und kostet 3600 Euro.
Insgesamt ist mein Eindruck der, dass ich bei einer Ergänzung nach unten nicht viel spare - maximal etwa 700 Euro. Macht das dann Sinn für mich? Darauf muss ich noch eine Antwort finden.
Schließlich bliebe noch ein ergänzen nach oben hin. Gibt es etwas, was mein Tinbot nicht kann, und was ich gerne hätte? Ja, eineinhalb Dinge:
Ich würde gerne mit dem Roller zu meiner Partnerin fahren können. Das sind etwa 180km Strecke, wobei ich da gemütlich unterwegs wäre.
Und ich würde gerne meine Partnerin auf dem Roller mitnehmen können (sie hat letzten Herbst Spaß daran gefunden). Das kann der Tinbot nur, wenn ich einen Akku daheimlasse, weil sonst das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird.
In diesem Bereich habe ich zwei Roller gefunden, die das können und sich auch preislich nicht viel geben - sie liegen grob gesagt zwischen 8.000 und 10.000 Euro:
- Der Jupiter GT 300 (also mit der großen Batterie). Mit Sicherheit ein tolles Fahrzeug. Und nach einem guten Jahr mit dem Tinbot würde ich mir so einen Roller jetzt auch zutrauen (wer sich erinnert, als B196-Neuling war mir das damals zuviel Roller und zuviel Leistung). Allerdings im Prinzip immer noch ein China-Fahrzeug. Da muss ich mir mal den Faden nochmal durchlesen, den jemand schrieb, der sich den Jupiter zum ganzjährigen täglichen Pendeln gekauft hatte.
- Der Vectrix VX-1 mit einer großen Batterie. Gebraucht kostet er ähnlich viel wie ein neuer Jupiter. Die Roller sind mindestens etwa 10 Jahre alt und so wie ich es verstehe mit ihrem CAN-Bus sehr geschlossene Systeme. Wie es mit der Ersatzteilversorgung aussieht weiß ich noch nicht. Die Qualität soll aber an sich sehr gut sein. Immerhin gibt es in Fürth und damit in erreichbarer Entfernung eine Firma, die diese Roller repariert. Auch die Zuladung habe ich so auf die schnelle nicht gefunden - 180kg würden meine Partnerin und ich brauchen.
In der Vergangenheit bin ich mit einem älteren Fahrzeug mit einem in sich geschlossenen System mal sehr auf die Nase gefallen: Ich hatte mir vor meinen Rollern ein Twike gekauft, das nach 3 Jahren trotz zahlreicher teurer Reparaturen nicht mehr zu erhalten war und mich mehr als 1 Euro/km an Reparaturen und Wertverlust gekostet hatte. Daher bin ich hier etwas vorsichtig.
Hier wird es also richtig teuer. Da muss ich mir noch überlegen, ob sich das lohnt. Verlockend ist es sber schon, den Aktionsradius nochmal deutlich zu erweitern.
So, das wars erstmal. Wie ihr seht, stehe ich noch ganz am Anfang mit meinen Überlegungen.
Viele Grüße
Rolf