Sprinter 60 - Akku und Reichweite - Balancernachrüstung
Verfasst: So 10. Jul 2011, 11:28
Weil es ja mal jeden treffen kann, sei es, dass man einen Sprinter 60 mit den 60Ah-Thunderskys hat, oder weil man gerade gebraucht einen angeboten bekommen hat, hier in jetzt in loser Fortsetzung über die voraussichtlich nächsten 2 Wochen ein kleiner "Reparaturbericht."
Ich bin gefragt worden, ob ich mir mal einen Sprinter 60 ansehen könnte, die Reichweite hätte von anfänglich über 120km (!) auf ca. 50-60km nachgelassen. Einzelne Zellen hätten nach dem Ladevorgang lediglich 2.8V gehabt (ohoh), aber mittels Modellbaulader wäre die in der Spannung wieder hochgekommen. Ein BMS bzw. Balancer sind nicht vorhanden.
Klar sehe ich mir den an, also wurde er gestern bei mir abgegeben. Alter 2 Jahre, Kilometerstand bei knapp 7500. Dabei handschriftliche Notizen über alle Ladevorgänge, die recht genau Beleg darüber geben, dass bislang ca. 200 Ladevorgänge erfolgt sind, häufig wurde erst geladen, wenn die Akkus leer waren, die ein oder andere Heimfahrt gelang nur noch im Schleichgang. Ganz grob: anfangs wurden Strecken bis ca. 90km zurückgelegt (Ausnahme siehe oben), zum Schluß pendelte sich die Reichweite auf ca. 50km ein.
Ansonsten hat der Roller noch die Erstausstattung, was die Elektrik angeht, also ist durchaus zuverlässig. Kaum Rostbefall (außer Schrauben), lediglich der Zustand der Verkleidungsteile überzeugt wenig. Stahlflexbremsleitungen und andere Details weisen darauf hin, dass hier schon die gehobene Chinaklasse vor mir steht.
Bestandsaufnahme:
Einige Plastikteile sind in nicht mehr gutem Zustand, Risse hier und da, der Lenker etwas schief, usw.. Aber das sei nur am Rande erwähnt und ist nicht Gegenstand der nächsten Tage.
Die Leerlaufspannung der Zellen liegt zwischen 3.31V und 3.40V. Der Roller soll gegenwärtig nicht vollgeladen sein. Ich hatte bei meinem Roller auch mit nicht optimalen Balancern ca. 2km nach dem Ladevorgang alle Zellen bei 3.34 plus/minus ca. 0.01V liegen. Dabei hatte ich Kapazitätsdifferenzen von ca. 10%. Bei den hier gemessenen Werten dürften die Zellen noch weiter auseinander liegen. Ich mag mir gar nicht die Spannungsverteilung vorstellen sowohl beim Ladevorgang als auch gegen Ende der Reichweite. Da dürften einige deutlichst über 4V gewesen sein (beim Laden) und andere auch locker die 2V unterschritten haben. Die verkürzte Reichweite erklärt sich damit, dass einige Zellen recht früh entladen worden sind und damit den Controller zur Abschaltung veranlaßt haben. Ob es Schäden an den Zellen wegen teilweise zu häufiger Überspannung bzw. Unterspannung gibt, kann ich gegenwärtig noch nicht beurteilen.
Eine Einzelzellennachladung mit dem Laborladegerät verkneife ich mir erst einmal. Ich müßte nacheinander alle Zellen einzeln damit vollladen, das würde mich gut und gerne 1 Woche auf Trab halten.
Plan:
Balancer sollen hinein,so ist es mit dem Besitzer abgesprochen. Erst wenn die verbaut sind, werde ich feststellen wollen, ob auch einzelne Zellen zu weit geschädigt sind und auch noch ausgetauscht werden müssen. Die jeweiligen Leerlaufspannungen von über 3.3V geben mir allerdings Hoffnung, dass noch keine verloren ist. Ebenso sind keine Blähzellen festzustellen. Der optische Zustand der Zellen ist soweit gut.
Nach Einbau der Balancer wird mit kleinem Strom solange geladen, bis alle Zellen bei > 3.6V liegen, dann sollte wieder Gleichlauf erreicht sein.
Regelmäßigere Ladevorgänge danach sollten dann dafür sorgen, dass die Zellen im Gleichlauf bleiben.
Berechnung und Planung:
Das Ladegerät ist mit 54.6V und 15A angegeben. Das macht bei 15 Zellen also eine geplante Ladeschlußspannung von 3.64V pro Zelle. Ich benötige also Balancer, die bei 3.6V einsetzen.
Bei der Stromstärke des Ladegerätes sollten die Balancer 2A aufwärts verbraten können, mehr wäre mir zwar aufgrund der alten und etwas mißhandelten Zellen lieber, aber die gibt es nur mit Schwellenspannungen von 3.8V.
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse kommen die üblichen Huckepackplatinen nicht in Frage. Ich liebäugele daher mit den 4er-Boards, die auch in meinem Roller verbaut sind. (Leider hat der Shop noch wegen Wartungsarbeiten geschlossen, also ist noch Geduld erforderlich).
Also Einbauort bietet sich der vordere Teil unter der Sitzbank an, hier ist noch genügend Platz, der nicht vom Helmfach in Beschlag genommen wird. Der auch dort vorhandene Straßenstaub / Dreck auf den Zellen läßt vermuten, dass der Bereich nicht vollständig Spritzwassergeschützt ist, so dass auch die Unterbringung in ein passendes Gehäuse notwendig ist.
Da die Balancer sicherlich eine Woche benötigen, bis sie hier sind, soll schon mal möglichst viel vorbereitet werden. Ich werde daher mal in der laufenden Woche anfangen, einen Kabelbaum zu legen, der in einer Lüsterklemmenleiste enden wird (ja, ich weiß, die gehören da nicht hinein, aber irgendwo muß ich zunächst einmal die Kabel aufschalten). Um das Thema Übergangswiderstände zu vermeiden, plane ich, die Kabellitze direkt auf die Kupferzellverbinder zu verlöten.
Falls sich die Lieferung der Balancerboards zu sehr verzögert, werden provisorisch meine alten Boards verbaut, um schon mal mit dem Kapazitätsausgleich beginnen zu können.
Fortsetzung folgt ...
Ich bin gefragt worden, ob ich mir mal einen Sprinter 60 ansehen könnte, die Reichweite hätte von anfänglich über 120km (!) auf ca. 50-60km nachgelassen. Einzelne Zellen hätten nach dem Ladevorgang lediglich 2.8V gehabt (ohoh), aber mittels Modellbaulader wäre die in der Spannung wieder hochgekommen. Ein BMS bzw. Balancer sind nicht vorhanden.
Klar sehe ich mir den an, also wurde er gestern bei mir abgegeben. Alter 2 Jahre, Kilometerstand bei knapp 7500. Dabei handschriftliche Notizen über alle Ladevorgänge, die recht genau Beleg darüber geben, dass bislang ca. 200 Ladevorgänge erfolgt sind, häufig wurde erst geladen, wenn die Akkus leer waren, die ein oder andere Heimfahrt gelang nur noch im Schleichgang. Ganz grob: anfangs wurden Strecken bis ca. 90km zurückgelegt (Ausnahme siehe oben), zum Schluß pendelte sich die Reichweite auf ca. 50km ein.
Ansonsten hat der Roller noch die Erstausstattung, was die Elektrik angeht, also ist durchaus zuverlässig. Kaum Rostbefall (außer Schrauben), lediglich der Zustand der Verkleidungsteile überzeugt wenig. Stahlflexbremsleitungen und andere Details weisen darauf hin, dass hier schon die gehobene Chinaklasse vor mir steht.
Bestandsaufnahme:
Einige Plastikteile sind in nicht mehr gutem Zustand, Risse hier und da, der Lenker etwas schief, usw.. Aber das sei nur am Rande erwähnt und ist nicht Gegenstand der nächsten Tage.
Die Leerlaufspannung der Zellen liegt zwischen 3.31V und 3.40V. Der Roller soll gegenwärtig nicht vollgeladen sein. Ich hatte bei meinem Roller auch mit nicht optimalen Balancern ca. 2km nach dem Ladevorgang alle Zellen bei 3.34 plus/minus ca. 0.01V liegen. Dabei hatte ich Kapazitätsdifferenzen von ca. 10%. Bei den hier gemessenen Werten dürften die Zellen noch weiter auseinander liegen. Ich mag mir gar nicht die Spannungsverteilung vorstellen sowohl beim Ladevorgang als auch gegen Ende der Reichweite. Da dürften einige deutlichst über 4V gewesen sein (beim Laden) und andere auch locker die 2V unterschritten haben. Die verkürzte Reichweite erklärt sich damit, dass einige Zellen recht früh entladen worden sind und damit den Controller zur Abschaltung veranlaßt haben. Ob es Schäden an den Zellen wegen teilweise zu häufiger Überspannung bzw. Unterspannung gibt, kann ich gegenwärtig noch nicht beurteilen.
Eine Einzelzellennachladung mit dem Laborladegerät verkneife ich mir erst einmal. Ich müßte nacheinander alle Zellen einzeln damit vollladen, das würde mich gut und gerne 1 Woche auf Trab halten.
Plan:
Balancer sollen hinein,so ist es mit dem Besitzer abgesprochen. Erst wenn die verbaut sind, werde ich feststellen wollen, ob auch einzelne Zellen zu weit geschädigt sind und auch noch ausgetauscht werden müssen. Die jeweiligen Leerlaufspannungen von über 3.3V geben mir allerdings Hoffnung, dass noch keine verloren ist. Ebenso sind keine Blähzellen festzustellen. Der optische Zustand der Zellen ist soweit gut.
Nach Einbau der Balancer wird mit kleinem Strom solange geladen, bis alle Zellen bei > 3.6V liegen, dann sollte wieder Gleichlauf erreicht sein.
Regelmäßigere Ladevorgänge danach sollten dann dafür sorgen, dass die Zellen im Gleichlauf bleiben.
Berechnung und Planung:
Das Ladegerät ist mit 54.6V und 15A angegeben. Das macht bei 15 Zellen also eine geplante Ladeschlußspannung von 3.64V pro Zelle. Ich benötige also Balancer, die bei 3.6V einsetzen.
Bei der Stromstärke des Ladegerätes sollten die Balancer 2A aufwärts verbraten können, mehr wäre mir zwar aufgrund der alten und etwas mißhandelten Zellen lieber, aber die gibt es nur mit Schwellenspannungen von 3.8V.
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse kommen die üblichen Huckepackplatinen nicht in Frage. Ich liebäugele daher mit den 4er-Boards, die auch in meinem Roller verbaut sind. (Leider hat der Shop noch wegen Wartungsarbeiten geschlossen, also ist noch Geduld erforderlich).
Also Einbauort bietet sich der vordere Teil unter der Sitzbank an, hier ist noch genügend Platz, der nicht vom Helmfach in Beschlag genommen wird. Der auch dort vorhandene Straßenstaub / Dreck auf den Zellen läßt vermuten, dass der Bereich nicht vollständig Spritzwassergeschützt ist, so dass auch die Unterbringung in ein passendes Gehäuse notwendig ist.
Da die Balancer sicherlich eine Woche benötigen, bis sie hier sind, soll schon mal möglichst viel vorbereitet werden. Ich werde daher mal in der laufenden Woche anfangen, einen Kabelbaum zu legen, der in einer Lüsterklemmenleiste enden wird (ja, ich weiß, die gehören da nicht hinein, aber irgendwo muß ich zunächst einmal die Kabel aufschalten). Um das Thema Übergangswiderstände zu vermeiden, plane ich, die Kabellitze direkt auf die Kupferzellverbinder zu verlöten.
Falls sich die Lieferung der Balancerboards zu sehr verzögert, werden provisorisch meine alten Boards verbaut, um schon mal mit dem Kapazitätsausgleich beginnen zu können.
Fortsetzung folgt ...