eScooter doch gefährlicher als gedacht?

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tiger46
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eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von tiger46 » So 2. Dez 2018, 16:13

Nach meinen ca. 8 Fahrten, muss ich ja sagen. Schlechte Bremssysteme, plötzlicher Ausfall der 2ten Bremse bergab bei Akkuausfall/Leerakku, kleine Reifen, keine Blinker, fahren ohne Helm .... machen in Summe die eScooter schon gefährlicher als man denken würde. 25 km/h sind halt schon sehr schnell bei diesen Ausstattungen.
"Over and over, it's the same malfunctions that I'm hearing -- the brakes failing, the throttle sticks and the scooter dies midride," Lerer said. "Something is not right."
https://www.cnet.com/news/electric-scoo ... accidents/

P.S.: Ja eScooter sind tolle Geräte, aber mit den oben genannten Dingen muss man sich auseinander setzen. Gibt ja viele Möglichkeiten. Ein gutes Gerät kaufen/verwenden. Schutzkleidung/Helm tragen. Geschwindigkeiten anpassen & vorauschauend fahren, usw. usw.

Die kleinen Teile verleiten aber einfach zum Gas geben, weil es einfach Spaß macht.

Vielleicht ist die kommende 20 km/h Regelung für D gar nicht so schlecht? Vielleicht liegt es aber einfach an den großteils schlechten Scootern, da könnte man doch auch Standards vorgeben? z.b. 1 verpflichtende mechanische Bremse mit Fahrradbremsgriff. Blinker vielleicht auch?

apfelsine1209
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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von apfelsine1209 » So 2. Dez 2018, 16:46

Solange rauchen, die häufigste vermeidbare todesursache überhaupt, erlaubt und mangelnde MRSA-hygiene in krankenhäusern, die zweithäufigste vermeidbare todesursache, ohne folgen für die (un)verantwortlichen bleibt, halte ich jegliche vorschriften, die angeblich dem/r schutz/gesundheit des angeblich ach so mündigen bürgers dienen, für lächerlich.

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Ganter Ingo™
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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von Ganter Ingo™ » So 2. Dez 2018, 17:11

apfelsine1209 hat geschrieben:
So 2. Dez 2018, 16:46
Solange rauchen, die häufigste vermeidbare todesursache überhaupt, erlaubt und ...
Das halte ich nach wie vor für ein Gerücht. Ich bin der Auffassung, das Alkohol viel gefährlicher ist, und das nicht nur wegen meiner Erfahrungen mit dahinsterbenden Verwandten und Bekannten. Aber die Lobby der Getränkeindustrie ist größer als die der Tabakindustrie. Und warum ist immer noch die Werbung für diese Droge erlaubt? Kein Tatort, der uns nicht von Krombacher präsentiert wird und der DFB lässt sich von Bitburger sponsoren. Dabei machte Berti Vogts einst für den DFB und den Sport einst eine Kampagne mit dem Spruch "Keine Macht den Drogen". Welch verlogene Welt. Ich sage mal "keine Macht den Doofen".
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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von chrispiac » So 2. Dez 2018, 17:53

Seltsam, jetzt wo die Gesetzesvorlage für Deutschland noch durch verschiedene Ausschüsse gejagt werden soll, kamen teilweise auch Vorschläge, statt 20km/h 25km/h zuzulassen, um möglichst einer EUweiten Regelung entgegen zu kommen (sie scheinen wohl 25km/h in mehreren europäischen Ländern als gesezt anzusehen). Auch wird überlegt, die Blinker wegzulassen um die Fahrradregelung mit Handzeichen einzuführen. Dafür droht eine (Fahrrad-)Helmvorschrift verpflichtend angedacht zu sein, ebenso wie Mindestalter 15 Jahre und mindestens Mofaprüfbescheinigung. Fix ist noch nichts, es sind halt Vorschläge von verschiedenster Seite. Im „Worst Case“ werden Motorradhelm, Ellenbogen- und Knieschützer, Führerschein (und damit ab 16 Jahre),Fahrlicht- und Rücklicht, 2 Bremsen, Rückspiegel, Blinker, Seitenreflektoren und trotzdem nur 20km/h angedacht. Aber 20 km/h oder 25km/h ist fast schon egal und ich teile @tiger46 Meinung, dass das für so kleine Reifen recht schnell ist und ggf. für diese kleinen Roller zu schnell sein kann. Mit solchen Vorschriften, werden eScooter in Deutschland aber recht unattraktiv und überreguliert. Wenigstens sind dafür wieder Skateboards und eScooter mit Sitz wieder auf der Agenda, bzw. es wird überlegt, ob sie mit in die Regelung aufgenommen werden können.

Jetzt wo erst mal die Luft raus ist, unbedingt bis 2019 eine Gesetzesvorlage durchs Parlament zu jagen, kommen eine Menge Ideen auf. Gute und nicht so Optimale. Ich drücke die Daumen, das dabei etwas praktikables herauskommt, z. B. die Gleichstellung mit dem Radverkehr. Also Handzeichen statt Blinker, Fahrradwege und Fahrbahn statt Bürgersteig nutzen, Fahrradhelm freiwillig, aber empfohlen, ggf. Mofaprüfbescheinigung und Versicherungskennzeichen, dafür bis 25km/h. Empfehlung für weitere Schutzkleidung (helle, reflektierende Kleidung, Knie- und Ellenbogenschützer usw.).

Bandidos
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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von Bandidos » Mi 19. Dez 2018, 13:13

Ein Helmpflicht aber auch Haftpflichtpflicht sollte durch aus sinnvoll sein. Klar sagen viele, dass ihnen nichts passiert. Bis zu ihrem ersten Unfall....da wäre dann ein Helm sehr sinnvoll gewesen. Das gilt für Roller und Fahrrad gleicher Maßen.

achim
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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von achim » Mi 19. Dez 2018, 13:39

Ich bin absolut gegen jede Helmpflicht weil ich die Meinung vertrete dass jeder das Recht hat sein Risiko selbst einzuschätzen.
Dagegen würde ich Blinker für obligatorisch erachten. Scooter sind definitiv zu labile Fahrzeuge um sie einhändig durch Kurven zu steuern.
Mit einem ordentlichen Scooter sind durchaus auch 60 - 70 km/h möglich wenn man ihn beherrscht. Voraussetzung ist solide Technik die man derzeit vermisst. Alles ist auf Optik angelegt statt auf Funktionalität.

Was den Scootern fehlt derzeit:

Längere Federwege mit funktionierender Dämpfung, vor allem vorn
Vernünftige Bremsen. Die seilzugbetätigten Schlabberscheibenbremsen sind eine Katastrophe
Deutlich mehr mechanische Stabilität im Bereich des Lenkkopfes
Klappmechanismen nur für Scooter bis 20km/h. Klappbar und mechanisch stabil schließt sich aus.

Gruß,
Achim

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Re: eScooter doch gefährlicher als gedacht?

Beitrag von Haibike9 » Fr 11. Jan 2019, 19:31

Ich habe als Erstes bessere, wenngleich auch mechanische Bremssättel verbaut, dadurch merklich verbesserte Verzögerung. Derzeit düftel ich an einem einfachen, aber wirksamen Lenkungsdämpfer, auch als Flatterbremse bekannt. Ein generelles Problem ist aber die lange Lenksäule im Vergleich zu der sehr kurzen Führung (Steuerkopf). Da gibt es noch, wenn auch recht unkompliziertes, konstruktives Potenzial. Der gesamte Vorderbau bei den kleinrädrigen Sitzscootern ist oft überelastisch, man betätige im Stand die Vorderbremse und schiebe bzw. rucke mit Kraft vorwärts, dann spürt man dies. Deswegen und wegen der kleinen Rädern sind sie sehr instabil und einhändig im Prinzip unfahrbar. Deswegen wohl auch Blinker angedacht, denn versucht mal vorm Abbiegen die Hand so wie mit dem Fahrrad rauszuhalten! Guten Abflug!
Fazit: Die Idee der Scooter ist gut, aber die technische Umsetzung gefährlich grottenhaft schlecht!

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