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Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 09:10
von STW
Ein anderer limitierender Faktor neben dem Akku ist der Controller selbst, genauer gesagt dessen Treiberstufen für den Motor. Die Dinger sind für eine maximale dauerhafte Stromstärke definiert. Wenn der chinesische Ingenieur ausnahmsweise seinen Job ernst genommen hat, dann hat er eine Begrenzung verbaut.

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 14:32
von Peter51
Jeder neuere Standard - und auch Sinuscontroller hat hardwaremäßig einen max. Batteriestrom und auch Motorphasenstrom einkonfiguriert. Mit der Software sind häufig kleinere Werte, also z.b. 83% statt 100% Geschwindigkeit, Batteriestrom oder Motorphasenstrom parametriert. Aus Kostengründen wird häufig der noch gerade ausreichende Controller eingesetzt. Die Bergsteigfähigkeit ließe sich also mit dem nächst größeren Controller-Modell verbessern - nur man darf es nicht übertreiben, inbesondere wenn der Motor über keinen eingebauten Temperaturfühler verfügt.
Das größte Drehmoment hat ein BLDC oder auch PMSM Motor bei ca. 30% Drehzahl. D.h. je nach Steigung kann die Drehzahl - auch bei vollem Batteriestrom - auf 20km/h abfallen. Wird die Steigung noch größer bleibt man schlichtweg stehen - diesen Fahr-/Standzustand sollte man aber tunlichst vermeiden.
Einen 28Ah Lithium Akku belastete ich max. mit 56A. Nähere Daten zum Akku sind mir aber nicht bekannt.

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 14:48
von gervais
Peter51 hat geschrieben:Die Bergsteigfähigkeit ließe sich also mit dem nächst größeren Controller-Modell verbessern -
Setzt aber eine "dickere" Batterie voraus. Der Fragesteller beschreibt ja auch nachlassende Bergsteigfähigkeit bei nachlassendem SOC. Sprach für mich daher eher für eine "weiche" Batterie, denn für ein Controllerthema...Nicht genug Suppe in der Tüte.

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 14:57
von Peter51
gervais hat geschrieben:Sprach für mich daher eher für eine "weiche" Batterie, denn für ein Controllerthema...Nicht genug Suppe in der Tüte.
So kann man es natürlich auch ausdrücken. Also besser mit vollem Akku ins Gebirge. Zudem ist der trinity L1 Akku nicht gerade prädestiniert fürs Gebirge - besser und leider auch teurer der L3 Akku.

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 15:06
von anpan
Ist komplett offtopic, aber ich finde die Bezeichnung "Tütensuppe" für Akkus absolut großartig.

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Di 31. Mai 2016, 20:33
von STW
Mit nachlassender SOC ist ein schlechteres Bergverhalten unausweichlich. Um den Berg herauf zu kommen, benötigen wir Leistung, also Spannung und Stromstärke.

Spannung: bricht bei leeren Akkus unter Last schneller zusammen, hier geht uns also was verloren
Strom: ist eigentlich nahezu konstant, wir lassen mal veränderte Innenwiderstände des nachlassenden Akkus raus aus den Betrachtungen, wenngleich das im Winter durchaus eine starke Rolle spielt

Zum Strom gibt es, wie hier teilweise schon gesagt, ein paar mögliche Limitierungen:
- der Controller läßt im Mittel nur eine gewisse Belastung zu, letztendlich der Dimensionierung der MOSFets oder Ausgangstreiber geschuldet
- manch Controller ist "intelligent": der Strom wird mit nachlassender Batteriespannung weiter begrenzt, um die Akkus zu schonen (scheint bei meinem Roller so zu sein)
=> am Controller herumspielen ist nix gut

- der Motor hat i.d.R. Reserven, wäre jedoch auch mal für ein paar Minuten überlastbar

- Akkus wollen auch nicht überlastet werden, i.d.R. haben BMS-Systeme auch einen Überlastschutz, der eigentlich nicht anspringen sollte

Wie macht man nun aus dem Roller eine Bergziege:
- Stromerhöhung wäre denkbar, am besten durch Controllertausch oder dessen Umprogrammierung, wobei die Limits, die Akkus, Ausgangstreiber und Motor setzen unbedingt beachtet werden müssen
- Spannnungserhöhung, soweit Controller und BMS dabei mitspielen, durch zusätzliche Zellen
- Nacharbeiten an den Nebenkriegsschauplätzen, hier I-quadrat-R - Verluste an Schraubverbindungen, Steckverbindungen zum Akku,evtl. unterdimensionierte Kabel usw.. Sollte aber bei einem neuen Roller überflüssig sein, wenn nach ein paar Jahren die Kontakte am Klemmbrett korrodiert sind, spielt das aber durchaus eine Rolle. Bei neuen Rollern würden sich derartige Schwachstellen recht schnell outen anhand verschmorter Stecker, ausgehärtete Leistungsisolierungen oder schon mal eine durchgeglühte Schraube (ja, war mein eigener Fehler ... :mrgreen: )

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Fr 3. Jun 2016, 17:00
von Migel
STW hat geschrieben: Wie macht man nun aus dem Roller eine Bergziege:
- Stromerhöhung wäre denkbar, am besten durch Controllertausch oder dessen Umprogrammierung, wobei die Limits, die Akkus, Ausgangstreiber und Motor setzen unbedingt beachtet werden müssen
- Spannnungserhöhung, soweit Controller und BMS dabei mitspielen, durch zusätzliche Zellen
Laut meiner Werkstatt begrenzt das die Software. Man kann zwar eingeben was man will, aber gespeichert werden nur werte kleiner gleich 55A (wenn ich mich richtig erinnere).

Mein Roller war schon auf Maximum programmiert, weshalb nicht mehr Leistung rauszuholen war :(

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Fr 3. Jun 2016, 18:14
von bikemite
Huch. 55A ist doch deutlich mehr als die 43,5A ab Werk.
Ich wollte im Sommer wenn es richtig heiß ist mal einige Testfahrten machen und die Controllertemperatur messen, langsam rantasten.
Ja, Mut kann man nicht kaufen ;)

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Fr 3. Jun 2016, 18:42
von Valheru
55A bei welchem Parameter?

Re: Fahrleistung Uranus

Verfasst: Mi 6. Jul 2016, 22:48
von Migel
Hab das Problem dass die Leistung des Akkus/Roller geringer ist als vor einem Jahr, als ich den Rolle gekauft habe.

Bei vollgeladenen Akku direkt am ersten Berg (nach oben) zeigt das Schätzeisen nur ca. 70-80% an.
Früher war es immer auf 100% und der Roller ist auch merklich schneller den Berg hoch gefahren.
Nach ca. 20 km geht zeigt es nur noch 60-70% bergauf an.

Der Roller wird jeden Tag benutzt, der Akku lädt dann immer in der Nacht.

Wenn ich nach den 20 Kilometer den Akku dann am normalen Ladegerät für ca. 2 Stunden lade und dann noch mal los fahre (Akku nicht voll), hat der Roller irgendwie mehr Leistung, als wenn ich frühs mit vollen Akku fahre.
Selbst nach zusätzlichen 20 Kilometer zeigt die Nadel am Berg auf 80% statt wie vorher auf 60-70%.

Da könnte man ja drauf schließen, dass der Akku mehr leistet wenn er warm ist.. aber bei der zweiten Fahrt steht der Roller auch immer zwischendurch ca. 4-5 Stunden mit Akku draußen. Aber selbst danach fährt der Roller schneller als wenn ich frühs mit vollem Akku los fahre..


btw:
Valheru hat geschrieben:55A bei welchem Parameter?
Kann ich leider nicht sagen, weiß es nichtmehr.