Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

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melbar60
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von melbar60 »

Leider nicht wirklich und die serienmäßig draufgeklebte Folie mit einer Handvoll Luftblasen drunter macht es nicht unbedingt besser...ich hab letztens dann mal ne polarisierende Sonnenbrille auf gesetzt. Damit sieht das Display zwar etwas merkwürdig aus (stark silberne glänzende Zahlen usw.) aber zumindest erkennt man noch die Geschwindigkeit.

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EMopp
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von EMopp »

Hallo Roller Gemeinde :)

ein weiterer Zwischenbericht. Inzwischen ohne Probleme über 700 km gefahren, außer dass ich es einmal geschafft habe den Roller
restlos leer zu fahren und 3 km vor der Haustür liegen blieb :oops:

Tipp: ab 15% dringend angeraten und ab 10% Akkuladung zwingend (weil es dann ratzfatz gen Ende geht) die nächstgelegene Steckdose suchen! Ich hatte das Glück, dass mir auf der Landstraße 200m weiter ein freundlicher Gastwirt seine Garagensteckdose für eine kurze Zwischenladung zur Verfügung stellte.

Akku Ladung bei Stillstand: 4%
Kilometerstand: 188 km (30% Stadt / 70% Landstraße)
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IMG_20230609.jpg
.

Die erste Garantie Wartung konnte ich erst bei 700 km durchführen lassen. Für Trinity kein Problem, wenn Trinity dazu informiert wird und der Roller einwandfrei läuft. Auch die freundliche Werkstatt in D'dorf (BOSCH Dienst auf der Oststraße) hatte an meinem Jupiter nichts zu bemängeln.

Windschild

Ich bin testweise mal ohne Schild gefahren und wie Motorradfahrern ja bekannt, ist es mitunter angenehmer ohne statt mit einem unzureichenden (diesem) Schild zu fahren. Ich kann mir vorstellen, dass dies neben der zu schmalen Form auch daran liegt, dass unter dem Schild ebenfalls Fahrtluft durchgeführt wird und die ohnehin schon vorhanden Turbulenzen am Helm zusätzlich verstärken.
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IMG_20230609_190739.JPG
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IMG_20230609_143858.jpg
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Längeres Fahren über 100 km/h auf einem Roller macht ohnehin kaum Spaß, also kann ich auf den Schild auch verzichten.
Da das Teil aber ohne Schild nicht wirklich gut aussieht, habe ich mir von Trinity ein B-Waren Schild kommen lassen und werde es a la CE 04 auf ein reines Zierschild verkleinern. Mal schaun wann ich dazu komme und ich werde natürlich berichten.
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dominik
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von dominik »

Den Spalt unten am Windschild kann man ja probehalber mal mit Klebeband ankleben.
Ich vermute das es aber eher schlechter wird.
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EMopp
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von EMopp »

melbar60 hat geschrieben:
Mo 12. Jun 2023, 21:05
...und die serienmäßig draufgeklebte Folie mit einer Handvoll Luftblasen drunter macht es nicht unbedingt besser...
Diese Folie muss ab. Das ist keine Antireflektionsfolie, sondern nur die übliche Bauteileschutzfolie vor erster Inbetriebnahme.
Kennst Du auch von anderen glänzenden Plastikprodukten, wenn Du sie neu gekauft hast. Daher auch die Blasen.
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Electricrider
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von Electricrider »

Hallo liebe E-Roller Gemeinde!
Ich bin jetzt seit 08/22 auch "stolzer" Eigentümer eines Trinity Jupiter SL. Der Stolz hält sich inzwischen etwas in Grenzen und deshalb dachte ich mir ich gebe hier auch mal etwas zum Besten. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Leidensgenossen*innen ;)
Hier liste ich mal tabellarisch meinen Trinity Leidenswerg auf.
  • -
Bestellt im 03/22 mit integrierten Ladegerät und Topcase für 2 Helme.
  • -
Ausgeliefert 08/22. Da war die Freude riesig :D
  • -
Nach 70 Km (09/22) merkwürdiges Fahrgeräusch am Vorderrad. Ich habe dann ein Fahrvideo an meinen Händler (e-mobilcenter Hirschaid) gesendet. Ich will an dieser Stelle bereits ausdrücklich betonen, dass die beiden Inhaber des e-mobilcenters in Hirschaid immer und zu jeder Zeit äußerst hilfreich, freundlich und engagiert sich um meine "Trinity-Probleme" gekümmert haben!!!
Mein Video wurde an Trinity gesendet. Aussage von dort: "Das Problem ist uns nicht bekannt."
Da sich niemand mehr sicher war ob ich noch gesichert fahren kann, habe ich den Roller ab Ende 09/22 in meiner Garage stehen gelassen. Die Herren vom e-mobilcenter waren dann so freundlich den Roller auf einem Anhänger verladen kostenfrei in Ihre Werkstatt zu fahren. Immerhin eine Strecke von ca. 80 Km hin und zurück.
  • -
In 11/22, nachdem von Trinity eine komplette neue Bremsanlage für das Vorderrad geliefert wurde, wurde der Roller erfolgreich repariert und ich erhielt meinen Roller 01/23, wg. diverser Terminprobleme, zurück.
  • -
Ab 04/23 sollte eigentlich wieder meine Rollerfreude beginnen :D Das tat sie auch. Bis Km-Stand 1.907.
Hier passierte es, dass der Roller (Fahrstufe 3 - Fahrgeschw. ca. 85 Km/h - Batteriekapazität in diesem Moment ca. 17%) plötzlich einen elektrischen Totalausfall hatte. Alles aus. Kein Licht, kein Blinker, kein Bremslicht, keine Anzeige. Nichts. Ich bin "rechts" ran gerollt > Zündschlüssel auf aus > warten > Zündschlüssel wieder ein und ich konnte wieder fahren.
Vorausgegangen waren bereits permanente Probleme mit der Batteriekapazität.
  • -
Bei Km-Stand 2.570 passierte der Totalausfall gleich zweimal hintereinander. Und das bei Geschwindigkeiten über 100 Km/h.
Natürlich habe ich nach dem ersten Totalausfall gleich das e-mobilcenter informiert. Vermutung von dort: Wahrscheinlich eine Zelle im Akku defekt.
  • -
Inzwischen steht der Roller, seit 28.09.2023, in der Werkstatt. Nach Messungen hat sich der Verdacht der defekten Zelle bestätigt. Trinity wurde vom e-mobilcenter informiert, wollte aber zunächst nur das Serviceheft sehen. Klar, ein nicht durchgeführter Service könnte ja zum erlöschen von Gewährleistungsansprüchen führen. Eine weitere Antwort von Trinity steht bis jetzt noch aus :cry:
Gesichert fahren kann man den Roller derzeit ohnehin nicht. Stichwort: thermal runaway des Li-Akkus.

Fazit:
Natürlich wurde ich nach dem Kauf meines Jupiter im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Roller gefragt. Anfänglich war ich wegen des Fahrspaßes euphorisch :D Inzwischen bin ich mit positiven Aussagen eher zurückhaltend!!
Und wie auch hier im Forum bereits angesprochen, die anderen Mängel des Jupiter
- Display bei direkter Sonneneinstrahlung überhaupt nicht ablesbar,
- Verriegelung der Sitzbank mangelhaft und hat bei meinem Roller bereits dazu geführt, dass ich mir beim öffnen der Sitzbank, wegen einer hervorstehenden Befestigungsklammer des Sitzbankbezuges, eine Stichverletzung zugezogen habe
sind für einen E-Roller dieser Preisklasse inakzeptabel!! Auch wenn er aus China kommt.

Ich werde gern weiter berichten, wie sich Trinity, insbesondere in Bezug auf den defekten Akku verhalten wird.

Mit den besten, derzeit leider elektrorollerfreien Grüßen
Achim

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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von achim »

Da scheint meine 1019er Version ja fast zuverlässiger zu sein. Ausfälle oder so was hatte ich bis jetzt nicht.

Gruß,
Achim

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Motek
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von Motek »

Electricrider hat geschrieben:
Mo 2. Okt 2023, 17:46
Hallo liebe E-Roller Gemeinde!
Ich bin jetzt seit 08/22 auch "stolzer" Eigentümer eines Trinity Jupiter SL. Der Stolz hält sich inzwischen etwas in Grenzen und deshalb dachte ich mir ich gebe hier auch mal etwas zum Besten. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Leidensgenossen*innen ;)
Hier liste ich mal tabellarisch meinen Trinity Leidenswerg auf.

(...)
Hallo Achim,

hast du deinen Roller mittlererweile zurück? Wie ging es weiter?

Viele Grüße
Matthias

Edit Montag, 6.11.: ich habe jetzt für übermorgen meinen Testlauf gebucht, die Aufregung ist groß (ich bin da wie ein kleines Kind am 23.12.). Mal schauen, was ich euch dann hier rein schreibe--
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didithekid
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von didithekid »

Hallo Motek,

Genau, wenn es um den (seit Mitte 2022 neuen) Jupiter SL geht, ist das hier der relevante Strang.

Viel Spass bei Deiner Probefahrt.

EMopp hatte in der Trinity-Zentrale auch ein Foto vom Akku-Inneren gemacht:
Bild
Da sind die weißen Zellenkabel am ANT-BMS zu sehen.

In meinem Thunder-Roller habe ich auch Kontaktprobleme an den Zellen-Kabeln des ANT-BMS gehabt, die zu spontanem Totalausfall (BMS-Abschaltung) aller Elektrik führten.
Ich kann natürlich nicht sagen, ob die Probleme bei electricrider die Gleichen sind (meine Zellen sind jedenfalls alle OK, nur deren Spannung kamen zeitweise nicht im überwachenden BMS an), aber ich hoffe das Trinity da inzwischen Gegenmaßnahmen beherrscht. Technisch eigentlich Kleinigkeiten; bloß die Folge: nicht immer fährt dann der Roller nach Neustart (am Straßenrand) wieder direkt los.
Die Fahrzeuge werden eigentlich von Jahr zu Jahr besser. Eine neue Generation Akku hat aber wieder neue Kinderkrankheiten, die erst in den Griff zu bekommen sind. Die 117Ah-Zellen (auch bei mir drin) sind aber top.
Wenigstens ist hier nur die Akku-Konfiguration neu. Das Chassi mit Motoren gab es als efun TIGER ja schon länger.
Und nur geringe Unterschiede zum Jupiter11-Vorgänger-Modell auf Basis efun PUMA.
(Von dem achim nach vier Jahren Modell "1019" ;) offenbar als treuer Ritter überzeugt ist).

Viele Grüße
Didi
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Motek
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von Motek »

Liebe Gemeinde,

ich habe heute den SL getestet und danach einen Auftrag gemacht. Zur Einordnung, ich bin bisher einen großen Verbrenner gefahren, Yamaha BT1100, ein Drehmomentmonster. Also wollte ich etwas, das sich in der Beschleunigung zumindest nicht nach 250ccm anfühlt. Roller fand ich immer doof/unsexy, auch und besonders, als ich als 16jähriger selbst einen (Simson SR50weiß) hatte. Dafür hatte ich damals in der Schule an Regentagen trockene Schuhe und Waden, im Gegensatz zu den coolen Leuten. Fazit für die tldr-Leute: zum Pendeln sehr vernünftig geeignet. [mal sehen, ob ich das in einem Jahr noch immer sage]

Achtung, das ist ein Vergleich für Verbrennerfahrer. Das ist mein erstes e-Fahrzeug, und ich habe auch nur den Jupiter getestet. Es geht also hauptsächlich um die Frage, ob ein Beschleunigungs-begeisterter Petrolhead für den Alltag auf Emobilität im noch-4-stelligen-Rollerbereich umsteigen kann/will/sollte/zumindest mal probieren muss.

Ästhetik: mein Verhältnis zu Rollern ist gespalten. Ich sag mal frech, der Roller ist nicht so hässlich, wie er hätte sein können. Die Front gefällt mir gut, das Heck ist ok, wenn man das Topcase entfernt. Seitlich... ist es eben ein großer Roller. Das Display: ok. Weniger bunt und dafür die Uhrzeit drauf hätte es auch getan. Ich hab irgendwo noch eine Aufkleb-Uhr rumliegen, die ich vor Jahren auf eine Honda NTV platzieren wollte. Sonst halt 10-15€ bei Louis, Conrad oä., auch wenn so eine Uhr das Cockpit noch mehr verschandelt.

Ich bin eine Runde mit ca 10km Stadt und 2-3km Landstraße gefahren, auch mal eine Pflasterstraße und buckelige geflickte Teerstrecken mit Straßenbahnschienen, es hat ordentlich Wind geweht. 8% Akku hab ich verbraten, das sagt aber erstmal gar nix aus, 13km ist zu wenig, der Akku ist neu, ich hab Vollstrom gegeben, sobald ich konnte.

Beschleunigung: wie hier und da schon gelesen fährt der Roller gemäßigt an und bringt die richtige Beschleunigung erst nach ein paar Metern. Nachteil: beim Ampelstart werde ich in Zukunft wieder mehr danach schauen müssen, was das für ein Auto ist, das ich da potentiell versägen will. Vorteil: bei nasser Strecke/Straßenbahnschienen/Gras (mein Hof ist eine Wiese) muss man nicht so viel Angst haben, dass das Heck selbstständig wird. Sobald man losgefahren ist, zieht der Roller aber sehr ordentlich ab bis 70km/h (Geschwindigkeiten alle nach Tacho), dann noch ganz gut bis 85. Nicht vergessen, im Vergleich zur Boller-Maschine entfallen die Lastwechsel beim Schalten wg. der sehr sauber durchbeschleunigenden Automatik. Zwischen 85 und 115 hatte ich das Gefühl, dass mein 2lDiesel-Caddy da etwas besser ziehen würde. Für den Rest bis 120+x hatte ich nicht genug freie Fahrt, vermutlich braucht man etwas Geduld für die letzten paar km/h. Subjektiv scheint die Beschleunigung vor allem in und um die Stadt ausreichend, um mit einem Grinsen auf Arbeit zu kommen. Dabei habe ich aber im Hinterkopf, dass nur 8km meiner 30km Arbeitsweg auf 100km/h freigegeben sind. Und vielleicht fühlt es sich auf einem Roller auch nur schneller an, als es eigentlich ist. Das teste ich später mal noch mit meinem Bruder- Jupiter vs Suzuki GN250, vs Caddy, BT1100. Ich gehe davon aus, dass er die GN in die Tasche steckt, dem Caddy bis 60/70 davon fährt. Die BT wird vermutlich über die Kreuzung gefahren sein, bevor der Jupiter in den Sprintmodus kommt. Man wird sehen.

Handling Die Federung ist manchmal Thema bei Rollerthreads. Mein Eindruck: schön straff, federt aber weicher ab, als mein Sprit-Dampfhammer. Das ist grad Thema für mich, mein Rücken spackt rum. Hier hat der Roller gut abgeschnitten, egal ob Asphalt-Flickenteppich oder Pflasterstraße. Keine Sänfte, aber weicher als das Motorrad. Kurvenlage in Ordnung, kein Wobbeln, Vibrieren oder Schaukeln oä. Bei ca 100/110 schien er anzufangen leicht zu flattern, das kenne ich von den 250ccm-Mopeds (die GN fühlt sich aber bei 100 schon an, als müsste man zum Freiflug nur noch die Handflächen horizontal in den Fahrtwind halten). Daher halte ich das für unauffällig. Hier wird auch die Wahrheit erst ans Licht kommen, wenn der erste Satz Reifen abgefahren ist und Heidenau drauf kommen. Wann genau und wie stark das Flattern wird muss ich noch schauen.
Ich war erstaunt über das Verhalten bei schlechter Straße, das hatte ich nicht so (gut) erwartet. Und: kein spürbarer Unterschied zu Motorrädern bei Seitenwind. Da hatte ich auch mehr Wackeln befürchtet. Gegenwind hatte ich nicht, daher keine Aussage zur Beschleunigung gegen den Wind.
Hatte ich auch nicht erwartet: ein verhältnismäßig enger Wendekreis. Der Lenker lässt sich sehr weit einlenken im Vergleich zu den Verbrennern, die ich kenne. Zusammen mit dem Rückwärtsgang und der etwas geringeren Breite fühlt sich das für mich handlich an, sieht man mal von den knapp 2m Länge ab. Ich traue mich aber schon mal eher zwischen den Autos durch als mit dem Dampfhammer.

Bedienung Ungewohnt, links einen Bremshebel zu haben. Auch irritierend: nix tuckert, bollert, knattert. Mein Eindruck ist, dass man ein wenig mehr auf Fußgänger und Radfahrer achten muss. Bei den Autos und über 50 ist das egal, die Autofahrer hören auch die schweren Spritfresser nicht. Ggf muss ich als Gefahrenquelle einplanen, dass einen die Autofahrer unterschätzen.
Das unaufgeregte Anrollen hat mir zumeist gefallen. Ich musste mich dadurch weniger konzentrieren, gleiches gilt für den Wegfall der Schaltung. Der Gasgriff fühlt sich übergangslos leicht dosierbar an, wobei es kaum mehr einen Unterschied macht, ob man halb oder voll durchzieht (da gibt es einen technischen Grund, den ich vergessen hab, steht irgendwo in einem Bastelfaden). Das ist aber unerheblich, weil eben im unteren Bereich schön leicht dosierbar (ich bin nur in der schnellsten Stufe gefahren).
Negativ aufgefallen: der Blinkerhebel macht einen billigen Eindruck. Ich würde "niftlich" sagen, das meint: fragil/fummelig im negativen Sinne. Hier rechne ich damit, dass die linke Bedieneinheit irgendwann irgendwann mal deswegen getauscht werden muss.
Und die Sitzhöhe ist zwar 5cm niedriger als beim Vergleichsmotorrad. Allerdings ist ja das Trittbrett noch im Weg, wenn man an der Ampel die Füße runterstellt. Mit meinen 1,76 muss ich also trotzdem ein wenig auf die Fußballen gehen, ganz kommen die Füße nicht runter.

Insgesamt: sehr positiv, wenn man nicht erwartet, per Katapult geschleudert zu werden.

Ich mache nach ein paar Tagen Pendeln noch ein Update (das wird ws erst Anfang Dezember) und fange wahrscheinlich einen eigenen Langzeit-Faden an.
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Re: Trinity Jupiter 2023 Test, Kauf und Erfahrungen

Beitrag von E-Bik Andi »

Sehr schöner Bericht und Glückwunsch zum Kauf 8-) So wie ich Dir im anderen Thread schon sagte, ist die Beschleunigung bis 80 km/h absolut ausreichend. Darüber hinaus wird es zäh.
Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass ich beim Fahren von E-Zweirädern auf einmal ganz andere Ansprüche habe als mit meiner Verbrenner R1.
Am meisten fällt mir auf, dass ich ökonomischer fahre um nicht so viel Reichweite zu vernichten- beim Verbrenner reisse ich viel mehr am Hahn :D
Frei nach dem Motto: "wenn ich schon auf der Drehzahl bin wo Leistung kommt, nutze ich sie auch aus". Das fällt bei mir auf E-Antrieb völlig weg.

Viel Spaß mit Deinem Jupiter!
Liebe Grüße
Andi

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