Vier Benziner und ein Stromer. Dalmatien, Bosnien, über 3.000 Kilometer: Wie geht das?
Verfasst: Di 16. Jun 2026, 10:25
Ich fahre mittlerweile in der dritten Saison elektrisch Motorrad – und das Konzept überzeugt mich von Jahr zu Jahr mehr.
In unserer Benzinergruppe steht jedes Jahr mindestens eine größere Motorradtour auf dem Programm. 2024 bin ich die Tour von 2023 – Bayern, Österreich, Steiermark und zurück – mit meiner Elektrischen nachgefahren. Vier Tage, problemlos (viewtopic.php?t=42196).
2025 folgte der nächste Härtetest: eine Kombination aus der Route des Grandes Alpes und einer Toskanatour. 2.500 Kilometer, rund 30 Pässe, acht Tage. Wieder lief alles erstaunlich entspannt (viewtopic.php?t=45812).
2026 gab es allerdings nichts mehr zum Nachfahren. Also fasste ich einen kühnen Entschluss:
Diesmal fahre ich einfach direkt mit.
Meine kleine, zierliche Elektrische sollte sich auf dieser Tour mit ausgewachsenen Schlachtrössern messen:
Auf meine erste vorsichtige Andeutung, eventuell elektrisch mitzufahren, kam deshalb die spontane und eindeutige Antwort:
„Nein! Eine Elektrische nehmen wir nicht mit!“
Nachdem die erste vollständige Planung vorlag, prüfte ich zwei entscheidende Punkte:
Sind Autobahnen vorgesehen?
„Nein.“
Sind Tagesetappen über 400 Kilometer geplant?
„Nur eine.“
BINGO.
Also begann die Detailplanung. Für jeden Tourtag suchte ich einen passenden Ladepunkt für die Mittagspause heraus. Nachts sollte jeweils im Hotel geladen werden.
Ursprünglich war die An- und Rückreise mit dem NightJet zwischen Feldkirch und Graz geplant. Allerdings stand der Großglockner noch auf meiner persönlichen To-do-Liste für die Elektrische. Also verlängerte ich die Tour kurzerhand um zwei Tage. Nach dem achten Tag trennten sich unsere Wege in Bosnien.
Mit dieser Änderung ging ich erneut auf die Benzinerfraktion zu:
„Ich werde elektrisch fahren. Hier sind meine Ladepunkte. Und falls ihr während der Ladepause nicht auf mich warten wollt, fahrt einfach weiter. Dann bin ich eben am Nachmittag allein unterwegs.“
Spätestens an diesem Punkt merkten die anderen, dass ich das ernst meinte.
Kurz vor der Abreise wechselte ich außerdem noch das Hotel in Sarajevo. Das ursprünglich gebuchte Haus konnte oder wollte keine Lademöglichkeit für das elektrische Motorrad bereitstellen. Für einen Elektrofahrer ist das ungefähr so praktisch wie eine Tankstelle ohne Zapfsäulen.
Damit war ich in gleich drei Punkten Außenseiter der Gruppe:
In diesem Bericht werde ich ausführlich über die Erfahrungen dieser gemischten Tour berichten.
Was ihr hier allerdings nicht finden werdet, sind ausführliche Beschreibungen von Landschaften, Altstädten, Küstenstraßen oder kulinarischen Höhepunkten.
Davon gibt es im Internet bereits den hundertsten Reisebericht des zehntausendsten GS-Fahrers.
Nur so viel:
Die lügen alle.
Es ist noch viel schöner.
Die folgenden Kapitel
In unserer Benzinergruppe steht jedes Jahr mindestens eine größere Motorradtour auf dem Programm. 2024 bin ich die Tour von 2023 – Bayern, Österreich, Steiermark und zurück – mit meiner Elektrischen nachgefahren. Vier Tage, problemlos (viewtopic.php?t=42196).
2025 folgte der nächste Härtetest: eine Kombination aus der Route des Grandes Alpes und einer Toskanatour. 2.500 Kilometer, rund 30 Pässe, acht Tage. Wieder lief alles erstaunlich entspannt (viewtopic.php?t=45812).
2026 gab es allerdings nichts mehr zum Nachfahren. Also fasste ich einen kühnen Entschluss:
Diesmal fahre ich einfach direkt mit.
Meine kleine, zierliche Elektrische sollte sich auf dieser Tour mit ausgewachsenen Schlachtrössern messen:
- BMW R1300GS
- BMW R1250GS
- BMW F750GS
- Ducati Multistrada V4S
Auf meine erste vorsichtige Andeutung, eventuell elektrisch mitzufahren, kam deshalb die spontane und eindeutige Antwort:
„Nein! Eine Elektrische nehmen wir nicht mit!“
Nachdem die erste vollständige Planung vorlag, prüfte ich zwei entscheidende Punkte:
Sind Autobahnen vorgesehen?
„Nein.“
Sind Tagesetappen über 400 Kilometer geplant?
„Nur eine.“
BINGO.
Also begann die Detailplanung. Für jeden Tourtag suchte ich einen passenden Ladepunkt für die Mittagspause heraus. Nachts sollte jeweils im Hotel geladen werden.
Ursprünglich war die An- und Rückreise mit dem NightJet zwischen Feldkirch und Graz geplant. Allerdings stand der Großglockner noch auf meiner persönlichen To-do-Liste für die Elektrische. Also verlängerte ich die Tour kurzerhand um zwei Tage. Nach dem achten Tag trennten sich unsere Wege in Bosnien.
Mit dieser Änderung ging ich erneut auf die Benzinerfraktion zu:
„Ich werde elektrisch fahren. Hier sind meine Ladepunkte. Und falls ihr während der Ladepause nicht auf mich warten wollt, fahrt einfach weiter. Dann bin ich eben am Nachmittag allein unterwegs.“
Spätestens an diesem Punkt merkten die anderen, dass ich das ernst meinte.
Kurz vor der Abreise wechselte ich außerdem noch das Hotel in Sarajevo. Das ursprünglich gebuchte Haus konnte oder wollte keine Lademöglichkeit für das elektrische Motorrad bereitstellen. Für einen Elektrofahrer ist das ungefähr so praktisch wie eine Tankstelle ohne Zapfsäulen.
Damit war ich in gleich drei Punkten Außenseiter der Gruppe:
- Strom statt Benzin
- Eine Einzelkabine im NightJet statt zwei Nächte in der Viererkabine
- Hotel President statt Hotel Sana in Sarajevo
In diesem Bericht werde ich ausführlich über die Erfahrungen dieser gemischten Tour berichten.
Was ihr hier allerdings nicht finden werdet, sind ausführliche Beschreibungen von Landschaften, Altstädten, Küstenstraßen oder kulinarischen Höhepunkten.
Davon gibt es im Internet bereits den hundertsten Reisebericht des zehntausendsten GS-Fahrers.
Nur so viel:
Die lügen alle.
Es ist noch viel schöner.
Die folgenden Kapitel
- Streckenverlauf und Planung
- Das Fahren
- Das Laden
- Die (anderen) Reifen
- Bemerkenswertes
- Für Zahlenfetischisten
- Statements der Benziner
- Abschlussstatement