C-Evolution long range review

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165ps
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C-Evolution long range review

Beitrag von 165ps » Fr 13. Jul 2018, 09:53

Es ist ein bisschen still geworden um den Bmw. Also dachte ich, ich schildere hier mal kurz meine Erfahrungen.
Habe den Roller für einen Monat gemietet. Bei Motorradschutzgebiet.de kostet das aktuell nur 200 € inkl. 1000 km. Ich dachte, das kann man mal probieren.

Also bin ich mit meiner alten 500er nach Osterode getuckert und habe sie dort für die Zeit der Miete untergestellt. Mein erster Eindruck beim Umstieg auf den Roller war: "Was für ein Schiff!". Aber man gewöhnt sich schnell an die Masse. Da sich der Elektroantrieb gut dosieren lässt, ging selbst das Fahren mit Schrittgeschwindigkeit und am Lenkanschlag bald besser als mit jedem Benzinmoped. Inzwischen parke ich den Roller fahrend an Stellen, wo ich sonst lieber schiebe. Das Rückwärtsfahren ist etwas kniffliger, aber immer noch besser, als sich mit den Füßen abzustoßen.

Zunächst musste ich den Roller aber erst mal nach Hause bringen. Das bedeutete gut 140 km mit einer Akkuladung. Bmw verspricht übrigens eine Reichweite von 160 km. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich nicht schneller als 60 km/h fahren durfte, wollte ich es bis nach Hause schaffen. Hypermiling eben. Klar bin ich oft überholt worden und hatte ab und zu ein schlechtes Gewissen, weil ich den Verkehr aufhalte. Denn einen Roller kann man bei Gegenverkehr genauso wenig überholen wie ein Auto. Auf der Autobahn war die Situation etwas entspannter, klar wegen den 2 Spuren. Nur die Lkw habe ich ab und zu mal ausgebremst. So langsam zu fahren ist natürlich nicht zu empfehlen, aber die Alternative wäre ein mehrstündiger Ladestop gewesen und mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur kenne ich mich noch nicht gut genug aus, als dass ich mich darauf hätte verlassen wollen. Die Restreichweitenberechnung funktioniert jedenfalls sehr gut. So konnte ich immer die Reichweite mit der noch zu fahrendem Strecke laut meinem Handynavi vergleichen und meine Geschwindigkeit anpassen. Bin schließlich mit 3 km Restreichweite daheim angekommen. Die Leistung wurde kurz vor Ende um 2 Balken reduziert. Bei meiner Fahrweise war das allerdings nicht spürbar.

Was ich sehr wohl gespürt habe, war mein Hintern. Die Rollersitzposition scheint zwar auf den ersten Metern sehr entspannt, aber schon nach einer Viertelstunde merkte ich, dass mein ganzes Gewicht auf dem Gesäß lastet. Da ist mir eine Sportmaschine, die ich mir zwischen die Schenkel klemmen kann, eindeutig lieber.

Nun benutze ich den Roller im Alltag und finde ihn sehr praktisch. Da ich mir keine Sorgen ums Kuppeln und Schalten machen muss, kann ich mich voll auf die Linie konzentrieren. Das Vorbeifahren am Ampelstau ist schon fast idiotensicher, weil man aus dem Stand allen anderen problemlos davon zieht. Für das Überhole würde ich mir allerdings ein schmaleres Fahrzeug und eine vorderradorientiertere Sitzposition wünschen.

Wenn man mit ausreichend Akkureserven auf der Autobahn fährt, macht der Roller auch hier eine gute Figur. Die Höchstgeschwindigkeit laut Tacho ist 135 km/h, ein Mitschwimmen im Verkehr kein Problem. Allerdings habe ich nur die kurze Windschutzscheibe. Da empfiehlt es sich, sich schön klein zu machen, also fast das Kinn auf den Lenker zu legen, auch wenn es wahrscheinlich ziemlich bescheuert aussieht.

Wenn ich so normal fahre, habe ich gut 100 km Reichweite. Das ist völlig ausreichend, denn länger will man mit einem Roller sowieso nicht freiwillig fahren. Was ich noch probieren muss, sind Ladestops an öffentlichen Ladesäulen. Der Roller hat nur einen Schukostecker, womit eine 100 % Ladung 3,5 Stunden dauert. Ich will aber wissen, wie lange eine Ladung von 20 % auf 80 % dauert. Dafür habe ich mir mal eine Ladekarte bestellt. Wenn ich die habe, schreibe ich noch einen ergänzenden Beitrag.

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von apfelsine1209 » Fr 13. Jul 2018, 22:37

Danke. :D

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von Dementsprechend87 » Fr 13. Jul 2018, 23:48

Wir warten auf den Bericht :)

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von achim » Sa 14. Jul 2018, 01:13

Danke, das war sehr praxisnah. Ganz ausgeschwitzt ist der Roller noch nicht. Was mich erstaunt ist, dass der Jupiter dann tatsächlich eine größere Reichweite besitzt.
Das hätte ich nicht gedacht.

Gruß,
Achim

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von Patrick022 » Sa 14. Jul 2018, 08:33

Danke.

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von otten.l » Sa 14. Jul 2018, 09:21

Vielen Dank für den Bericht. Ich glaube BMW könnte auch schon in jeder Hinsicht viel mehr liefern - wenn sie denn wirklich wollten.
165ps hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 09:53
Nun benutze ich den Roller im Alltag und finde ihn sehr praktisch. Da ich mir keine Sorgen ums Kuppeln und Schalten machen muss, kann ich mich voll auf die Linie konzentrieren. Das Vorbeifahren am Ampelstau ist schon fast idiotensicher, weil man aus dem Stand allen anderen problemlos davon zieht. Für das Überhole würde ich mir allerdings ein schmaleres Fahrzeug und eine vorderradorientiertere Sitzposition wünschen.
Das kann ich voll und ganz unterschreiben - ich fahre zwar mit einer Zero FXS aber das Ergebnis ist identisch. Man kann die Räume im Verkehr ganz anders nutzen. Ich würde einfach mal behaupten dass es hier in Karlsruhe niemanden gibt der die Stadt in der Hauptverkehrszeit so schnell einmal von Ost nach West durchqueren kann wie ich. Die FXS solltest du dir evtl. auch mal anschauen - definitiv schmaler, nur 133 kg (extrem handlich und wendig), noch mehr Power und die Sitzposition ist deutlich agiler. Das Ding ist in der Stadt wirklich eine Waffe, außerhalb dann leider eher nicht.

Gruß Lennart
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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von 165ps » Sa 21. Jul 2018, 12:38

Hier mal eine kleine Zwischenbilanz:
Bin nun ein paarmal meine Standardstrecke in die nächste Großstadt gefahren. Das sind etwas 30 km Landstraße und 10 km Stadtverkehr. Zum Vergleich: mit der Gsxr1000 brauche ich dafür knapp eine Stunde, einigermaßen StVZO-konform.
Mit dem C-Evolution bin ich mindestens 10 Minuten schneller und gleichzeitig ist es weniger anstrengend. Ich denke mal, auf der Landstraße nehmen sich die beiden Fahrzeuge nicht viel, aber in der Stadt ist der Roller überlegen. Ich kann damit Ampelsprints hinlegen, die ich mich mit der Sportkupplung und dem lauten Auspuff nicht traue.
Gestern bin ich mal wieder an der Ampelschlange vorbeigefahren und neben einem Mini gelandet, der sich das nicht gefallen lassen wollte. Hat die ganze Rotphase über den Motor auf Drehzahl und die Kupplung am Schleifpunkt gehalten. Ist dann auch bei Gelb losgefahren. Trotzdem hatte er nicht den Hauch einer Chance. :mrgreen:

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von 165ps » Di 31. Jul 2018, 12:39

Habe den Mietvertrag um einen Monat verlängert und inzwischen die 1000 km Marke geknackt. Eigentlich müsste der Roller nun zur Inspektion. Allerdings hat der zuständige Bmw Händler nur einen geschulten Hochvolttechniker. Und der ist gerade im Urlaub. Ich müsste also über einen Monat auf einen Termin warten. Mir kann es Recht sein, soll sich der Vermieter nach Rückgabe darum kümmern. Wäre das jedoch mein Roller, wäre ich sauer. Schließlich droht Garantieverlust, wenn man diese Inspektion nicht durchführt. Da muss Bmw beim Service noch eine Schippe drauf legen.

Bei anderen Marken ist das aber bestimmt noch schwieriger. Was habt ihr denn für Erfahrungen mit Wartung und Reparaturen gemacht?

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von apfelsine1209 » Di 31. Jul 2018, 16:50

Blöd, daß osterode so weit weg ist ... sonst würd' ich mir dieses mietangebot auch gönnen ...

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Re: C-Evolution long range review

Beitrag von Andy_T » Mi 15. Aug 2018, 21:52

Mit dem C-Evolution bin ich mindestens 10 Minuten schneller und gleichzeitig ist es weniger anstrengend.
Das finde ich interessant. Habe zwar nur eine CBF 600, die natürlich deutlich ziviler ist, mit der brauche ich in der Stadt aber eigentlich kaum zu schalten, weil ich da nie mehr als den ersten und zweiten Gang benötige (und abgesehen davon passiert das Schalten ja wirklich quasi von selbst).

War davon ausgegangen, dass die einzigen Zeitersparnisse beim Rollerfahren vielleicht darin liegen, dass man etwas weniger Schutzkleidung trägt (auf dem Bike ATGATT) und daher schneller gewechselt ist....

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