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Isolation-Failure bei der SE

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 11:48
von STW
Da es hier gerade langweilig wird, habe ich einen Blick in die RGNT-Fratzenbuchgruppe geworfen (ich bin dort nur Leser mangels Account), und recht frisch wird dort das Thema Isolation-Failure diskutiert, sowie weitere Fehler (z.B. Blinker gehen nicht ...). Manche Konstruktionsfehler poppen jetzt also hoch, und mangels Werkstätten in der Nähe, oder mangelnder Kooperation, oder weil das ein wirtschaftlich nicht kalkulierbares Risiko für Werkstätten ist, sind viele Besitzer nun auf sich selbst gestellt.

J. Astrom macht für den Isolation-Failure den rechten tiefen Stecker am Akkukasten verantwortlich. Zitat: ins Dev-Menü gehen, von N auf D schalten und das wird dann die Geschichte erzählen. Das kann ich nachvollziehen, denn nach meiner Erinnerung kommt ein HV-Kabel dort heraus und wird von der VCU geschaltet, der Isolation-Value ändert sich also möglicherweise erheblich, wenn es im Stecker feucht ist.
Auch hat der TE dort grünliches Wasser im Stecker festgestellt - es korrodiert dort also gerne vor sich hin.

Eine Lösung für das Blinkerproblem wurde dort nicht gefunden, nun hat auch niemand den Warnblinker ausprobiert, aber, um es kurz zu machen: bei Auffälligkeiten bei den 12V-Lichtkomponenten und anderen Dingen ist der innere der beiden Rundstecker zuständig, der m.E. ebenso gerne absäuft. Das kann auch in Nichtfunktionieren des Bremslichtes ausarten, das habe ich ich auch schon gehabt.

Lösung der Problematik (tw. schon in anderen Threads geschildert):
Beide Stecker sind zu reinigen. Also beide lösen, und vorsichtshalber unter der Sitzbank die 12V-Batterie abklemmen. Und unter "Reinigen" verstehe ich tatsächlich in Isopropylalkohol die Stecker ersäufen, vollständig bis zum Kabel hin, mit einem Borstenpinsel reinigen, bis alles wieder schön blank ist.
Beide Stecker sind nicht vollständig beschaltet, es gibt "Löcher" zwischen den Pins. Hier heißt es dann: Stecker aus dem Alkohol nehmen, einmal "abschütteln" (die meisten Leser verstehen, wie das gemeint ist), dann so befestigen, dass die Pins nach oben zeigen, und von oben den Alkohol reinlaufen lassen. Wenn man dann feststellt, dass die Brühe unten rausläuft, oder die Gewebeumantelung feucht wird, dann ist klar, wie vorher das Wasser in die Stecker gekommen ist. Hier also kräftig durchspülen, Dreck und Korrosion sollen nach Möglichkeit auch von der verborgenen Seite, wo die Kabel auf die PINs treffen, ausgespült werden.
In der Zwischenzeit nimmt man sich den Borstenpinsel und reinigt mit dem Alkohol die Buchsen.

Das Problem, was wir dort insgesamt haben: Feuchtigkeit dringt ein. Es gibt einen Materialmix (Kupfer, Messing, ...), und in Kombination mit Wasser, Dreck, und vielleicht noch Straßensalz, ist Korrosion vorhersehbar, zumal am inneren Stecker auch noch zwei 12V-Leitungen von der Starterbatterie kommen, die ständig unter Spannung stehen. Strom und Dreckwasser zusammen mit verschiedenen Metallen sind halt eine ungünstige Kombination.
Die Brühe wandert zwischen Gewebeband und Gummitülle ein. Gewebeband an und für sich ist schon hinsichtlich des Kapillareffekts suboptimal, und die Dichtheit der Tülle ist nicht gegeben / läßt nach.
Lösung: wenn der Alkohol richtig gut rausgedunstet ist und ein Testzusammenbau ergibt, dass jetzt alles normal wirkt, geht es an die Prävention. Denn das Problem wird garantiert sonst recht zügig wiederkommen.
1. Ordentlich Wet-Protect in Stecker und Buchse
2. Die Dichtungen zwischen Stecker und Buchse mit Silikonfett einsauen
3. Nochmals Wet-Protect nachsprühen
4. Aus der Sanitärabteilung im Baumarkt selbstverschweißendes Kunststoffband organsieren. Damit wird, angefangen über der Gummitülle, das Gewebeband straff umwickelt, möglichst bis zum Tank hoch oder noch weiter. Das wirkt hinterher, wenn sich das Band verschweißt hat, wie ein Kunststoffüberzug
5. Nochmal eine Runde Wet-Protect
6. Rundstecker wieder aufsetzen, den Drehring richtig fest drehen, dass ist Grundvoraussetzung dafür, dass dort keine Feuchtigkeit durchkommt

Nach ein paar Tagen Stecker nochmals kontrollieren, ob die richtig fest sitzen oder Drehring locker nach links zum Öffnen bewegt werden kann - dann nochmals ordentlich festziehen. Das sollte mit den Fingern gehen, wer eine Zange nimmt bitte gewaltfrei arbeiten - das ist Kunststoff!
Nach ein paar Wochen / Monaten / einer heftigen Regenfahrt oder Wäsche nochmals beide Stecker kontrollieren, ob die trocken sind - und wieder Wet-Protect rein. Und einmal im Jahr einen Kontrollblick in die Stecker.

Wenn der Isolation-Wert immer noch heftig schwankt:
- Stecker nochmals ausspülen. Möglicherweise kann man deren Rückseite freilegen, habe ich aber noch nicht gemacht
- die Gegenstelle des rechten Rundstecker ist überwiegend der Controller. Möglicherweise bietet sich auch dort eine Steckerreinigung und Wet-Protect an, wenn es gar keine andere Erklärung gibt
- mit Pech ist aber auch die Buchsenseite im Inneren des Akkukastens angefressen. Für eine Reinigung muss der rechte Akkudeckel entfernt werden, aber hinterher auch mit dem richtigen Dichtmittel wieder wasserdicht verschlossen werden. Da sollte man m.E. also nur ran, wenn man keine andere Möglichkeit mehr sieht

An dieser Stelle noch ein Hinweis, warum ggf. Werkstätten diese Probleme nicht reparieren wollen:
Eine fachgerechte Reparatur wäre der Wechsel diverser Kabelbaumkomponenten innerhalb und außerhalb des Akkukastens gegen Neuteile - die aber wiederum die gleichen konstruktiven Mängel haben, und dann muss auf das ganze Gewährleistung gegeben werden. Den Kabelbaumsatz würde ich, sofern verfügbar, auf drei- bis vierstellig schätzen, dazu dann einige Stunden Arbeitszeit, neues Dichtmittel für den Akku (kostet knapp 30€ die Tube), und so ca. 1500€ später kann man dann nur hoffen, dass nicht doch der Controller und/oder die VCU die Fehlerursache waren.
Die von mir geschilderte Methode ist ebenfalls mit ein paar Stunden Zeitaufwand verbunden, die dauerhafte Haltbarkeit nicht gewährleistbar, und damit für Werkstätten nur eine begrenzte Option - als Prävention im Rahmen anderer Reparaturen ließe sich aber das Kunststoffband verbauen.

Re: Isolation-Failure bei der SE

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 14:15
von error
STW hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:48 Da es hier gerade langweilig wird, habe ich einen Blick in die RGNT-Fratzenbuchgruppe geworfen (ich bin dort nur Leser mangels Account), und recht frisch wird dort das Thema Isolation-Failure diskutiert, sowie weitere Fehler (z.B. Blinker gehen nicht ...). Manche Konstruktionsfehler poppen jetzt also hoch, und mangels Werkstätten in der Nähe, oder mangelnder Kooperation, oder weil das ein wirtschaftlich nicht kalkulierbares Risiko für Werkstätten ist, sind viele Besitzer nun auf sich selbst gestellt.
Meine SE zeigt inzwischen 21.000, Tendenz offenbar langsam steigend. Allerdings ist es gerade draußen trocken .
STW hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:48 J. Astrom macht für den Isolation-Failure den rechten tiefen Stecker am Akkukasten verantwortlich.
Ich mache dafür einfach nur J. Astrom verantwortlich. ;)

Re: Isolation-Failure bei der SE

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 14:24
von STW
error hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 14:15 ...
STW hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:48 J. Astrom macht für den Isolation-Failure den rechten tiefen Stecker am Akkukasten verantwortlich.
Ich mache dafür einfach nur J. Astrom verantwortlich. ;)
:D
Ja, kann man gut machen. Das ist in mehrfacher Hinsicht ein konstruktiver Fehler: der Ort der Stecker ist denkbar ungünstig, mit etwas Feingefühl hätte man die auch aus dem Spritzbereich herausnehmen können, z.B. weit nach oben versetzen. Mindestens ein Spritzschutz davor. Und der Spalt zwischen Gewebeband und Gummitülle ist fahrlässig. Hinzu kommt, dass man die Stecker möglicherweise nicht fest genug angezogen bekommt, ohne es zu merken. Nicht ohne Grund ist bei den neuen RGNT die VCU außerhalb des Akkukastens.

BMW macht bei sowas eine Rückrufaktion (mit begleitendem Ärger, wie man gerade lesen kann). Seien wir mal froh, dass es bei unseren Maschinen nicht dazu kommt - aufgrund der RGNT-Mehrfachpleiten würde es weder Kostenübernahme durch den Hersteller, technische Anweisungen, noch ausführende Werkstätten geben.