Walti hat geschrieben: Di 21. Jul 2026, 18:08
Wenn das stimmt, dann ist Zelle 4 leider ziemlich platt
Hier sieht man 2 Messtellen und die Spannungs-Differenz. Hier sieht man zusätzlich, dass der Spannungseinbruch bei Zelle 4 zusätzlich am größten ist mit 374 mV.
Sehr gute Arbeit!
LIM_UV ist nachvollziehbar, es werden eben alle Zellstufen überwacht.
Auch der Spannungsabfall an Cell3 ist kritisch höher als die anderen.
Neben-Anmerkung: Die Einbrüche der anderen Zellen unterscheidet sich teilweise auch nenneswert ==> wäre interessant wie ein neuer Akku sich hier verhält.
Die Spannungseinbrüche und die schnelle Erholung dürften größtenteils auf alterungsbedingten erhöhten Innenwiderstand zurückzuführen sein. Zusätzlich vermute ich einen Innenwiderstandsfehler, d.h. eine (hoffentlich nicht mehr) der parallelgeschalteten Zellen entlädt die ganze Stufe.
- Gibt es abseits von "Diese Zelle ist bestimmt kapput" aus eurer Erfahrung eine andere Idee? (Spannunsgssensor von Zell 4 ist defekt,...)
"Defekt vielleicht im Sinne "misst zu wenig Spannung? Dann wäre, wenn der Akku normal balanciert wäre und keine der Zellstufen einen erhöhten Innenwiderstand aufweist, der Spannungsabfall unter Last vermutlich eher niedriger. Ob ein Fehler in der Messung überhaupt isoliert ist oder ein defektes Bauteil den Verlust nicht bei anderen Zellstufe zuschlagen würde, weiß ich nicht - die Summe aller Einzelspannungen müsste ja die Gesamtspannung ergeben, auch darüber könnte sich das BMS selbst kontrollieren. Ich vermute schon, dass die Zellstufe das Problem beinhaltet.
- Kann man ein Zell-Balancing aktiv Triggern? Bzw. wann wir ein Balancing im Normalfall durchgeführt? oder wird überhaupt ein Balancing durchgeführt?
Sehr gute Frage. Wir gingen bisher immer davon aus, dass ein Balancing in der letzten Phase oder insbesondere nach der 2-3-Watt-Ruhephase stattfindet. Für weitere Diagnosen wäre ein Energiekostenmessgerät als Zwischenstecker (gern auch eine smarte Variante) sehr hilfreich.
Es sollte auf jeden Fall kein Schaden sein, den Lader mal 24h durchlaufen zu lassen.
Vielleicht sicherheitshalber außer Haus an einem Ort, an dem ein Feuer nicht sofort einen riesen Schaden anrichten kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert ist, ist äußerst gering, aber es gab schon brennende Akkus.
- Wisst ihr aus erfahrung ob ein Zellentausch durchgeführt wird von Seat (ich habe einen Seat Mo 125)?
Mein SEAT-Akku war 3x in Spanien bei Silence zur Instandsetzung.
Zu "eigenen Experimente" schweige ich mich loyal aus. Eine richtige Reparatur: meines Wissens nein.
- Gibt es irgendwelche anderen Ideen was ich nun am Besten machen soll/kann abgesehen von einem neuen Akku kaufen.
- Lange volladen
- unmittelbar nach dem Laden die Zellspannungen messen
- Zellspannungen nach längerer Standzeit messen
-> Selbstentladung detektieren?
Wenn kein Balancing stattfindet und die Zellspannung stabil bleibt, könnte man an eine manuelle Balancierung denken. Ich habe das mal bei einem Bosch ebike-Akku gemacht, der wegen Cell-Debalancing (es gibt einen eigenen Fehlercode dafür) den Dienst verweigerte. Ich habe mit Labornetzteil in sehr vielen Stunden sukzessive die Zelldifferenz von >360 mV (bei einem 10s4p-Akku mit 18650) auf unter 20 mV bekommen und seither spielt der Akku wieder passabel (10 Jahre alt, laut Boschdiagnose gerade mal 60 volle Ladezyklen auf ~3000 km)
Das könnte man hier auch mal probieren, aber der Akku muss geöffnet werden und mit viel Fingerspitzengefühl und Sicherheitsvorkehrungen wie einer Sicherung direkt in den Leitungen könnte man eventuell eine manuelle Balancierung probieren, einfach an den Messanschlüssen einspeisen, diese sind recht gut zugänglich nach der Entfernung des BMS-Deckels).
Der Schlüsselreset schätzt nach Akkugesamtspannung. Eine tote Zellstufe wird nicht erkannt, der SoC liegt dann trotzdem bei >80%
Eigentlich ist das der Gau. Eine Reparatur könnte wirtschaftlich sehr teuer werden, allein die Spedition nach Spanien. Reparaturen in Deutschland auf diesem Level habe ich noch nicht gehört. Ich würde jetzt einen Ersatzakku kaufen, um wieder mobil zu sein, oder gleich auf ein anderes Gefährt umsteigen.