Brammo Empulse (ohne R)

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165ps
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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von 165ps » So 23. Sep 2018, 12:06

otten.l hat geschrieben:
Sa 22. Sep 2018, 11:41
Energica macht in dieser Hinsicht schon alles richtig
Okay, für CCS ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif. Aber soweit ich weiß, lädt die Energica bei CCS mit etwa 20 kw. Das ist eine Leistung, die man auch mit AC noch erreichen kann. Wäre es denn möglich, 3x 7,2 kw Ladegeräte in die Brammo einzubauen? Damit könnte man eine Typ 2 Ladesäule voll auslasten. Der Akku sollte das doch aushalten, schließlich ist die Motornennleistung auch 20 kw.

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otten.l
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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von otten.l » Mo 24. Sep 2018, 23:00

165ps hat geschrieben:
So 23. Sep 2018, 12:06
Okay, für CCS ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif. Aber soweit ich weiß, lädt die Energica bei CCS mit etwa 20 kw. Das ist eine Leistung, die man auch mit AC noch erreichen kann. Wäre es denn möglich, 3x 7,2 kw Ladegeräte in die Brammo einzubauen? Damit könnte man eine Typ 2 Ladesäule voll auslasten.
Wenn du mir 7,2 kW Ladegeräte zeigst die hinsichtlich Volumen, Gewicht und verfügbarer Kühlleistung auf einem Motorrad unterzubringen sind gern. Aber selbst mit modernster Silizumkarbidtechnologie bringt man das auf einer Zero oder Brammo nicht unter, von den Kosten dafür mal ganz abgesehen. Genau aus diesem Grund ist wirkliche schnelle Ladung mit AC langfristig eine Sackgasse.
165ps hat geschrieben:
So 23. Sep 2018, 12:06
Der Akku sollte das doch aushalten, schließlich ist die Motornennleistung auch 20 kw.
Mit den 9,1 kW erreicht der Akku schon etwa 40°C, denn er ist nur passiv gekühlt. Ich würde ihm daher nicht mehr zumuten wollen, schon gar nicht ohne eine mit dem Hersteller der Zellen abgestimmte Ladekennlinie. Die Leistungen für das Beladen und Entladen sind zwei verschiedene paar Schuhe, sind also nicht identisch und können daher auch nicht verglichen werden. Akkus zu bekommen die eine Entladerate von 10C vertragen und dennoch lange halten ist heute kein Problem mehr, aber eine Laderate von mehr als 3C ist mir noch nicht begegnet.

Gruß Lennart
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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von vsm » Di 25. Sep 2018, 08:53

otten.l hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 23:00
165ps hat geschrieben:
So 23. Sep 2018, 12:06
Okay, für CCS ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif. Aber soweit ich weiß, lädt die Energica bei CCS mit etwa 20 kw. Das ist eine Leistung, die man auch mit AC noch erreichen kann. Wäre es denn möglich, 3x 7,2 kw Ladegeräte in die Brammo einzubauen? Damit könnte man eine Typ 2 Ladesäule voll auslasten.
Wenn du mir 7,2 kW Ladegeräte zeigst die hinsichtlich Volumen, Gewicht und verfügbarer Kühlleistung auf einem Motorrad unterzubringen sind gern. Aber selbst mit modernster Silizumkarbidtechnologie bringt man das auf einer Zero oder Brammo nicht unter, von den Kosten dafür mal ganz abgesehen. Genau aus diesem Grund ist wirkliche schnelle Ladung mit AC langfristig eine Sackgasse. [...]
Eine mögliche Alternative wäre ein echtes Drehstrom-Ladegerät, das sich wesentlich kompakter aufbauen lässt als drei Wechselstrom-Ladegeräte, weil es effizienter arbeiten kann. Bei drei um 120° verschobenen Phasen ergibt sich nach Gleichrichtung eine mit 300 Hz pulsierende Gleichspannung von etwa 535 V und einem Ripple von etwa +/- 38 V. Ein Laden über CCS wäre über das gleiche Ladegerät möglich. Ein- oder zweiphasig ließe sich damit allerdings dann nur noch sehr leistungsreduziert laden.

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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von 165ps » Di 25. Sep 2018, 09:56

Ich spekuliere hier nur über Möglichkeiten. Ob das alles sinnvoll und bezahlbar ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Wenn es keine passenden starken Ladegeräte gibt, könnte man ja 6 Stück von den 3 kw Modellen benutzen. Die sind kompakt genug um sie in Motorradkoffern zu transportieren.
Die Akkugehäuse könnte man anbohren und Öl hindurchleiten. Das Öl müsste man durch einen Ventilator kühlen, den man vielleicht mit Strom direkt aus der Ladesäule betreiben kann.
Was mich auf die Idee bringt, dass man die Spannung von CCS weit genug herunter bekommen könnte, wenn man die Akkukühlung als zusätzlichen Verbraucher dazwischen schaltet.

Das mit dem Drehstromladegerät klingt auch elegant. Ist das nicht im Prinzip die Technik, mit der der Renault Zoe arbeitet? Nur dass da das Ladegerät nebenbei auch noch als Motorsteuerung genutzt wird?

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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von otten.l » Fr 12. Okt 2018, 18:50

Der letzte Post ist zwar schon eine Weile her, aber ich möchte dennoch darauf eingehen.
165ps hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 09:56
Wenn es keine passenden starken Ladegeräte gibt, könnte man ja 6 Stück von den 3 kw Modellen benutzen. Die sind kompakt genug um sie in Motorradkoffern zu transportieren.
Das machen wir ja im Prinzip schon, aber derzeit bis maximal drei Stück. Die Geräte wiegen jeweils 6 kg, den Träger und die Koffer die pro Seite 18 kg ohne Murren vertragen musst du mir mal zeigen. Von den Auswirkungen auf das Handling und den Kosten reden wir lieber gar nicht erst. Wirklich praktikabel ist das jedenfalls nicht.
165ps hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 09:56
Die Akkugehäuse könnte man anbohren und Öl hindurchleiten. Das Öl müsste man durch einen Ventilator kühlen, den man vielleicht mit Strom direkt aus der Ladesäule betreiben kann.
Das ist - sorry - totaler Quatsch und völlig über Ziel hinausgeschossen. Wieviel Komplexität möchtest du dem System denn hinzufügen? Die Lader sind darüber hinaus vollvergossen, da kann man nicht einfach was durchleiten. Es gibt werksseitig die Option auf eine Kühlplatte und das funktioniert bei Bedarf auch gut. Die Luftkühlung ist ansonsten völlig ausreichend, alles andere macht die Sache nur unnötig teuer, kompliziert und aufwendig. Wir haben uns bei der Brammo nur für eine Wasserkühlung entschieden, weil das Kühlsystem ohnehin vorhanden war und die zusätzlichen Lader zufällig genau auf die vorgesehene Kühlplatte für den Onboardlader gepasst haben.
165ps hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 09:56
Was mich auf die Idee bringt, dass man die Spannung von CCS weit genug herunter bekommen könnte, wenn man die Akkukühlung als zusätzlichen Verbraucher dazwischen schaltet.
Das ist ebenso totaler Quatsch und funktioniert auch elektrotechnisch so überhaupt nicht. Die einzige fachlich korrekte und sinnvolle Möglichkeit wäre ein entsprechend dimensionierter DC-DC Wandler, der sich in Bezug auf Größe und Wärmentwicklung aber kaum von einem Ladegerät unterscheidet.
165ps hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 09:56
Das mit dem Drehstromladegerät klingt auch elegant. Ist das nicht im Prinzip die Technik, mit der der Renault Zoe arbeitet? Nur dass da das Ladegerät nebenbei auch noch als Motorsteuerung genutzt wird?
Ein Drehstromladegerät ist einfach allgemein ein Ladegerät welches drei Phasen verwendet, zunächst mal unabhängig vom internen Aufbau. Das ist bei unserem Konzept für die Brammos/Zeros ebenso der Fall wie bei Teslas, Zoe oder dem kommenden Fahrzeug von Audi.

Die Besonderheit der Zoe liegt darin, dass der Controller/Frequenzumformer für den Motor als Ladegerät verwendet wird. Die Grundidee dahinter ist auch nicht schwer zu verstehen. Beim Rekuperieren liefert der sich drehende Motor einen dreiphasigen Wechselstrom an den Controller, welcher dann dort gleichgerichtet und wieder in die Batterie eingespeist wird. Statt dem Motor kann aber auch einfach ein dreiphasiges Netz diesen Strom liefern und den Motor in dieser Hinsicht sozusagen immitieren. Damit das sauber funktioniert gehören dann aber noch ein paar Sicherheitsmechanismen und schaltungstechnische Besonderheiten hinzu. Kehrseite der Medaille ist der sehr schlechte Wirkungsgrad bei niedrigen Ladeleistungen, insbesondere einphasig.

Gruß Lennart
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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von 165ps » Di 30. Okt 2018, 08:00

Ich bin beeindruckt, mit welcher Hingabe Otten meine Vorschläge ins Reich der Science-Fiction verbannt.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich dich in den Wahnsinn treibe, habe ich noch mehr:

Man könnte doch einen 10 kwh Zusatzakku anbauen. Das wären etwa 50 kg Mehrgewicht. Da die Brammo recht schmal ist, hätte man seitlich noch Platz dafür. Man könnte das dort platzieren, wo bei Boxermotoren die Zylinder rausgucken.
Beim Laden könnte man beide Akkus in Serie schalten und käme so über 200 V, genug für CCS.

Wenn man mit zwei Mopeds unterwegs ist, könnte man die vielleicht auch in Serie an CCS laden.

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Caféracer Style für Brammo Empulse

Beitrag von 165ps » Mo 2. Sep 2019, 11:10

brammo-cafe.jpg
Habe meine Brammo etwas aufgehübscht. :)
Verbaut habe ich Stummellenker von TRW, ein LED-Scheinwerfer von MTP-Racing, Spiegel von KTM und eine Kanzel von Motea.
Bis auf die Kanzel haben alle Teile E-Nummern. Falls Ihr auch so was anbauen wollt, müsst ihr vor allem beim Scheinwerfer aufpassen. Im Netz bekommt man haufenweise Teile mit gefälschten E-Prüfzeichen. Die leuchten aber bei weitem nicht so gut wie das Echte.

Ein besoffener Kubaner hat mir letzte Woche gesagt, dass das gut aussieht. Was meint ihr?

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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von Andy_T » Mo 2. Sep 2019, 15:46

Sieht klasse aus, wenn man Retro Stil mag :D

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Re: Brammo Empulse (ohne R)

Beitrag von MEroller » Mo 2. Sep 2019, 22:47

Ist eine kuriose Mischung aus Vergangenheit und Moderne :lol:
Zero S 11kWZF6,5
e-rider Thunder 5000: im Ruhestand
1500km kostenloses Supercharging für Käufer und Referenzgeber (natürlich nicht für E-Roller ;) ): https://ts.la/mathias54302

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