Mir ist in den letzten zwei Wochen zweimal mein Roller (Tinbot F8) umgekippt. Da mir das seit 2004 nicht mehr passiert war, frage ich mich, welche Lehren daraus zu ziehen sind.
Beim ersten Mal war alles direkt nach einem Regen sehr nass. Ich hatte den Roller am Straßenrand auf den Hauptständer gestellt. Die Straße steigt kräftig an und ich hatte ihn in Fahrtrichtung nach oben auf dem Gras neben der Fahrbahn abgestellt. Unmittelbar nach dem Abstellen wurde mir klar, dass der Roller so nicht stehenbleiben würde: Er neigte sich Richtung Graben, und wenn der Hauptständer weiter einsank, dann würde der Roller umkippen. Also wollte ich den Roller wieder vom Ständer schieben. Neben dem Roller stehend schaffte ich es jedoch nicht, ihn bergauf wieder vom Ständer zu schieben.
Mir blieb also nur, mich über den Roller zu stellen (zwischen Sitzbank und Lenker) und mich mit voller Kraft gegen den Lenker zu stemmen. Damit bekam ich den Roller gerade so vom Ständer. Doch genau in dem Moment, als der Roller über den Totpunkt kam, gab die Erde unter meinem rechten Fuß nach. Somit kippte ich mit dem Roller in den Straßengraben.
Beim zweiten Mal gestern wollte ich aus dem Stand nach links wenden. Beim Anfahren bekam der Roller Übergewicht nach links und ich konnte ihn nicht mehr abfangen. Um nicht selbst mit umzufallen (es war auf Teer) blieb mir nur, den Roller quasi nach links abzulegen.
Beide Male ist nichts passiert – weder mir noch dem Roller. Und natürlich heißt es in Zukunft besser aufpassen. Trotzdem bleibt ein blödes Gefühl.
Und Teil dieses Gefühls ist auch, dass der Roller in Punkto Gewicht und Größe für mich wahrscheinlich an der absoluten Grenze liegt – vielleicht auch knapp darüber. Das Gewicht hat sicher beim ersten Mal eine Rolle gespielt, denn hätte ich ihn daneben stehend vom Ständer schieben können, hätte sich die ganze Situation nicht entwickelt. Beim zweiten Mal hat sicher auch eine Rolle gespielt, dass ich auf der Sitzbank sitzend nicht mit den Fersen auf den Boden komme, sondern nur mit dem Ballen. Dadurch konnte ich beim Kippen nicht schnell genug genügend Gegenkraft ausüben.
So sehr ich die große Reichweite des Rollers genieße – ich weiß im Moment nicht, ob ich den Roller Menschen, die wie ich ich nicht so groß sind (bin 1,77m) noch empfehlen würde. Mit meinem kleineren und leichteren vorherigen Roller (Futura Classico in der 45km/h Version) wäre beides wahrscheinlich nicht passiert.
Ich schreibe dies hier auch deshalb, weil es hier immer wieder mal darum geht, ob der Roller groß genug ist. Meinem Eindruck nach sollten wir auch darüber reden, wann der Roller zu groß (und gegebenenfalls auch zu schwer) ist. Was meint Ihr?
Viele Grüße
Rolf
Roller umgekippt – Lehren daraus?
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Markus Sch.
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
Ob der Roller groß genug ist fragen ja meist die die größer als 1,85 sind.
Das was du ansprichst ist bestimmt ein wichtiger Punkt. Man sollte sich wenn man kleiner oder älter ist das Fahrzeug besser vorher ansehen. Und auch mal probefahren und schauen ob man mit dem Umgang damit gut zurecht kommt.
Die Motorradfahrer werden ja immer älter. Mit dem Alter kommt nachlassen der Körperkräfte und man wird ein bisschen tattrig.
Viele die weiter fahren wollen wechseln dann von den großen Brocken (ich meine die Verbrennermotorräder) zu kleineren leichteren Maschinen.
Das was du ansprichst ist bestimmt ein wichtiger Punkt. Man sollte sich wenn man kleiner oder älter ist das Fahrzeug besser vorher ansehen. Und auch mal probefahren und schauen ob man mit dem Umgang damit gut zurecht kommt.
Die Motorradfahrer werden ja immer älter. Mit dem Alter kommt nachlassen der Körperkräfte und man wird ein bisschen tattrig.
Viele die weiter fahren wollen wechseln dann von den großen Brocken (ich meine die Verbrennermotorräder) zu kleineren leichteren Maschinen.
- MEroller
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
In der Tat sollte ein Zweirad größenmäßig zum Nutzer passen. Mit beiden Füße komplett auf den Boden kommen ist zur Sicherheit sicher kein Fehler, auch wenn es Tricks und Kniffe für kurzbeinigere gibt, die aber die Sicherheit nicht erhöhen, nur eine Krücke sind, um kurzbeinigen eine größere Fahrzeugauswahl zu ermöglichen.
Was mich überrascht ist der scheinbar hohe Schwerpunkt vom Tinbot F8. Meine E-Roller (erider Thunder und QvR vRONE) hatten die Batterie am tiefsten Punkt im Roller, im Kiel, da waren gut 15 bis 20°C Schräglage nach links und rechts noch gut abstützbar zu Fuß.
Was mich überrascht ist der scheinbar hohe Schwerpunkt vom Tinbot F8. Meine E-Roller (erider Thunder und QvR vRONE) hatten die Batterie am tiefsten Punkt im Roller, im Kiel, da waren gut 15 bis 20°C Schräglage nach links und rechts noch gut abstützbar zu Fuß.
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
Lehren:
1. Feuchte Erde ist kein sicherer Untergrund für Haupt- oder Seitenständer.
2. "Parkplätze", bei denen ein oder beide Füße aufgrund eines Gefälles (rein in den Graben) keinen sicheren Stand haben, sind ungeeignet.
3. Parken bergauf hält zwar das Moped stabiler auf dem Ständer als parken bergab, allerdings ist zum abbocken erheblich mehr Kraftaufwand erforderlich, und eigentlich muss man spätestens dann, wenn das Hinterrad wieder Bodenkontakt hat, schon eine Bremse ziehen, sonst rollt die Karre rückwärts weg. Und dann sollte der Lenker auch noch gerade sein beim Abbocken, sonst versucht die Karre rückwärts in eine Kurve zu rollen. Persönlicher Bodenkontakt ist da schon fast garantiert. Von daher: in einem Winkel zum Gefälle parken, wenn möglich.
4. Wenden aus dem Stand heraus ist nicht trivial. Instinktiv hasse ich Situationen, bei dem der Lenker beim Anfahren nicht auf geradeaus steht. Wenn machbar erstmal auf Schrittgeschwindigkeit gerade aus kommen, bevor man wendet. Und damit es überhaupt klappt: Mindestgeschwindigkeit ist erforderlich.
1. Feuchte Erde ist kein sicherer Untergrund für Haupt- oder Seitenständer.
2. "Parkplätze", bei denen ein oder beide Füße aufgrund eines Gefälles (rein in den Graben) keinen sicheren Stand haben, sind ungeeignet.
3. Parken bergauf hält zwar das Moped stabiler auf dem Ständer als parken bergab, allerdings ist zum abbocken erheblich mehr Kraftaufwand erforderlich, und eigentlich muss man spätestens dann, wenn das Hinterrad wieder Bodenkontakt hat, schon eine Bremse ziehen, sonst rollt die Karre rückwärts weg. Und dann sollte der Lenker auch noch gerade sein beim Abbocken, sonst versucht die Karre rückwärts in eine Kurve zu rollen. Persönlicher Bodenkontakt ist da schon fast garantiert. Von daher: in einem Winkel zum Gefälle parken, wenn möglich.
4. Wenden aus dem Stand heraus ist nicht trivial. Instinktiv hasse ich Situationen, bei dem der Lenker beim Anfahren nicht auf geradeaus steht. Wenn machbar erstmal auf Schrittgeschwindigkeit gerade aus kommen, bevor man wendet. Und damit es überhaupt klappt: Mindestgeschwindigkeit ist erforderlich.
RGNT V2 ab 01/23 > 25000km
NIU NGT ab 06/20 Km-Stand > 36000km, nach Unfall verkauft in 5/23
Niu NPro seit 09/19 Km-Stand > 8000km - Verkauft in 10/22
Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
Manchmal häufen sich Missgeschicke auch sehr zufällig.
Gruß
Basti
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Basti
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
@STW: Danke für die Zusammenstellung. Ich werde versuchen, alles zu beherzigen.
@MEroller: Deine Frage nach dem Schwerpunkt ist interessant. Natürlich kann ich nicht so einfach messen, wie hoch der Schwerpunkt liegt.
Tief ist er aber sicher nicht. Der F8 hat den hohen Sitz ja nicht zufällig. Die beiden Akkus sind hintereinander unter dem Sitz untergebracht. Wegen der Größe der Akkus (je 3,96kWh und 25 kg) musste der Radstand länger und der Sitz höher werden. Aufgrund der Fahrwerkskonstruktion liegt der hintere Akku ein paar Zentimeter höher. Prompt muss auch der Soziussitz entsprechend höher sein, damit der Akku darunter passt. So knapp geht es da zu.
Damit der Roller für kleinere Menschen wie mich überhaupt fahrbar ist, wurde dann das Trittbrett aufgedickt. Da ist aber nichts drin, was den Schwerpunkt nach unten verlagern würde.
Viele Grüße und vielen Dank
Rolf
@MEroller: Deine Frage nach dem Schwerpunkt ist interessant. Natürlich kann ich nicht so einfach messen, wie hoch der Schwerpunkt liegt.
Tief ist er aber sicher nicht. Der F8 hat den hohen Sitz ja nicht zufällig. Die beiden Akkus sind hintereinander unter dem Sitz untergebracht. Wegen der Größe der Akkus (je 3,96kWh und 25 kg) musste der Radstand länger und der Sitz höher werden. Aufgrund der Fahrwerkskonstruktion liegt der hintere Akku ein paar Zentimeter höher. Prompt muss auch der Soziussitz entsprechend höher sein, damit der Akku darunter passt. So knapp geht es da zu.
Damit der Roller für kleinere Menschen wie mich überhaupt fahrbar ist, wurde dann das Trittbrett aufgedickt. Da ist aber nichts drin, was den Schwerpunkt nach unten verlagern würde.
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
So groß sieht der F8 gar nicht mal aus. Vielleich bringt der seitlich montierte Motor den Schwerpunkt etwas aus dem Lot.
https://www.youtube.com/watch?v=4a3so5XmcBE
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Re: Roller umgekippt – Lehren daraus?
Beim tiefen Motor hätte ich da weniger Bedenken, dass der die Sache großartig schlimmer macht - zumal der Roller ja einmal nach links und einmal nach rechts weggekippt ist.
Letztendlich ist es so wie die Hebelwirkung in der Physik. Liegt der Akku tief (wie bei vielen NIUs) und der Roller hat 30% Schräglage, dann ziehen die Akkus nicht so sehr wie weiter oben sitzende Akkus bei gleicher Schräglage. Und beim F8 lassen die Fotos erahnen, dass alles, was Gewicht hat (Akkus, Controller) recht hoch angebracht sind.
In meiner Jugend hatte ich eine Herkules G3, Mofa im "Motorraddesign". Der merkte man schon im Handling gelegentlich den Unterschied zwischen vollem und leeren Tank an, und das waren nur ca. 5.2l. Auch ein vollgepackter Gepäckträger kann da richtig fies sein, wenn die Kiste im Stand in Schräglage kommt oder der Boden weich ist. Also ein Container (6 Flaschen) Herforder auf dem Gepäckträger konnte schon kleine Katastropen auslösen, wobei der Verlust des Bieres am schwersten wog, zu der Zeit zumindest.
Letztendlich war die G3 so robust, dass bei den vielen Umfallern bei mir nicht viel kaputt gegangen ist, dafür war das aber nachhaltend lehrreich.
Aus Handlinggründen bevorzuge ich daher Seitenständer, aber grundsätzlich immer auf festem Untergrund.
Letztendlich ist es so wie die Hebelwirkung in der Physik. Liegt der Akku tief (wie bei vielen NIUs) und der Roller hat 30% Schräglage, dann ziehen die Akkus nicht so sehr wie weiter oben sitzende Akkus bei gleicher Schräglage. Und beim F8 lassen die Fotos erahnen, dass alles, was Gewicht hat (Akkus, Controller) recht hoch angebracht sind.
In meiner Jugend hatte ich eine Herkules G3, Mofa im "Motorraddesign". Der merkte man schon im Handling gelegentlich den Unterschied zwischen vollem und leeren Tank an, und das waren nur ca. 5.2l. Auch ein vollgepackter Gepäckträger kann da richtig fies sein, wenn die Kiste im Stand in Schräglage kommt oder der Boden weich ist. Also ein Container (6 Flaschen) Herforder auf dem Gepäckträger konnte schon kleine Katastropen auslösen, wobei der Verlust des Bieres am schwersten wog, zu der Zeit zumindest.
Letztendlich war die G3 so robust, dass bei den vielen Umfallern bei mir nicht viel kaputt gegangen ist, dafür war das aber nachhaltend lehrreich.
Aus Handlinggründen bevorzuge ich daher Seitenständer, aber grundsätzlich immer auf festem Untergrund.
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