Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

für alles was offtopic ist - also am Thema dieses Forums vorbei geht
Benutzeravatar
MEroller
Moderator
Beiträge: 9330
Registriert: Mo 1. Nov 2010, 22:37
Roller: Zero S 11kWZF6,5/erider Thunder (im Ruhestand)
PLZ: 7
Wohnort: Bei Stuttgart
Tätigkeit: Entwickler (Traktionsbatterie)
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von MEroller » Fr 14. Jun 2019, 23:14

So, Ich konnte heute meinen Brennstoffzellenkollegen fragen. Er hat bestätigt, dass Platin NUR in der Brennstoffzelle selbst als Katalysator verwendet wird. Und nur in geringstmöglichen Mengen.
Wasserstoff-Drucktanks erhalten ihre Festigkeit vornehmlich durch viele Lagen Kohlefaser-Verbund. Die Dichtheit kommt durch viele Lagen spezieller Kunststofffolien, 5 bis bis 10mm dick, um die Permeabilität gegenüber dem sehr kleinen Wasserstoffmolekül auf ein erträgliches Maß zu senken.
Früher verwendete Stahl oder Alu-Behälter hielten den 700bar und dem ständigen extremen Druckwechsel nicht dauerhaft stand und entwickelten mit der Zeit Risse. Lediglich für die Anschlüsse gibt es heute noch Alu-Fittings, die mit einlaminiert werden in den Kohelfaserverbund und die Ventile aufnehmen.

Robin TV hat sich schlicht verplappert mit dem platinbeschichteten Drucktank - der wäre ja schnell unbezahlbar...

@ Gluehbert: Ja, Wasserstoff ist kleiner als Helium, weshalb Helium einfacher länger in Druckbehältern zu halten ist.
Zero S 11kWZF6,5
e-rider Thunder 5000: im Ruhestand
1500km kostenloses Supercharging für Käufer und Referenzgeber (natürlich nicht für E-Roller ;) ): https://ts.la/mathias54302

Benutzeravatar
Alf
Beiträge: 1060
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 19:24
Roller: NIU1S CIVIC, ECU TRA01C19, E-Bike SIEGAR Jet
PLZ: 53721
Wohnort: Siegburg
Tätigkeit: Elektroinstallateur, durch Wegeunfall Arbeitslos
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Alf » Sa 15. Jun 2019, 17:47

Auch, aber nicht so schnell, weil Helium schon zwei Atome hat.
Aber interessant. Logisch das Wasserstoff billiger als Platin ist.

Und, Mathias, bei den Kunststofffolien meintest Du bestimmt ym.
Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen William Shakespeare

Wenn Du schläfst,
darfst Du nicht nur aufwachen,
Du mußt auch Aufstehen!
Unbekannter Autor

#Robert Matuschewski HdB

Benutzeravatar
anpan
Beiträge: 989
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 15:24
Roller: UNU Rebell-2 (2kW)
PLZ: 2
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von anpan » Sa 15. Jun 2019, 20:31

Jap, die Drucktanks sind innen mit speziellen Polymeren beschichtet und selbst dann sind die nicht wirklich dicht. Das bedeutet aber halt auch, dass bestimmte Fügetechniken, die man sonst so bei Drucktanks verwendet (Schweißen z.B.) und viele Verfahren zum Urformen (gießen, extrudieren z.B.) nicht oder nur stark eingeschränkt nutzen kann.
Indirekt heißt das, dass die Fertigung dieser Tanks aufwändig und teuer ist.
Mein Argument gegen Brennstoffzellen (mit Platin) ist zum Teil auch ein strategisches: Platin haben wir in Deutschland praktisch nicht. Und solange wir das nicht sinnvoll substituieren können, ist es gefährlich sich hier im Transportsektor davon abhängig zu machen.

Bei Akkus und E-Motoren verliert man zwar Effizienz (Gewicht, Dichte, Wirkungsgrad), aber selbst wenn Seltenerdmetalle oder sogar Lithium plötzlich nicht mehr verfügbar wären, hat man noch Ausweichmöglichkeiten.
Dann ist man politisch zwar immer noch Erpressbar, denn auch wenn man grundsätzlich ausweichen kann, ist das immer teuer, aber das Ausmaß ist geringer.
XMPP: anpan@nakanai.de
UNU Rebell-2 2kW / 2 Akkus --- Roller 1 stillgelegt nach ca. 12.500km / 2 Jahren --- Roller 2: >3000km (Akkus aus Roller 1)
LiPo ist keine Zellchemie und sagt fast nichts über die tatsächlichen Eigenschaften der Zelle aus.

Benutzeravatar
Dirk
Beiträge: 919
Registriert: Di 20. Mär 2018, 23:50
Roller: eRetroStar, Bj.2018, 2KW, Mach 1 Bj.2014, 0,5 kw
PLZ: 58135
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Dirk » Sa 15. Jun 2019, 22:50

So weit ich richtig gelesen und verstanden habe, haben wir in Deutschland Lithium. Es fehlt zwar noch an rentablen Möglichkeiten es aus Gestein zu extrahieren aber ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit. Gib mal bei glubschi ". ERZGEBIRGE und LITHIUM " ein :D :D :D
LG, Dirk

Andy_T
Beiträge: 350
Registriert: Mi 15. Aug 2018, 12:20
Roller: derzeit noch Verbrenner, CBF 600, Pedelec Ortler & Kalkhoff
PLZ: 30599
Wohnort: Hannover
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Andy_T » Sa 15. Jun 2019, 23:16

Naja, Platin dürfte vorhanden sein, zwar nicht im Boden, aber in den Katalysatoren einiger Millionen Verbrenner-Fahrzeuge ...

Romiman
Beiträge: 36
Registriert: Sa 18. Mai 2019, 17:34
Roller: (einen großen Benziner)
PLZ: 38...
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Romiman » So 16. Jun 2019, 00:07

Die ganzen Argumentationen in der Art von "Wären alle XX Millionen KFZ in Deutschland E-Autos..." übersehen dabei auch immer die Kleinikeit, dass in diesem Falle ja auch nahezu die gesamte Benzin-Infrastruktur (von der Herstellung bis zur Zapfsäule) obsolet wäre! Inklusive deren (nicht unerheblichen) Energiebedarfs!

Benutzeravatar
Dirk
Beiträge: 919
Registriert: Di 20. Mär 2018, 23:50
Roller: eRetroStar, Bj.2018, 2KW, Mach 1 Bj.2014, 0,5 kw
PLZ: 58135
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Dirk » So 16. Jun 2019, 00:12

Romiman hat geschrieben:
So 16. Jun 2019, 00:07
Die ganzen Argumentationen in der Art von "Wären alle XX Millionen KFZ in Deutschland E-Autos..." übersehen dabei auch immer die Kleinikeit, dass in diesem Falle ja auch nahezu die gesamte Benzin-Infrastruktur (von der Herstellung bis zur Zapfsäule) obsolet wäre! Inklusive deren (nicht unerheblichen) Energiebedarfs!
Da bin ich ganz Dir :D

Benutzeravatar
anpan
Beiträge: 989
Registriert: Mi 19. Feb 2014, 15:24
Roller: UNU Rebell-2 (2kW)
PLZ: 2
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von anpan » So 16. Jun 2019, 01:32

Andy_T hat geschrieben:
Sa 15. Jun 2019, 23:16
Naja, Platin dürfte vorhanden sein, zwar nicht im Boden, aber in den Katalysatoren einiger Millionen Verbrenner-Fahrzeuge ...
Ist dann halt die Frage, ob das dauerhaft reicht (oder auch nur das richtige Platinmetall ist, da werden wohl verschiedene verwendet). Ich meine mich zu erinnern, dass mittlerweile wohl Platin im Boden nahe z.B. Autobahnen nachweisen kann, weil die Kats das anscheinend auch z.T. verlieren.
Ich weiß nicht, ob es für Brennstoffzellen speziell Platin sein muss oder alle Platinmetalle gehen (Rhodium und Palladium fallen mir grad spontan ein) und wie viel man nun für ein durchschnittliches Auto braucht. Hat da jemand mehr Ahnung?
XMPP: anpan@nakanai.de
UNU Rebell-2 2kW / 2 Akkus --- Roller 1 stillgelegt nach ca. 12.500km / 2 Jahren --- Roller 2: >3000km (Akkus aus Roller 1)
LiPo ist keine Zellchemie und sagt fast nichts über die tatsächlichen Eigenschaften der Zelle aus.

Benutzeravatar
lasser
Beiträge: 1020
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 10:41
Roller: Cemoto OS-310C
PLZ: 32469
Tätigkeit: retired from board
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von lasser » So 16. Jun 2019, 06:46

Zu nachtschlafender Zeit sind die Suchmaschinen natürlich heruntergefahren, aber jetzt am Morgen laufen sie ja wieder :roll:

Es werden Pt, Pd und Rh verwendet. Pro Stück waren es um 2010 3g insgesamt. Auf die schnelle nichts zu der Chronologie im Verhältnis der Metallemengen zueinander gefunden, aber die Computer fahren ja auch gerade erst hoch und sind wohl noch nicht so richtig wach…

https://www.auto.de/magazin/kat-recycli ... lmetallen/
https://www.focus.de/sport/mehrsport/kr ... 20524.html
https://www.helmut-fischer.de/de/deutsc ... lysatoren/
Cemoto OS-310C, 3kW, 4x 50Ah Bleiakku + LiFePO4 60Ah, Akkus: 1.: 11 Mm, 2.: 5,3 Mm, 3.: 14,1 Mm, 4.: 6700 km, 4,5 kWh/100km, (Langzeiterfahrung 1, 2 und 3)
geändert: Windschild, LED-Blinker und Licht, Heidenau K58 vorn + Conti Twist hinten, Eco-Schalter, HA02-Ausgleichslader
Grüne wählen reicht nicht!

Benutzeravatar
Dirk
Beiträge: 919
Registriert: Di 20. Mär 2018, 23:50
Roller: eRetroStar, Bj.2018, 2KW, Mach 1 Bj.2014, 0,5 kw
PLZ: 58135
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Re: Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus? | Harald Lesch

Beitrag von Dirk » So 16. Jun 2019, 06:54

Moin moin,
Danke für die Links :D Der Erste war schon mal gut. Getz noch nen Kaffee und dann die Anderen. :P

Antworten

Zurück zu „Offtopic“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste