"Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

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Pfriemler
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Pfriemler »

conny-r hat geschrieben: Mi 5. Okt 2022, 09:05 Es hat auch schon welche gegeben die beim VW Käfer den Motor vorn gesucht haben. 😂🎯
hoffentlich nicht lange...

Danke an STW für die Einschätzung. Das wird den Freund beruhigen, der sich schon arg geärgert hatte.
Gerade wenn der Roller in manchen Modi nach dem Gaswegnehmen sofort rekuperiert, dürften nur die Schleifgeräusche wahrnehmbar sein, wenn man mit Windschild und Helm und allein unterwegs - ich höre die Bremse im Citymodus jedenfalls unter diesen Bedingungen... sonst eher nicht.
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STW
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von STW »

Wenn die Bremse "schön packt", dann hört man nicht einmal Schleifgeräusche. Ist mir beim alten E-Roller mit der Vorderradbremse passiert, der halt für seine 45km/h deutliche Leistungsreserven hatte. Zuerst hatte ich mich gewundert, dass das analoge Instrument für den Akkustand kräftig eingebrochen ist - aber egal, vielleicht doch nicht vollgeladen dachte ich, war ja Landstraße, immer schön geradeaus ohne Notwendigkeit nochmals bremsen zu müssen, also einfach erstmal weitergefahren. Dann wurde die Kiste doch immer langsamer, je heißer die Bremse wurde. Irgendwann wird mir das komisch, ich nehm Gas weg, und Roller bremst kräftig herunter. Und dann war klar, dass sich die Bremszange nach dem letzten Bremsvorgang nicht mehr gelöst hatte.
Zum Ausglühen der Bremsscheibe hat das bei mir dann noch nicht gereicht, ein wenig angelaufen war sie dann aber schon.

Beim NGT mußte ich hinten den Sattel auch irgendwann mal wechseln, nachdem die Reinigung immer nur temporär gehalten hat und auch mit einem Reparatursatz (neuer Kolben und Dichtung) nur eine zeitweise Linderung erreicht wurde.
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Schnabelwesen
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Schnabelwesen »

Zum Thema festgehende Bremse hinten sind verschiedene Vermutungen und Erfahrungen eingeflossen. Ich versuche mal zu sortieren.
1. Es ist richtig, dass man mit der Kraft eines Elektromotors in Kürze eine Bremsscheibe ausglühen kann. Ich habe auf dem Hauptständer Strommessungen gemacht, indem ich die Hinterradbremse beim Beschleunigen gezogen habe. Bei 50A dauert es nicht lange, bis die Scheibe richtig heiß wird.
2. Die Annahme des Händlers, dass die Lenkerarmatur ursächlich sein soll, halte ich für recht unwahrscheinlich. Dann müsste der Hebel sich komplett verklemmen oder der Kolben in der Bremspumpe. Das habe ich noch nie gesehen. Vereinzelt scheint es sowas aber zu geben viewtopic.php?p=353693#p353693.
3. Am Wahrscheinlichsten ist die hier geäußerte Vermutung, dass die Führungen vergammelt sind, auf denen der Schwimmsattel gleiten soll. Dann justiert sich die Bremse nicht mittig, sondern bremst einseitig. Dafür spricht auch, dass die glühende Bremsscheibe eine Tellerform angenommen hat.
4. Eventuell sind auch die Bremskolben schuld. Bevor man die zurück drückt, sollte man sie reinigen. Ob sie leichtgängig sind, ist nicht so einfach zu prüfen. Man müsste sie mehrfach hin- und herbewegen. Achtung: unbedingt etwas zwischenlegen (alte Belege oder ein passendes Holzstück), bevor man am Bremshebel zieht. Die Kolben haben keinen Anschlag und flutschen leicht komplett aus dem Zylinder. Dann läuft die Bremsflüssigkeit ungehindert raus. Dann bleibt nur, alles zu reinigen, den Kolben wieder einzusetzen und mit neuer Bremsflüssigkeit zu entlüften.
5. Wenn es ganz unglücklich kommt, kann sich ein abgefahrener Belag lösen und sich zwischen Scheibe und Bremssattel verkeilen.
Und noch was: klar wird eine Bremse mit Keramikpaste zusammen gebaut. Nicht zu viel, aber an allen Kontaktstellen, wo es nötig ist: an den Federblechen, an den Führungen und Haltenasen der Beläge, die Auflageflächen der Beläge auf den Kolben bzw. dem Sattel. Nur die Führungen werden nach einer gründlichen Reinigung mit Fett eingesetzt, gerne auch ein kleines Reservoir in den Faltenbälgen.
Die Beläge vorher mit Schmirgelpapier von der glasigen Oberfläche befreien und entgraten, bis sie wieder wie neu aussehen.
Auf jeden Fall die Bremsscheibe gründlich entfetten und nach dem Zusammenbau möglichst gleichmäßig einbremsen. Mit diesen Maßnahmen sollte man Quietschen in den Griff bekommen. Auch das Bremsrubbeln sollte verschwinden, sofern die Scheibe keinen Schlag hat.
Schöne Grüße, Bertolt
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Felica »

Da ich von Pfriemler hierher verwiesen worden bin:
Ich bemerkte bei meinem Seat Mo, dass an einem neulich warmen Tag (Teil gekauft vor 3 Wochen) die Hinterradbremse anzog, ohne mein Zutun. Bei genauerer Betrachtung war die Bremsflüssigkeit bis unters Dach gefüllt... und dehnte sich aus. Ich habe mittlerweile den Vorbesitzer kontaktiert, der verwies mich auf Inspektionen bei Seat Hannover. Ich war nicht dabei und kann niemanden beschuldigen... aber ich kann mir vorstellen, dass unerfahrene Autoschrauber nicht Mopeds fachgerecht warten. Also wer seine Mo bei Seat Hannover zur Inspektion hatte und solch ein Problem hatte, einfach mal auf die Gläser von der Bremsflüssigkeit gucken.
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Schnabelwesen
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Schnabelwesen »

Haben die denn tatsächlich die Bremsflüssigkeit gewechselt? Zumindest bei den Chinarollern zieht die hygrophane (Edit: hydrophile) Bremsflüssigkeit auf Dauer soviel Wasser, dass genug dieser Effekt eintritt.
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von pinus »

Guten Tag zusammen. Entschuldigt bitte meine etwas holprige Ausdrucksweise, ich bin Italiener und benutze einen Übersetzer.
Heute habe ich den hinteren Bremssattel meiner „Silence S01“ ausgebaut. Die Bremsscheibe ist stark abgenutzt und macht bei niedrigen Geschwindigkeiten schleifende Geräusche.
Die Bremsbeläge lassen sich, wie jemand bereits schrieb, nicht einfach entfernen, da sie von zwei Stiften in den Belaglöchern gehalten werden.
Ich stimme zu, dass die Bremskolben schwergängig sind, vermutlich aufgrund von Verschmutzung und mangelnder Schmierung.
Ich habe die Bremsbeläge ausgebaut, alles mit WD40-Bremsflüssigkeit (nicht WD40-Schmiermittel!) gereinigt, die Kolben so weit wie möglich herausgedrückt, gereinigt und leicht mit DOT4-Bremsflüssigkeit eingefettet. Anschließend habe ich die Kolben mehrmals hinein- und herausgedrückt. Danach habe ich die Bremsbeläge wieder eingebaut und den Bremssattel zentriert. Ich glaube nicht, dass das Problem damit dauerhaft behoben ist, aber es hat sich zumindest etwas verbessert. Leider ist das Motorrad fast fünf Jahre alt und bräuchte sorgfältige Wartung, die der Vorbesitzer vermutlich vernachlässigt hat. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, eine Feder einzubauen, um den Abstand der Bremsbeläge zu vergrößern, so wie ich es bei meiner BMW F650ST gemacht habe.
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Falcon »

Schnabelwesen hat geschrieben: Sa 2. Mai 2026, 18:32 Haben die denn tatsächlich die Bremsflüssigkeit gewechselt? Zumindest bei den Chinarollern zieht die hygrophane Bremsflüssigkeit auf Dauer soviel Wasser, dass genug dieser Effekt eintritt.
Hygrophan bezeichnet in der Mykologie (Pilzkunde) die Eigenschaft bestimmter Pilze,.....

Hydrophil (griechisch für „wasserliebend“) bezeichnet Stoffe oder Oberflächen, die stark mit Wasser wechselwirken, sich gut darin lösen oder von Wasser benetzt werden.

vg
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Re: "Feste" Hinterradbremse - brandgefährlich

Beitrag von Schnabelwesen »

Ertappt, ich bin auch Pilzsammler - und werde alt! 🤣
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