rainer* hat geschrieben: Mi 26. Nov 2025, 11:37
Ich war vorgestern im Kawasaki-Motorradhaus in Halle. Die haben nur ca. 1/3 der Fläche noch mit Kawasaki belegt, der Rest ist mittlerweile Benda. Die haben eine Modelfülle und Fahrzeuge, die Harley alt aussehen lassen. 86PS, 295kg-Fahrzeuggewicht, 300er Hinterreifen, Luftfederung (hinten), Bosch-ABS und TCS, usw. Das alles für 12.999 Listenpreis - eine halbwegs vergleichbare Harley (Nightster) ist 2.000€ teurer.
Die 2k sind kein Problem, schließlich bekommt man dafür echte "Good Vibrations" statt einen Reiskocher.
Das Problem ist, dass die 13k bei Kawa eher am oberen Ende der Preis-Spanne sind, und bei HD 15k am unteren. Eine doppelt so teure Harley hat auch nur zwei Räder und einen V2-Motor in Chrom verpackt...
Die Jugend hat das Geld nicht, und selbst wenn die mit gebrauchten Harleys einsteigen dauert es zu lange bis sie mal 'ne Neue kaufen (nur davon lebt der Hersteller) - Durchschnittsalter der Neukunden deutlich über 50. D.h. die müssen 30 Jahre dabei bleiben.
Der Versuch mit Livewire war sicher richtig um der Marke überhaupt das überleben zu ermöglichen.
Yup, aber der Preis muss auch passen. Nach der Preissenkung sind die S2 ratz-fatz verkauft worden - ich habe nur noch einen Vorführer mit 460km auf der Uhr bekommen, Neue gab es nicht mehr.
Auf Easy-Rider-Stil zu setzen, hat Harley sicher mal gerettet. Aber wenn sie sich nicht verändern - attraktiv für jüngere Männer (und Frauen!) ohne dabei das alte Publikum zu vergrätzen - gehen sie unter.
Sie hatten es ja schon mal versucht, mit Buell. Dann leider in der 2008er Weltwirtschaftskrise sang- und klanglos eingestellt.
Aber da war das Problem dass sie nicht auf ihre Kundschaft gehört haben und nur Eric Buell haben machen lassen, wobei die Sportbikes 1125R (und später CR) rausgekommen sind die sich kaum verkauft haben. Die Kundschaft hätte lieber die XB12S aufgebohrt als XB15S (Streetfighter, nicht Racer) kaufen wollen, mit 6. Gang um die Drehzahlen noch länger in den "Good Vibrations" halten zu können (ich weiß wovon ich spreche, habe sowohl eine 2006er XB12S als auch eine 2008er 1125R in der Garage)...
Ich kann bei Livewire den Wechsel auf diesen seltsamen Roller nicht nachvollziehen. Obwohl es dafür möglicherweise eien Zielgruppe gibt, erst recht, wenn die über den KYMCO-Vertriebsweg laufen (die beim Harleyhändler dazwischen stellen, wird vermutlich keine Verkäufe bringen).
Das ist nur ein Versuchsballon. Der aber scheitern wird wenn kein DC-Laden möglich ist.
Und die Honcho ist alles andere als ein "Anführer". Eher ein Verlegenheits- und Spaßmobil bei dem ich irgendwie keine Vorstellung habe, welche Zielgruppe damit angesprochen werden soll.
Pickup-Fahrer. LOL...
Ich hätte nie auch nur in Erwägung gezogen, eine Harley zu kaufen.
Biste denn mal eine gefahren?
Ich war 2001 drei Wochen in den Staaten, statt Mietwagen mit Harley-Abo (ich konnte beliebig of das gefahrene Modell gegen was anderes tauschen). Bin erst 2 Tage eine RoadKing gefahren (Affe-Schleifstein), dann eine Heritage Classic die mir richtig gut gefallen hat, und die letzte Woche eine Electra Glide mit Topcase und Koffern. Damals habe ich mir gesagt, wennste mal 50 bist koofste Dir ooch eine.
Aber nachdem meine Cagiva Xtra Raptor geklaut wurde, hatte ich keine Lust mehr auf Kettenschmieren, habe nach was mit Zahnriemen gesucht und bin bei Buell gelandet.
Die Del Mar hat mich aber optisch angesprochen (und der Preis war dann natürlich auch ein Argument, die Schwächen der S2 zu verschmerzen).
Die habe ich bisher weder in natura gesehen noch gefahren - aber Sitzbank und "Tank" sind ja identisch zur Alpinista, und da fehlt mir der Knieschluss. Deswegen ist es die Mulholland geworden. Dank Förderung, Vorsteuerabzugsberechtigung, und Abschreibung ohne Privatanteil gut leistbar. Tu felix Austria...