Hallo,
der Bremse vorn ist ja auch beim FALCON 3400 mit dem üblichen chinesischen Schwimmsattel ausgerüstet.
Da besteht häufig das Problem, dass nach dem Lösen der Bremse die "Schwimmbewegung" des Sattels nicht in der Position endet,
in der die beiden Bremsbeläge exakt dei gleiche "Abstands-Luft" zur Bremsscheibe bekommen, also die Bremsscheibe genau in der Mitte zwischen ben beiden Belägen hindurchrotieren kann. Die Bremsscheibe ist ja fest am Rad und kann sich nicht Bewegen. Gibt die Hand die Bremse frei fließt Bremsflüssigkeit aus dem Bremszylinder zurück nach oben und der Bremskolben zieht sich etwas in den Bremssattel zurück. Das schafft aber zunächst nur freien Abstand bei dem Bremsbelag, auf den der Kolben vorher gedrückt hat. Aber die Druckkraft ist dann weg und der Schwimmsattel hat nun die Freiheit sich etwas auf den Gleitbolzen (quer) zu bewegen und damit auch dem 2. Bremsbelag auf der anderen Seite eine Bewegung weg von der Scheibe zu erlauben.
Dazu muss aber gutes Gleiten auf den Gletbolzen möglich sein. Oft wird das aber durch Schmutzablagerungen verhindert. Auch fehlendes Schmierfett im gekapselten Bereich um den Gleitbolzen kann die Bewegung verhindern. Zu guter letzt können auch die Gummibälge auf den Gleitbolzen (die nur verhindern sollen das Fett austritt) am Anschlag anliegen und ihrerseits Druckkraft in die falsche Richtung ausüben, dass der Schwimmsattel die optimale Position nicht findet.
Dem letzten Punkt kann man begegnen (und das machen die Chinesen bei den Rollern), indem man Passscheiben in die Verschraubung der Bremsankerplatte (zum Gabelrohr hin) einlegt, um die kräftefreie Ruheposition des Schimmsattels so auszugleichen, dass die Bremsscheibe genau mittig zwischen den Bremsbelägen steht (Mit Belagverschleiß kann sich das aber ändern).
Wenn also Passscheiben in der Verschraubung waren und nach dem Abschrauben des (kompletten) Bremssattels (zur Wartung)
lagen die plötzlich auf dem Werstatt-Boden, sollle man die Scheiben (gleich viele an jeder Schraube) besser wieder mit montieren.
Um sich das vorstellen zu können, hier die Grafik von GERD aus dem BMW-(Power-)Boxerforum, wo am Kardan/hinten der gleiche Bremstyp ist:

Was ich mit Gleitbolzen bezeichnet habe, ist hier Führung genannt (dick Lila).
Das sollte nicht verwechselt werden mit den Haltestiften (dünn lila) die die Bremsbeläge gegen Herausfallen sichern.
Auf die Haltestifte kommt i. d. R. Hochtemperatur-Keramik-Paste (wie auf die Rückseiten der Bremsbeläge) damit die extrem heiß werdenden Teile nicht festbacken und auch Quietschen der Bremse verhindert wird. Natürlich
kein (!) Fett dort im Heißbereich der Bremse.
Bei der Führung / den Gleitbolzen ist das aber anders. Mit der Abdichtung durch Gummibälge (nicht in der Grafik) kann die Gleitzone (innen) doch gefettet werden (aber nicht zu viel). Hat da aber stattdessen Jemand fälschlich anti-Quietsch-Paste oder Kupferpaste aufgetragen, passiert das Gleiten nicht so, wie es soll und einer der Beläge kann dann an der Scheibe schleifen.
Es bleibt dann beim letzten Bild 4 "Druck (gerade eben) gelöst" aber der Zustand in Bild 1 "frei", oder besser gesagt:" der Schwimmsattel hat sich frei geschwommen" wird nicht wieder erreicht.
Viele Grüße
Didi