@Zimbow: Es gibt in der Elektrik häufig, und bei Batterien, Ladegeräten, E-Motoren und Umrichtern/Controllern IMMER zwei Spannungswerte:
a.)
Nominal (wie nenne ich das?)
b.)
Maximal (mehr macht Rauch!!!)
Hier daher mal die Endkurve einer Batterieaufladung, wie sie mein Ladegerät mit Ladendspannung 87V (
Maximalwert) früher in meine
Nominale 72V Batterie gepumpt hat:

Unten ist die Ladedauer, links der Ladestrom in A (gelbe Kurve) und rechts die Batteriespannung (blaue Kurve) aufgetragen. Um eine Batterie laden zu können muss man von außen eine höhere Spannung anlegen als die Batterie gerade hat, sonst fließt kein Strom, oder er fließt rückwärts aus der Batterie ins Ladegerät, wenn die "Ladespannung" geringer ist als die Batteriespannung.
Um die knapp 9A Ladestrom in die Batterie zu jagen waren am Anfang der obigen Darstellung erst 82V notwendig. nach einer kurzen Puase mit 1,5A Ladestrom bricht auch die Ladespannung entsprechend ein, und danach geht es wieder mit 8,7A weiter, wozu aber das Ladegerät die Spannung zunehmend steigern muss, denn mit immer vollerer Batterie steigt ihre interne Spannung eben an, so wie ein Wassergals eben immer voller wird und der Wasserspiegel dabei steigt.
Bei erreichen von 85V Ladespannung gab es nochmals eine kurze Pause mit 1,5A Ladstrom, so dass wieder die Ladespannung analog zur Batteriespannung abfällt. Dann kommt der letzte Stoß mit 8.7A, der aber schnell reduziert wird, um nicht über die Abschaltspannung von 87V (das heißt Batterie voll geladen) hinauszuschießen. Bei Erreichen der Endspannung von 87V schaltet das Ladegerät aus, und die Batteriespannung fällt wieder schnell ab auf schlussendlich etwa 82V (ist nicht mehr dargestellt in der Kurve).
Wenn ich dann wieder fahre und richtig Strom gebe bricht die Batteriespannung wieder schnell auf ihre
nominalen 72V ein, je nach Stromentnahme, und bei leerer Batterie auch mal auf 65V und darunter. Die Batteriespannung ist also recht dynamisch.
Deshalb wird die Nominalspannung einer Batterie bei einem möglichst einheitlichen Entladestrom und -zustand angegeben, z.B. bei einem Strom von 1C, also bei einer 40Ah Batterie z.B. bei 40A Entladestrom, und bei halber Entladung der Batterie. Aber im Betrieb ist die Spannung stark variabel.
Was jetzt bei meiner
nominal 72V Batterie die Ladendspannung von
maximal 87V ist, wäre bei der in Deinem Roller verbauten
nominal 60V Batterie dann
maximal 72,5V rum.
Ich hoffe, das wird jetzt klarer?
Wasserglas leer - Batterie leer
Wassergals auf normale Trinkhöhe gefüllt - Nominalspannung der Batterie, fast voll geladen
Wasserglas bis zum oberen Rand gefüllt und im Nu wieder etwas verschüttet - Maximalspannung / Ladeabschaltspannung der Batterie.
Der Vergleich hinkt zwar ein bisschen, aber vielleicht hilft es ja zum Verständnis
