KOLIBRI AlphaPolymer Zellen eine ENTE?

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titanusmann

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KOLIBRI AlphaPolymer Zellen eine ENTE?

Beitrag von titanusmann » Mi 27. Okt 2010, 13:23

Kann mir jemand was zu dieser Akku Zelle sagen? Die soll ja DER Durchbruch sein! Angeblich ist mit dem Akku ein Audi A2 600 Km mit einer Ladung gefahren!
Der Akkupack soll grade mal 100 KG wiegen. Wer verkauft die Zelle? was kostet Sie? Wie sind die Leistungsdaten? Wie sicher? :?: :?: :?: :?: . Oder ist das Alles nur
eine riesen Lüge :?: Wäre ja schade :(
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STW

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Beitrag von STW » Mi 27. Okt 2010, 20:14

Tja, zum Einlesen wäre http://www.ureader.de/msg/140022590.aspx geeignet. Da werden dann auch solche Buzzwörter wie "70% mehr Effizienz" schon gut zerlegt.

Treiben wir uns zuerst auf der Webseite der Fa. mal herum: http://www.dbm-energy.com/index.php?ms= ... 1265026644

Es fällt ins Auge: "Die Kanzlerin lud hochkarätig zum Gipfeltreffen, neben den Autobossen ... waren auch Führungskräfte der Wissenschaft wie DBM-Chef Hannemann dabei. "
(Ist der Hannemann auch der, der im Impressum steht und in Personalunion derjenige, der den A2 gefahren hat? Und der, der das Physikstudium abgebrochen hat und daher jetzt Führungskraft der Wissenschaft ist?)

Hält man sich vor Augen, dass in den letzten paar Jahren bereits 500Mio € Forschungsmittel für Akkus und E-Autos ausgegeben worden sind und mit dem Konjunturpaket II die gleiche Summe nochmals ausgeschüttet werden soll, dann dürfte klar sein, worum es primär geht: von dem Kuchen wollen viele etwas abbekommen.
Denn: http://www.dbm-energy.com/index.php?ms= ... 1288198955 , "Die von der DBM ohne Fördermittel entwickelte und geschützte KOLIBRI AlphaPolymerTechnology ...", da besteht also noch Nachholbedarf, aber keine Sorge: "Seit Anfang 2010 wird die DBM auch seitens der Bundesregierung, konkret vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, auf ihrem Weg begleitet."

Den Rest der Webseite kann man genüßlich herunterlesen und dann nach jeder Antwort fragen: wo unterscheidet sich das von Chinazellen?

Dann kommen Highlichts wie "Ist der KOLIBRI-Akku eine Lithium-Ion Technologie? - NEIN. Der Kolibri ist eine Lithiumbatterie auf Polymer Basis." Aha. Man lernt nie aus.

"Sie können Ihre bisherigen Akkus einfach austauschen, ohne zusätzliche Wechselkosten oder Standzeiten, die zu einem Produktivitätsverlust führen können." ..."Ist ein Umbau der Geräte nötig? -NEIN. Ein Umbau Ihrer Geräte ist nicht nötig. Unser Ziel ist es, Ihnen Lösungen zu bieten, die für Sie SOFORT nutzbar sind. Das bedeutet: Alter Akku raus, neuer Akku rein und das ohne Mehraufwand oder nennenswerte Unterbrechung Ihres laufenden Betriebs."
Aha, ohne Anpassung der Ladeelektronik (geht allerdings nur bei LiFePo4 im Austausch gegen Blei), ohne BMS, ohne ...? Was wohl ginge: Zellen zusammen mit Elektronik in einem Block verbauen, das geht, dann ist es aber mit der angeblichen Recyclefreundlichkeit vorbei.

"...Der alleinige Austausch eines konventionellen Bleiakkus durch den Kolibri lässt Sie 70 % Energie und damit bares Geld sparen. ..." <Sarkasmus on> Das habe ich bei Chinazellen natürlich nicht ... <Sarkasmus off>. Wie man sich die 70% schön rechnen kann, siehe ersten Link. Das ist schon genauso kreativ wie die Datenblätter unserer chinesischen Rollerschmieden.

Von der Homepage: "Seit September 2009 erprobt und testet die DBM ihre Akkus bei ...", also ein Jahr, und zu kaufen ist noch gar nichts. Wäre auch verfrüht, denn wo etwas zu Ende entwickelt worden wäre, gäbe es ja auch keine Fördermittel mehr. Ach, wo sind sie nur, die Zellen von "Fortu", seit Ende der Forschung hört man da nichts mehr von (hoffentlich sind wenigstens ein paar Patente abgefallen, die man dann noch in Zukunft ausschlachten kann), oder die Zellen von ..., oder ...

Schauen wir uns die Adressen im Impressung an, aber auch alle weiteren Details der Webseite, dann stellt sich die Frage: wer produziert denn jetzt wo diese Wundertüten? Wer produziert die Elektronik und das ganze Drumherum, so dass nicht mal mehr ein Ladegerät notwendig ist ... Da kann ja jeder mal in Google Earth selbst nachschauen.
Gut, einige Fragen beantwortet für 249€ ein Büchlein, dass dort bestellt werden kann. Das werde ich aber nicht tun. Der angekündigte Inhalt dürfte lediglich verbale Allgemeinplätze abdecken. Für 249€ bekomme ich schon 200Ah LiFePo4, da habe ich mehr von ...

Aber man ist ja neugierig, ich wollte jetzt mal ein Bild / Photo / Video von der Zelle sehen. Der Youtube-Link zu einem Video, wo die Zelle unter Beschuß zu sehen sein sollte, führt zu "Dieses Video wurde vom Nutzer entfernt." Auf die Schnelle habe ich nur ein Photo gefunden unter http://www.cleanthinking.de/ausgezeichn ... reis/4372/
Die Aussagekraft des Photos eines Akkublocks mit 230V - Anschluß mag jeder selbst beurteilen ...

Nun kommen wir mal zu der 600km-Fahrt auf der Autobahn. Der Wagen kam morgens Berlin an, also wird man die ruhigen Nachtstunden genutzt haben für die Fahrt, die anscheinend von niemandem begleitet wurde, der unabhängig ist. Ok, sei es drum. Ruhige Nachtstunden, da wird der Verbrauch bei 10-20KWh auf 100km liegen, vielleicht etwas mehr, vielleicht etwas weniger. Rechnen wir mit einem Mittelwert, dann liegen wir so bei 90KWh für die gesamte Strecke. Unter http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/03/Elektroauto-Akku finden wir eine unbestätigte Information, dass der Akku 115Wh/Kg speichert. Das könnte stimmen, meine Thunderskys haben nur die halbe Energiedichte. Wenn das so wäre und ist, dann sprechen wir von ca. 800Kg Akkugewicht in einem handelsüblichen A2. Sollte die Energiedichte doch noch höher sein oder der Verbrauch deutlich niedriger - ich würde ja gerne mal ein Datenblatt vom Hersteller lesen -, dann könnte der Pack auch bei 400-600Kg liegen. Genauso gut könnten es auch eine Tonne sein, schließlich wollen Elektronik und dicke Kupferkabel untergebracht sein.
Bleiben wir mal optimistisch bei 400Kg und überlegen uns, wie die in den A2 passen, und wieviel Zuladung dann noch möglich ist. Vorher kann man ja das Gewicht des ursprünglich eingebauten Benziners und des Tanks abziehen.

Aber gehen wir mal weiter durch die Google-Trefferliste:
http://www.handelsblatt.com/technologie ... ;2543289;0

M.H. mokiert sich über folgende Absage von Siemens: "Es ist nicht im Interesse der Kunden, ein Elektroauto mit einer so großen Reichweite zu präsentieren“. Tja, stimmt, wenn ich Chinazellen kaufe, ein Gehäuse drumherumsetze und noch Elektronik, dann kostet die Kilowattstunde gerne 1000€. Macht dann für die Strecke München-Berlin ca. 100T€ an Akkus (für Tagfahrten, nicht ruhige Nachtfahrten). Drumherum kommt dann noch ein Auto. Ich will kein E-Auto für 130T€ - naja, ok, einen Tesla würde ich schon nehmen. Siemens hat da durchaus recht. Es liegt nicht in meinem Interesse, einen A2 für 130T€ zu fahren.

"M. G., Projektleiter bei Ruf, hätte gern – wie Siemens auch – tief ins Innere des Akkus geblickt und eingehende Tests unternommen. Er hat aber auch Verständnis dafür, dass dies für das Berliner Start-up zu riskant ist."
Das glaube ich gerne, dass die da mal gerne getestet hätten. Und das die mal gerne etwas gesehen hätten. Solche Versprechen will man ja nun überprüfen, da wird niemand blind vertrauen. Und ich glaube gerne, dass das für der Start-Up - Unternehmen riskant wäre ...

Also, wenn es die Zellen zu kaufen gibt, zeitlich bestimmt kurz nach denen von Fortu, dann wird es bestimmt Erfahrungsberichte geben. Bis dahin warten wir auf ein Datenblatt.

Bis dahin kann ich schon mit meinem Auto, das vom Alter her nicht mehr weit vom H-Kennzeichen entfernt ist (ich sag nur: "Power satt ohne Kat"), bereits elektrisch von Berlin nach München reisen. Da gibt es nämlich einen Autoreisezug, abends, kurz vor 22.00 Uhr, ... :twisted:
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Beitrag von gervais » Do 28. Okt 2010, 09:21

Danke für die Links. Schön gelacht.
Sogar über Klimatisierung (was auch immer damit gemeint ist) verfügt der A2.
Die Beschussvideos sind übrigens kpl. entfernt worden.

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Beitrag von STW » Do 28. Okt 2010, 21:20

Im elweb gibt es auch eine interessante Diskussion dazu (http://forum.mysnip.de/read.php?568,310663), daher hier kumuliert noch ein paar Links:

http://forum.golem.de/kommentare/wissen ... sg-2494661
Hier lohnt es sich durchaus, die ganze Seite zu lesen, da zum ersten Eintrag noch sinnvolle und notwendige Nachbesserungen erfolgt sind.

Dann gibt es hier noch einen Bericht:
http://adacemobility.wordpress.com/2010 ... /#more-744
Auffällig: der Notar hat kurzfristig vor der Reise abgesagt, das Pressefahrzeug hat zweimal den Kontakt zum A2 verloren. Die jeweiligen Zeitfenster (40 Minuten, 35 Minuten) kann man aus dem Blog gut selbst nachrechen.
Meinte technischen Annahmen decken sich nährungsweise mit den "unter Vorbehalt" im Artikel genannten technischen Daten. Auch wenn die Zeit http://www.zeit.de/auto/2010-10/elektroauto-langstrecke von lediglich 100Kg Batteriegewicht berichtet, der ADAC aber 300Kg in den Daten hat.
Wir wollen das journalistischen Ungenauigkeiten zuschreiben und distanzieren uns von der Idee, dass 3x 100Kg = 300Kg sind, bringen diese Zahl nicht übereifrig in Verbindung mit den 2 Trennungen des Begleitfahrzeuges vom Konvoi und wissen natürlich auch, dass unsere zeitlichen Erfahrungen beim Batteriewechsel "Alt gegen Neu" in unseren Rollern nicht der voreilige Maßstab unserer Überlegungen und Rückschlüsse sein dürfen, weil ein Roller nunmal kein Auto ist, da er ja nur 2 Räder hat.

Nun lesen wir auch erstmals von 275T€ Förderung, veranschlagt sind 500T€. (Man möge mir 20.000€ geben, dann baue ich einen E-Roller mit einer Reichweite von 100km, ehrlich, ist dann natürlich auch eine Eigenentwicklung, da komme ich nur knapp hin mit dem Geld und lege selbst drauf). Tja, habe ich mit meiner Vermutung doch richtig gelegen, auch wenn 500T€ (noch) nicht der große Wurf sind.
Mangels Notar für die Fahrt müssen die Vertreter des BMWi als Leumund herhalten. Gut, die haben die Fördermittel bewilligt, die sind da natürlich völlig neutral in ihrer Bewertung. Und außerdem wären sie als Beamte verpflichtet, bei eventuellem Schmu sofort Meldung zu machen, um weiteren Schaden abzuwenden, etwa in der Form "Herr Minister, die 275T€, die wir auf meinen Vorschlag hin bewilligt haben, nun, die sind, äh, ...".
Unser Wirtschaftsminister - das ist der, der auch heute beim Thema Atomkraftwerke in Bundestag dabei war und auch dort Entscheidungen im Sinne äh, des deutschen Steuerzahlers natürlich (was dachtet ihr denn wohl), mitgetroffen hat - spricht davon, dass die Batterietechnik jetzt schnellstmöglich in die Serienfertigung gehen müsse. Wer sich im Politikumfeld auskennt, weiß, wie das zu verstehen ist: Feuer frei für weitere Fördermittel. Umso besser, wenn man schon in Gesprächen mit großen Automobilherstellern ist (zu den bisherigen Erfolgen siehe meinen ersten Eintrag in diesem Thread). Die kommen aus lauter Verbundenheit (Abwrackprämie, Feinstaubplakette usw.) jetzt moralisch gar nicht drumherum, sich ernsthaft mit dem jungen Erfinder zu beschäftigen, der unsere E-Mobilität so dermaßen zukunftsweisend voranbringt und tun dies daher natürlich ungeachtet aller Überlegungen zur Möglichkeit des Abgriffs weiterer Fördermittel für die Errichtung von Forschungs- und Produktionsstätten zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Um nochmals auf den ersten Link zurückzukommen und die Vorkommnisse um die Feuerberichterstattung herauszuheben: ich habe hier nur Zeitungsartikel zitiert und erläutert, welche falschen Rückschlüsse man keinesfalls daraus ziehen sollte.
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Beitrag von gervais » Fr 29. Okt 2010, 09:56

Keinesfalls.

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titanusmann

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Beitrag von titanusmann » Fr 29. Okt 2010, 10:35

Ja aber eine Tatsache ist unbestreitbar! Der A2 ist diese Strecke gefahren! Und selbst wenn er mal für 30 Minuten verschwunden war, so hat er sich doch in dieser Zeit 30 km weiter in Richtung Berlin bewegt ,also mit 60 Km/h schnitt!Wer kann im Fahren nachladen :lol: :lol: :lol: !
Das ist schon absolut bemerkenswert! Wenn das alles seine Richtigkeit hat, so muß man den übrigen Erfindern und
Forschern auf diesem Gebiet Unfähigkeit oder Fördermittelerschleichung nach Salamitaktik bescheinigen! Auch diese
Möglichkeit ziehe ich in Betracht, denn wie immer in der Welt geht es nur ums Geldscheffeln ohne Rücksicht auf Mensch und Natur! :twisted: :twisted: :twisted:
Es Wäre nicht das Erste Mal ,daß die Mineralölmafia Bestechungsgelder zahlt um Entwicklungen zu verhindern oder zu bremsen! Fragt doch mal Toyota warum der Prius
plug in nur 20 Km Reichweite im Elektrobetrieb bekommt !! :twisted: :twisted: :twisted: Halllooo haltet Ihr uns für so blöd :?: :?: . Was habt Ihr dafür kassiert :?:
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Beitrag von STW » Fr 29. Okt 2010, 12:46

Wie man legal an Fördermittel herankommt und diese vermehrt, hat vor ein paar Jahren folgender Fall gezeigt:
Eine Ex-Bundesminister fängt bei einem Konzern an, der primär im Bereich der Förderung fossiler Brennstoffe tätig ist/war. Er nimmt 20Mio in die Hand, bekommt 60Mio Fördergelder dazu, und gründet eine Fa. zum Thema Forschung (und irgendwann mal Produktion) von Li-Zellen. 20+60 = 80. Nach einer Anstandsfrist von ca. 6 Monaten wird die Hälfte der neugegründeten Fa. an einen deutschen Automobilhersteller verkauft. Die Kaufsumme wurde nicht genannt, aber ich spekuliere mal auf 40Mio. Innerhalb von 6 Monaten wurde das Eigenkapital "ordentlich verzinst", 20 Mio rein, 40 Mio raus, dabei bleibt eine halbe Fa. hängen, deren andere Hälfte sich allein finanziert.
Wie man also Fördermittel abgreift, haben die alle raus. 500Mio bisher sowie 500Mio im Konjunkturpaket müssen ja auch irgendwie verteilt werden.

Weiter geht es: gefördert wird nur, was nicht marktreif ist, bzw. wo finanzielle Anreize geschaffen werden müssen, damit Kunden kaufen (z.B. Abwrackprämie). Von daher wird es keine marktreifen Produkte deutscher Hersteller geben, solange der Fördermitteltopf nicht leer ist. Ebenso wird es keine Endkundenförderung geben, weil die dann den i-Miev oder chinesische Produkte jetzt kaufen würden.
Umso ärgerlicher, wenn jetzt eine kleine Fa. so eine Fahrt absolviert mit soviel Beachtung seitens der Politik. Jetzt ist man als großes Automobilunternehmen gezwungen, sich mit dieser Fa. zu beschäftigen, um Ruhe in das Geschehen zu bekommen und sicherzustellen, dass noch nicht vergebene Fördermittel in die falschen Kanäle fließen. Da ist es völlig unerheblich, ob der A2 mit oder ohne "Rückenwind" die Strecke geschafft hat - genug Geld vorausgesetzt, kann man so ziemlich jedes Fahrzeug mit marktüblichen Akkus für diese Reichweite ausstatten. Das weiß auch Herr Daimler und Konsorten.

Gewiss hat unsere Mineralölindustrie die Zeichen der Zeit erkannt. Da hält ein amerikanischer Konzern die Patente für große NiMh-Akkus, vergibt aber keine Lizenzen für Zellen mit großer Kapazität. Hier und da sind schon die Zeichen zu erkennen, dass Konversionen vorbereitet werden, um in den Schlüsseltechnologien mitspielen zu können. Da ist es dann hochwillkommener "Zufall", dass bei der Befreiung Afghanistans eine Menge Bodenschätze inkl. seltener Erden lokalisiert werden.
So, jetzt höre ich auf, sonst werde ich noch zum Verschwörungstheoretiker abgestempelt ...
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Silberreiher

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Beitrag von Silberreiher » Fr 29. Okt 2010, 13:44

Hallo

nicht nur, wie STW schrieb, werden Patente bezüglich des E-Antriebs und der Akku-Technik von der Auto- und Mineralölindustrie gehalten und weiter aufgekauft, nein es werden teilweise Innovationen und Startups mit Systematik kaputt gemacht, damit ihr Geschäftsmodell nicht gefährdet wird.

Wie kann es sein, dass seit den 80er Jahren an E-Antrieben "geforscht" wird und nix dabei rauskommt. Man beachte die andere Entwicklung. Erst kam ABS und innerhalb von 20 Jahren hat man Fahrzeuge, die fast alles können, wenns sein muss sogar Kaffee kochen.

Nur bei den Alternativen geht alles nicht voran? Wenn man die Aussagen von Herrn Dudenhöfer (Verkehrsexperte) und auch die Artikel in ADAC Motorwelt liest, ist bei jedem E-Antrieb alles nicht ausgereift. Wenn man dann die Umfrage des TÜV Rheinland Pfalz liest, nach der 54 % sich für ein Elektroauto entscheiden würden, frage ich mich, wann jemals alternative Antriebe auf den Markt kommen.

Im übrigen ist zu bedenken, dass die RWE ja ein Geschäftsmodell aufbaut, dass E-Fahrzeug, Ladesäule und natürlich deren Strom im Paket angeboten werden. Natürlich zu deren diktierten Preisen.

Es wird so weit kommen, dass die Energiekonzern ein Modell entwickeln, dass der Kunde sich an diese binden muss und ein normales Aufladen an der Haushaltssteckdose nicht möglich sein wird, und dann überhöhter "Autostrom" verkauft wird. Die Lobby der Autoindustrie und Mineralölindustrie ist einfach zu stark, leider.

Ich halte die Einführung von E-Fahrzeugen durchaus für maktreif, und mit höherer Stückzahl werden zwangsläufig auch die Akkupreise sinken. Ich kann nur hoffen, dass der Opel Ampera ein Erfolg wird und vor allem Hersteller wie Think! usw. den Markt erobern können, becor die Chinesen den Markt hier aufmischen.

Ich garantiere, sobald der 1. preiswerte chinesische E-PKW hier auf dem Markt ist und sich verkauft, haben alle Hersteller plötzlich solche Fahrzeuge in den Show-Räumen stehen.

Gruß
Michael

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Beitrag von STW » Fr 29. Okt 2010, 17:50

Tja, das Geschäftsmodell Nassrasierer/Rasierklingen, Tintenstrahldrucker/Patronen, Simlock-Handys läßt sich auch auf E-Mobilität übertragen.
Die Claims werden jetzt schon abgesteckt. Zuerst kommen dann intelligente Ladestationen (zumindest da gibt es eine deutsche Normierung), die eine haltergenaue Abrechnung ermöglichen, dann sieht man etwas später auch mal ein E-Auto dazu, als Modellversuch.

Es wäre ja auch ein Modell denkbar gewesen mit Wechselakkus. Ab zur Tankstelle, alter Akkusatz wird aus dem Unterboden geholt, per Elektronik der Gesundheitszustand und dessen Veränderung zum letzten Wechsel ermittelt, frischer geladener Akku wieder hinein. Das kann genauso schnell wie ein normaler Tankvorgang erfolgen.

Den Chinesen mangelt es da ja immer noch an Qualität. Bereits letztes Jahr scheiterte anscheinend ein deutscher Importversuch. Die Autos kamen wohl an, die Qualität war so lala, der TÜV erteilte aufgrund fehlender E-Nummern nicht seinen Segen. Bleibt im Moment der Tarazzi Zero und bald der iMiev als einzige Alternative.
Und bis dahin fährt man mit in Deutschland veredelte Chinaroller - die sind im Stadtverkehr sowieso sinnvoller zu bewegen.
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E Autos stecken noch in Kinderschuhe

Beitrag von greenline » Fr 29. Okt 2010, 20:05

Interessante Diskussion

Hab mich umgeschaut auf dem E Fahrzeugmarkt, denn ich solle für uns ein taugliches E Auto fürs Unternehmen ausfindig machen.
Ups, da stell ich fest, na das gibts ja noch gar nicht... bzw. zu utopischen Preisangaben aber letzlich dann in Deutschland doch noch nicht käuflich.

Es wird doch so werden, egal wie viel Innovation und auf dem Markt erscheinende "NoName Hersteller" kommen, sei es für Umbauten etc. kleine E Cars die teils nur bis 50 oder 80 kmh schnell sind oder echte E Cars, wenn ein Autokonzern dann einen echten, tauglichen und leistbaren E Wagen bringt (zumindest gehe ich davon aus, dass dies in den nächsten Jahren passieren wird) dann werden alle innovativen "Noname" Bastler leer ausgehen, oder evtl. vorher vom Auto RIESEN aufgekauft! Es wird auch so weit kommen, das die Autohersteller bzw. Konzerne mit den Energie RIESEN kooperieren, und wie erwähnt dann diese die MAcht und Monopolstellung auf dem E Markt haben werden. Denn ein kleiner Fisch kann noch so innovativ sein, er wird bevor er wachsen möchte im Keime erstickt...

Was sich bisher am besten anhört, das ist der Nissan Leaf zumindest ein vollwertiger 5 Sitzer in Mittelklasse, Größe ähnlich wie Prius, zu Preisen ab 28 - 30 TEuros zumindest in den Ländern, welche E Cars bereits fördern wollen... Wenn ich vergleich IMieV für 30.000 Euros oder Nissan Leaf für ungeförderte 35.000 Euros dann ist der Nissan wohl das Auto mit den beseren Chancen zumindest bei einer Familie mit 1-3 Kindern...

Oder gibst noch besser Beispiele ?
Max II von Tante Paula - 1000W,36V-ab 7.2010-seit 28.8.2010 mit LiFePo Akku 20Ah - Verbrauch ca. 1.9 kWh/100 km

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