Prinz_von_Sinnen hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 11:58
Also mein Ladegerät (Hawk 2.0) klickt jedenfalls.
Das ist schon mal gut, dann ist es eines von "der besseren Sorte".
Prinz_von_Sinnen hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 11:58
Wenn ich den Akku abklemme, und stunden Später den gelleerten Akku anklemme, passiert nichts. Der Akku wird nicht geladen.
Wenn ich das Ladegerät kurz vom Strom trenne, und wieder Strom anschalte, und den geleerten Akku anklemme wird er geladen.
Das gleiche passiert meist auch mit vollem Akku.

Dein Ladegerät "merkt sich", so lange es eingeschaltet bleibt, dass es den Akku bereits voll geladen hat. Wenn die Lade-Schlussspannung einmal erreicht wurde, stellt es die Stromabgabe an den Akku ein und reagiert auch nicht mehr darauf wenn sich die Akku-Spannung wieder ändern sollte um ein ständiges Ein- und Ausschalten aufgrund von Messungenauigkeiten (auch aufgrund von Temperaturschwankungen) zu verhindern*.
Dies ist ein notwendiges Stabilitätskriterium, um "Schwingungen" des Ladesystems zu vermeiden und setzt im Ladegerät eine Art "Gedächtnis" voraus.
Wenn Du also den (Teil-)entladenen Akku dann wieder anschließt und Dein Ladegerät die ganze Zeit eingeschaltet war, merkt das Ladegerät nicht, dass es erneut laden soll. Um dieses "Gedächtnis" (<ich hab' den Akku schon voll geladen>) zu löschen, musst Du daher das Ladegerät 1x kurz ausschalten.
*) Hier gibt es unterschiedliche Strategien um das System stabil zu halten:
1. Die von Deinem Ladegerät verwendete Strategie: wenn Ladeschlussspannung erreicht, dann Ladetätigkeit vollständig einstellen.
2. Die Spannung am Akku weiterhin überwachen und den Ladevorgang erst dann wieder einleiten, wenn die Spannung signifikant unter die Ladeschlussspannung gefallen ist (-> nennt sich Hystereseverfahren).
3. Gar keine Abschaltung veranlassen und die Ladeschlussspannung (hochgenau auf 84.0 V) konstant am Ausgang anliegen lassen.

Welche Strategie da die optimale ist hängt auch ein wenig davon ab ob der Akku selbst ein BMS besitzt oder eben nicht.
Bei Akkus mit BMS entscheidet normalerweise der Akku wann mit dem Laden Schluss ist und wann wieder nachgeladen werden kann. Dafür überwacht er intern die Zellenspannungen (mit gewisser Hysterese). D.h. das BMS stellt das Stabilitätskriterium sicher und das Ladegerät muss quasi nur noch eine strombegrenzte Konstantspannungsquelle darstellen (und selbst nicht entscheiden).
Bei Akkus ohne BMS verwendet man meist 1. oder 2., wobei 3. den Li-Ionen Akkus selbst auch nicht schaden dürfte... solange keine Zellenblöcke defekt sind, ansonsten könnte 3. zur Überladung der restlichen Zellen führen.
Bei Akkus mit BMS kommt eher 3. zum Einsatz, da es ansonsten passieren könnte, dass der Akku "aus Sicht des BMS" nicht ganz voll geladen werden kann (wenn der Lader zu früh abschaltet).