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BMS für 36s (NMC) oder 42s (LFP) gesucht

Verfasst: Di 22. Sep 2026, 13:40
von most
Moin zusammen,

für einen Vectrix VX-1 "im Zulauf" plane ich in den nächsten Monaten den Umbau von NiMH auf Lithium. Ob es am Ende NMC/NCA oder LiFePO4 wird, ist noch nicht entschieden.

Der Roller läuft aktuell mit einem NiMH-Akku mit 122 V Nennspannung. Nach allem, was ich bisher gelesen habe, scheint die Spannungslage mit den folgenden Konfigurationen grundsätzlich zu passen:

42s LiFePO4 → ca. 134 V Nennspannung
36s NMC/NCA → ca. 131 V Nennspannung

In diversen Berichten zum VX-1 habe ich von Stromspitzen bis etwa 200 A beim Beschleunigen gelesen.

Nun suche ich ein passendes BMS für diese Spannungs- und Strombereiche. Genau dort scheine ich an Grenzen zu stoßen: Für 36s bzw. 42s findet man dramatisch viel weniger Auswahl als im typischen 16s-24s-Bereich.

Bisher bin ich auf folgende Optionen gestoßen:

JBD (Jiabaida) HV-BMS, 36s, 100-300 A
ANT BMS Master/Slave, 36s, 150-450 A
ENNOID XLITE (erscheint mir für mein Vorhaben eher überdimensioniert)
Daly HV-BMS, wobei ich hierzu nur einen Erfahrungsbericht von Schnabelwesen aus seinem VX-1 Projekt gefunden habe

Mein Ziel wäre eine Lösung im Bereich von etwa 150 bis 250 Euro. Falls das bei diesen Anforderungen unrealistisch ist, sagt es bitte auch offen.

Wer von Euch betreibt ein Fahrzeug mit 36s NMC/NCA oder 42s LiFePO4 und kann konkrete BMS-Empfehlungen oder Erfahrungen teilen?

Besonders interessieren mich:

Welche BMS-Hersteller sich langfristig bewährt haben
Ob die angegebenen 200 A tatsächlich kontinuierlich durch das BMS laufen müssen oder nur kurzzeitige Peaks sind
Welche Balancerleistung sinnvoll ist
Bezugsquellen (idealerweise innerhalb Europas)

Grüße aus Hannover
Matthias

Re: BMS für 36s (NMC) oder 42s (LFP) gesucht

Verfasst: Di 22. Sep 2026, 21:49
von didithekid
Hallo Matthias,

offenbar geht Deine Experementierfreude nun doch etwas weiter in Richtung Akku.
Du stösst da in Bereiche mit "dünner Luft" vor, wo noch nicht viele von uns waren. Ich kann zwar etwas zum ANT-BMS schreiben, allerdings habe ich nur Erfahrung mit der Version bis 24s (quasi von der Seilbahn-Mittelstation und nicht vom höchsten Gipfel).

Wenn ich das Master/Slave-Konzept beim ANT-BMS richtig verstanden habe, dann wird ein normales BMS (wie ich es in Verwendung habe) mit einem zusätzlichen Slave-Block gekoppelt, der eine weitere Steigerung der Zellenzahl zulässt.
Der Master-Teil hat weiterhin die alleine die Hoheit über den Stromfluss aus dem Minus-Pol des Akkus, also:
- Messen der Ampere-Zahl
- Begrenzen der Ampere-Zahl (z. B. für Pre-Charge der Controller-Kondensatoren)
- Sperren des Akkus (battery cut off).
Zusätzlich verwaltet er einen Teil der Zellen und der Balancer-Widerstände.

Auch beim meiner Ausführung 7-24s sind schon zwei Multiplatinenstecker dran für den unteren Teil der Zellen und einen oberen Teil. Mit dem Slave-Block werden dann noch mal zwei dazu kommen.
Diese Stecker mit den Zellen-Abgriff-Leitungen B0, B1,B2.....BN-1, BN, Battery +, waren bei mir die Schwachstelle für kontaktprobleme, wurden inszwischen aber auf eine verbesserte Form abgeändert. Bei mir hatte ich hin und wieder Kontaktprobleme mit BMS-Cut-Off nach Schlaglöchern, konnte (ggf. nach Wackeln am Kabel und) mit Neustart aber stets weiterfahren. Ich hatte mir immer vorgenommen mit Heißkleber die Kabel zu fixieren, wenn ich mal dazu komme.
Abgesehen davon, hat das ANT-BMS aber ansonsten immer TOP funktioniert.
Ich habe mein erstes ANT-BMS (für 200 A) durch einen Controller-Programmierfehler auch einige Minuten mit bis zu 220A gestresst, ohne dass es dabei irrgend eine Überlastungsreaktion gezeigt hätte.
Die APP ist auch ganz passabel und man hat alle Einstellungen gut im Griff.
Etwas Wissen um den Akku-Typ sollte man bei der Programmierung aber haben.
Allerdings vermuten die ANDROID-Handys natürlich immer Schadsoftware, wenn man solche China-Apps installiert.

Das ANT-BMS kann auch ohne dass ein Ladegerät angeschlossen ist, die Zellen balancieren, wenn die Spannungslage hoch genug ist (einstellbar).
Man kann das auch manuell aktivieren. Der Balancing-Strom ist zwar gering und läuft über Lastwiderstände (Abkühlpausen). Da das jedoch eigenständig abläuft und sich auch mal eine gute Stunde Zeit nehmen kann, gelingt der Zellenabgleich auch nach einer längeren Winterpause recht gut. Zur Not eben durch eine erneute Aktivierung.
Ob andere BMS insgesamt besser sind, kann ich nicht beurteilen. Da bei mir mit dem ANT-BMS alles soweit funktioniert hat und die kleinen Schwächen tragbar waren, habe ich keine andere Firma mehr getestet und nun drei ANT-BMS im Fuhrpark.

PS: die Kühlbleche des ANT-BMS mit metallischer Verbindung zum Fahrzeugrahmen zu installieren, hat sich bei mir nicht bewährt.
Irgendwann hat man dann doch mal eine Zwei-Stellen-Kurzschluss-Situation mit Spannungspotential im Rahmen und muss die Elektronik neu kaufen.

Viele Grüße
Didi