Seite 2 von 3

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Mi 3. Mai 2017, 18:35
von Schmendrik
Man bekommt das, wofür man bezahlt. Meanwell Serien:
PB120, 120W, 50€: Nix einstellbar, Spannung fest auf 55,2 (13,8V pro Akku)
PB360, 360W, 75€: Spannung wird eingestellt je nach Float oder Zyklischer Nutzung; Spannung wohl iwie manuell einstellbar
PB600, 600W, 180€: Ladespannung wahlweise temperaturkompensiert
PB1000, 1000W, 280€: ebenfalls temperaturkompensiert und mehr Leistung

(Preise und Datenblätter von Elkoba: https://www.elkoba.com/de/ladegeraet-e/ ... eraet.html)

Zweifelsohne gehen die Akkus nicht kaputt, wenn man sie sanft unter- oder überlädt wie zwangsweise mit den LG ohne Kompensation. Das zeigt ja die Erfahrung. Aber vermutlich haben die Akkus eine höhere Lebensdauer, wenn man die Temperaturkompensation nutzt.

Von der manuellen Einstellung der Kompensation, wie sie wohl mit dem PB360 möglich wäre, ist aber abzuraten. Das bringt manchmal bessere Ladekurven aber birgt auch die immense Gefahr eines Ladedefekts, wenn man mal nicht dran gedacht die Spannung einzustellen.

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Mi 3. Mai 2017, 19:54
von lasser
Mann, natürlich ist hier die Rede von der Akkutemperatur, von was denn sonst? Öchsle?? Lufttemperatur??

Ich habe zwischen meinen vollgeladenen Akkus im Winter nach 3 Tagen Stillstand -5°C gemessen, und wenn ich 80km am Tag fahre, dann kommen die Dinger auf 30°, das ist das höchste was ich mitten im Akkupack mit Direktkontakt des Sensors gemessen habe. Im Akku selber dürften es da vllt. ein paar K mehr sein. Während des Sommers habe ich mal vorsichtshalber nicht gemessen ;-) Da dürfte es recht warm drin werden in der Akkubude…

Ich habe an meinem Ladegerät durchaus die Möglichkeit, völlig unkompliziert die Spannung einzustellen, und daher frag ich.

Mir ist klar, dass es wenig sinnvoll ist, dass bei jedem Ladevorgang zu machen, aber sowas wie eine Faustformel kann mann doch schon mal entwickeln, oder?

Im Winter 0,3V mehr, im Sommer 0,3V weniger, also 14,7 - 14,1V, im Groben das, was die Datenblätter so von sich geben.

Warum genau sollte ich das also nicht tun? Und im Sommer sogar noch niedriger gehen, wenn ich viel fahre?

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Mi 3. Mai 2017, 22:34
von Eule
lasser hat geschrieben: Mi 3. Mai 2017, 19:54 Ich habe an meinem Ladegerät durchaus die Möglichkeit, völlig unkompliziert die Spannung einzustellen, und daher frag ich.
Zusatzfragen: Wenn die von dir eingestellte Schlussspannung erreicht ist, was passiert dann?

- LG schaltet sofort ab
- LG schaltet um auf Erhaltungsladung (z.B. 13,5V)
- LG hält diese Spannung bis zum Steckerziehen
- LG hält diese Spannung eine gewisse Zeit, schaltet dann um auf Erhaltungsladung

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Do 4. Mai 2017, 09:07
von Schmendrik
Nach Stillstand -5 und bei gleicher Außentemperatur 30°C? Dann würde ich da erst recht nix einstellen.
Warte bis sich die Akus von selber abgekühlt haben auf Umgebungstemperatur und dann kannst du anfangen zu laden.

Die Ladespannung wählst du dann in Abhängigkeit von dem angehängten Diagramm. Das ist aus dem Datenblatt eines Akkus von Vision. Andere Blei Akkus dürften sich da aber ähnlich oder gleich verhalten. Im Winter also 15,5, im Sommer 14,7.

Gefühlt sind 15,5V ziemlich hoch. Bevor du solche Experimente machst, wären ein paar sicherlich interessant.
Und bevor ich solche Experimente machen würde, würde ich mir wohl lieber das PB600 von Meanwell kaufen für knappe 200€. Dann ist man da auf der sicheren Seite.

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Do 4. Mai 2017, 09:50
von Jan P.
Also ich habe mit meinem 08/15 China-Ladegerät gemischte Erfahrungen mit der Erhaltungsladung.
Als meine Batterien älter wurden, fing es nämlich an ca. alle 5 Minuten für ca. 2 Minuten nachzuladen. :evil:
Ich fände es besser wenn die Ladegeräte einfach richtig abschalten wenn die Batterien voll sind.
Alf hat schon recht mit der Bemerkung, (bezugnehmend auf eine Steckdose mit autom. Abschaltung
nach Voll-Ladung), dass Stromentzug nach Ladung, das Gerät auf keine dummen Gedanken mehr bringt...
:o

Gruß Jan... ;)

PS: Eule - Kauf dir auch die Ansmann PC Standby-Erkennungs-Steckdose. Die ist genial. :P

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Do 4. Mai 2017, 13:36
von Eule
Jan P. hat geschrieben: Do 4. Mai 2017, 09:50 Als meine Batterien älter wurden, fing es nämlich an ca. alle 5 Minuten für ca. 2 Minuten nachzuladen. :evil:
Alte (noch intakte) Zellen leiden schonmal unter Inkontinenz, haben im vollen Zustand eine höhere Selbstentladung, daher fällt die Spannung schneller ab und die Ruhespannung ist niedriger. "Blöde" Ladegeräte wissen da natürlich nix von.
Ich fände es besser wenn die Ladegeräte einfach richtig abschalten wenn die Batterien voll sind.
Gerade bei älteren Zellen würde ich das nicht machen. Um der erhöhten Selbstentladung entgegenzuwirken, würde ich sie zumindest auf 13,2V ein paar Stunden weiternuckeln lassen. Dabei hätten dann auch die schwächeren Blöcke die Chance, sich spannungsmäßig an die stärkeren anzupassen (Balancen). Die schwachen Zellen nehmen ja noch Strom auf während die stärkeren ihn in Wärme umsetzen und rekombinieren.
PS: Eule - Kauf dir auch die Ansmann PC Standby-Erkennungs-Steckdose. Die ist genial. :P
Das Gerät ist ne Klasse Erfindung bzw. Notlösung, da programmierfähig, was den Abschaltstrom angeht. Guter Tipp!

Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden

Verfasst: Do 4. Mai 2017, 13:52
von Eule
Schmendrik hat geschrieben: Do 4. Mai 2017, 09:07 Gefühlt sind 15,5V ziemlich hoch.
Keine Angst! Das passt schon! Das ist Physik :)

Kann man experimentell an offenen Zellen (z.B. Autobatterie) gut erkennen, wie hoch man gehen kann, bis Bläschen an den Platten hochsteigen.