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Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 11:08
von ondrejandrej
Hallo,

ich bin hier neu und noch kein Elektroroller-Besitzer, aber bin schon zur Probefahrt verabredet.

Ich habe jetzt einen nüchternen Vergleich eines Verbrenner-rollers 50ccm mit dem Unu Classic recherchiert, und das auch mit KI besprochen.

Grundsätzlich würde ich viel lieber einen Elektro-roller kaufen, weil ich da als erfahrener Elektro-Bastler viel mehr selber reparieren kann, als beim Verbrenner.
Was mich aber stört, sind die Betriebskosten. Erstaunlicherweise sind sie beim Unu nicht kleiner. Schon der Akku kostet 5,33 €/100 km, wenn man von aktuellem Preis 800 € und Lebensdauer 15 000 km ausgeht.

Allein das ist schon circa so viel, wie Benzin beim Verbrenner. Dazu kommen noch die Stromkosten. Auch die Ersatzteile sind bei Unu nicht billig und laut Youtube-Erfahrungsberichten halten sie nicht so lang (Stoßdämpfer usw).

Als Lösung der Akku-Kosten ist mir eingefallen, einen Akku mit LFP-Chemie zu benutzen. Der Unu Classic soll wesentlich Bastlerfreundlicher als die neuen Modelle sein. LFP hat zwar geringere Energiedichte, aber der Roller hat ja Platz für zwei Akkus. Ein größerer selbstgebauter LFP-Akku sollte ja passen. Die Akkukosten sind dann im schlimmsten Fall 1 €/100 km.

Ich habe aber keine Beiträge oder Blogposts gefunden, wo jemand sowas gemacht hat. Woran liegt das?

Re: Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 11:26
von ondrejandrej
Korrektur: der Akku kostet eigentlich 910 €, weil für Versand Unu 110 € möchte. Daraus ergibt sich 6,06 €/100 km.

Re: Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 11:51
von Pfriemler
Du erhoffst Dir also vom LFP eine höhere km-Laufleistung der Batterie und dadurch geringere kilometerbezogene Kosten.
Wenn eine UNU-Batterie keine 15.000 km Laufleistung erreicht, dann liegt das aber nicht an der Degradation der Zellen. Das wären bei 50 km Reichweite ja gerade mal 300 Lade/Entladezyklen.
Tatsächlich wird das noch nie jemand gemacht haben, weil die UNUs kaum diese Laufleistungen erreichen, aus anderen Gründen. Außerdem ist es selten damit getan, ein paar LFP-Blöcke zusammenzudengeln und ein BMS dranzuschrauben. Wenn Du schon große Akkus gebaut hast, ok. Sonst ist das nochmal was anderes als Radios reparieren. Ich spreche da aus Erfahrung.
Hinsichtlich der Reparierbarkeit: Ein herstellerspezifisches BMS bringt Dich schnell an Deine Grenzen.
Schau hier mal in die Liste: viewtopic.php?p=439035#p439035
Die wenigsten sind dort mit LFP unterwegs. UNUs findest Du nur bei 12.000 (gut, die Liste ist bei weitem nicht vollständig). Der Spitzenreiter ist noch mit dem ersten Akku unterwegs - zugegeben ein großer, was die Zahl der Ladezyklen auf die km verringert.

Re: Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 12:37
von ondrejandrej
In deiner Liste sind doch ganz viele mit LFP unterwegs.

Woran liegt die Lebensdauer 15 000 km, wenn nicht Degradation? Ich weiß ja nicht, ob nach dieser Laufleistung der Akku noch gut ist, nur der Roller kaputt. Hast du eine Statistik nur für den Akku selbst?

Die Laufleistung muss ja nicht durch Degradation mit Ladezyklen begrenzt sein, sonder auch durch Kalender-Alterung. Dabei hilft ja der Umstieg auf LFP auch.

Wenn der Roller früher als Akku kaputtgeht, ist es nicht tragisch – auf Kleinanzeigen sind viele Unu Classic für ~300 € ohne Akku.

Re: Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 13:21
von Peter51
Schaust du hier im Forum. Dieter F. hat sich zwei 20AH Akkus aus 20Ah LFP Zellen gebaut. Oder du kaufst einen geeigneten LFP Akku auf AliExpress.

Re: Unu Classic mit LFP-Zellen

Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 16:14
von dominik
Die früheren LFP Roller hatten kein vernünftiges BMS.

Meiner hat in 7 Jahren 21tkm bei ganzjährigem Fahren geschafft ohne Balancierung und nur mit Überspannungsabschaltung bei 3,85V/Zelle. 60V 40Ah LFP.

Wenn da ein gescheites BMS verbaut gewesen wäre, hätte der deutlich länger gehalten.
Ich hab erst im laufe des dritten Jahres nachgeschaut ob das als BMS beworbene auch macht was es soll, leider nein, es war eine reine Über- und Unterspannungsabschaltung, Balancerwiederstände waren in den Daisy-Chain Modulen nicht vorhanden und zwei der Module waren gar nicht angeschlossen.

Ich hab dann erst von Hand balanciert und zu spät dann 1,5A Balancer nachgerüstet, da war der Akku aber schon geschädigt.
Trotzdem hat er über 500Zyklen überstanden bevor dann einer der 40Ah LFP Blöcke verreckt ist.