Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Wanderer
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Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Wanderer »

Da von anderen Usern gewünscht wurde, dass ich mit meinem Probefahrtbericht hier einen neuen Faden mit meinen Erfahrungen mit dem Jupiter aufmache, tue ich das hiermit. Und wie gewünscht starte ich mit einer Kopie des Probefahrtberichts.

@Motek: Kein Sorge, dieser Thread wird keine "Konkurrenz" zu Deinem. Weder fahre ich so viel wie Du, noch werde ich soviel schreiben. Und ich pendle auch nicht bei Minustemperaturen oder bei dickem Regenwetter mit dem Roller. Aber es wird bei mir um Erfahrungen mit dem Jupiter auf dem platten Land gehen. Und Du hast ja soweit ich weiß den SL, während es bei mir ein GT300 wird. Von daher hoffe ich, dass sich die beiden Threads ergänzen.

So, hier der Probefahrtbericht hier muss ich noch anmerken, dass es laut dem Laden ein Vorgängermodell war, möglicherweise noch ein SL; jedenfalls hatte er im Gegensatz zum aktuellen Modell nicht die Möglichkeit, via Android for Car das Navi-Bild des Handys in seine Anzeige einzublenden,was der aktuelle können soll):

Im Grunde war es ja meine Vermutung, dass der Trinity Jupiter für mich der richtige Roller ist. Aber ich wollte eine Probefahrt. Der einzige Händler halbwegs in der "Nähe", bei dem ich im Internet sehen konnte, dass er einen Jupiter als Vorführer da hat, war in Karlsruhe. Daher hatte ich dort für gestern Nachmittag einen Termin vereinbart und bin dann hingefahren.
Der erste optische Eindruck war: der Roller ist für mich ganz persönlich in echt noch hässlicher als auf den Bildern.

Es war alles bestens vorbereitet, und nach einer kurzen Einweisung zog ich meine Klamotten an, stieg auf und fuhr los. Der Laden liegt in der Innenstadt in einer ausgedehnten 30er-Zone, in der außer ein paar Radlern und mir kaum Verkehrsteilnehmer unterwegs waren. So konnte ich erstmal bei ganz langsamem Tempo Eindrücke sammeln:
Erstens, der Roller fuhr auch schon bei ganz langsamem Tempo sehr stabil.
Zweitens, es fühlte sich an, als ob ich eine Einkaufstasche zwischen den Beinen hatte. Ein Blick nach unten: Ah ja, das ist der Mitteltunnel.
Aber ich fuhr, und es machte Spaß. Schließlich war die 30er Zone zu Ende, und das schneller werden auf 50 klappte völlig selbstverständlich (alles in Fahrstufe 1).

Irgendwann kam das Ortsendeschild und die zulässige Geschwindigkeit stieg auf 70 km/h. Ich drehte am Stromgriff, aber bei 60 war die Fahrstufe 1 zu Ende. Ich befand mich auf einer vierspurigen Straße ohne die Möglichkeit, mal eben anzuhalten. Kann man die Fahrstufen auch während der Fahrt umschalten? Stromgriff kurz auf 0 und den Schiebeschalter betätigt - ja, er zeigt 2 an. Als ich nun wieder Gas (Strom) gab, merkte ich aber auch sofort, dass ich den Stromgriff jetzt wie ein rohes Ei behandeln musste - da steckte plötzlich sehr viel Power drin.
An einer Ampel kam ich ganz vorn rechts neben einem Auto zu stehen. Beim Losfahren war es kein Problem, auf gleicher Höhe zu bleiben. Bei 60 nahm ich den Strom weg, damit er vor mir einscheren konnte, weil die vierspurige Strecke zu Ende ging.

Aufgrund meiner fehlenden Ortskenntnisse war ich nach Nordwesten (Richtung Mannheim) aus Karlsruhe herausgekommen. Daher befand ich mich in der völlig platten Rheinebene mit kerzengeraden Straßen. Natürlich wollte ich ein paar kurvige Landstraßen fahren, die es aber nur in den Bergen östlich von Karlsruhe gibt. Also musste ich im Norden um die Stadt herumfahren (über Stutensee, für die, die sich dort auskennen). Dadurch wurde Probefahrt recht lang und ging zusammen mit zweimal verfahren am Ende über mehr als 50km.
Auffallend war für mich vor allem eines: Nichts an diesem Roller brauchte Kraft. Obwohl der Roller bereits bei niedrigem Tempo sehr stabil wirkt, legt er sich auch bei höherem Tempo (ich bin heute bis etwa 75km/h gefahren) willig und völlig mühelos in die Kurve. Gewicht verlagern reicht völlig aus.. Auch die Bremshebel braucht man eigentlich nur zu bewegen - "ziehen" im Sinne einer aufzuwendenden Kraft muss man nicht, so gut wirken die Bremsen.
Und man bekommt so gut wie keinen Fahrtwind ab. Die kleine Scheibe, die wenn man draufsitzt fast lächerlich wirkt, lenkt alles sehr wirksam ab. Wenn die Straßen uneben werden, schluckt das Fahrwerk alles prima weg (besser als bei meinem F8). Die Scheibe wackelte dabei zwar teilweise recht abenteuerlich, so dass ich schon fürchtete, sie könnte abbrechen, was aber natürlich nicht geschah.

Im Laufe der Zeit fiel mir auf, dass ich auf dem Jupiter nicht ganz so bequem sitze wie auf dem F8. Das ist aber kein Problem, weil man auf dem Jupiter die Sitzposition variieren kann - man kann ja mit den Füßen unten auf dem Trittblech fahren, oder man kann die Füße schräg vorne nach oben stellen. Durch die Abwechslung der Positionen verspanne ich nicht.
Der Jupiter fährt praktisch geräuschlos, was für mich sehr angenehm ist.

Auf dem Rückweg zum Rollerladen gab es dann noch eine Situation, über die erfahrene Rollerfahrer bestimmt schmunzeln werden: Ich kam an eine Ampel, die gerade auf Gelb und dann auf Rot sprang. Im Abbremsen sah ich, dass die Straße hinter der Kreuzung Kraftfahrstraße war und auch noch in einen Tunnel verschwand. Mein erster Impuls war, rechts abzubiegen und die Umgehung für langsame Fahrzeuge zu fahren (ich war bisher nur einmal während der B196-Fahrstunden mit einem Zweirad auf der Autobahn gewesen). Nur - da würde ich mich ziemlich sicher wieder verfahren. Und dann sah ich (immer noch vor der roten Ampel stehend) dass die Kraftfahrstraße ja auf 70 beschränkt war. "Na ja, eigentlich darfst Du das ja fahren", sagte ich zu mir selbst, und beschloß dann "Augen auf und durch". Es klappte reibungslos - aber ich war auch froh, als ich aus dem Tunnel wieder heraus war.

Zurück am Laden habe ich dann direkt den Jupiter bestellt. Wenn er geliefert und fertig ist, dann werde ich mit dem Zug hin- und mit dem Roller zurückfahren.

Ich brauchte diese Probefahrt, um mir sicher zu sein, dass es der richtige Roller für mich ist.
juhcon
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von juhcon »

... Ich glaube dann warst du mit dem 25er Modell Vorführer von 11.24 unterwegs. Freut mich, dass es dir gefiel. Bestimmt doofe Fragen, aber
Was hat man eigentlich davon, nicht direkt bei Trinity zu bestellen und 2. wolltest du den Vorführer nicht käuflich erwerben? Immerhin ist Trinity aktuell wohl von einem gewissen Schiffsverkehr abhängig in Hormuz abhängig und die Wartezeit etwas in den Sternen. Lg
Beste Grüße,

Frederik
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Schnabelwesen
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Schnabelwesen »

juhcon hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 20:01 Immerhin ist Trinity aktuell wohl von einem gewissen Schiffsverkehr abhängig in Hormuz abhängig
Nee, eigentlich nicht. Die fahren ums Kap Horn oder durch den Suezkanal. Und ihren Schiffsdiesel kriegen sie wahrscheinlich aus Russland...
Engpässe gibt es trotzdem, weil der Markt wegen der Spritpreise wieder anzieht. E-Kuma wartet auch auf den "Wind", weil komplett ausverkauft.
Schöne Grüße, Bertolt
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Wanderer »

@juhcon: Zu Deinen beiden Fragen:
Warum ich den Vorführer nicht gekauft habe? Ganz einfach, weil er mir nicht angeboten wurde. Im Gegenteil, ich meinte in einem Nebensatz gehört zu haben, dass für nächste Woche schon die nächste Probefahrt damit vereinbart war.
Was man davon hat, nicht direkt bei Trinity zu bestellen? Für mich ist die Antwort ganz einfach: Ich hatte davon, die Probefahrt machen zu dürfen. Das geht nunmal nicht virtuell per Internet.
Vielleicht zur Erklärung: Vor vielen Jahren, als der Internethandel anfing, dem stationären Handel Konkurrenz zu machen, habe ich überlegt, wie für mich persönlich ein fairer Umgang mit beiden Möglichkeiten aussieht, denn ich wollte beide nutzen. Damals habe ich für mich festgelegt, dass in dem Moment, in dem ich bei einem Händler Ressourcen in Anspruch nehme, ich die Sache entweder gar nicht oder bei diesem Händler kaufe. Ressourcen in Anspruch nehmen fängt für mich dabei beim Beratungsgespräch an, denn auch Mitarbeiterzeit kostet Geld.
Es gibt für mich nur zwei wesentliche Ausnahmen, in denen diese Bindung nicht zustande kommt: Wenn ich in einem der großen Technikmärkte gegen meinen Willen angesprochen werde oder wenn Händler in einem öffentlichen Bereich Leuten Tipps oder Rat geben (z.B. auf einer Messe oder Menschen wie Schnabelwesen und Ducatodriver hier im Forum).
Persönlich bin ich damit bisher gut gefahren, und ich habe manchmal das Gefühl, dass die Händler mein Verhalten auch wertschätzen. So auch vorgestern: Ich wollte ja eigentlich nur eine kurze Probefahrt raus aus der Stadt machen. Dass die mit Umwegen, zwei Verfahrern, mehrfach anhalten, um auf dem Handy-Navi nach dem Weg zu gucken am Ende knapp 2 Stunden und gute 50 km umfasste, fand der Händler nicht schlimm. Dafür verkauft er nun auch einen Roller. Das ist für mich Fairness von beiden Seiten.

Viele Grüße
Rolf
juhcon
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von juhcon »

Du hast eine tolle Einstellung. Vielen Dank für's Augenöffnen.
Beste Grüße,

Frederik
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von MEroller »

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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Wanderer »

@MEroller: Ok, das wusste ich nicht. Sorry!
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von MEroller »

Er hatte schon die Handwerkskammer von Lübeck herausgefordert mit seiner Reparaturwerkstätte für elektrische L1e bis L4e und später L6e Fahrzeuge, die ihn ursprünglich als Händler eingestuft hatten, aber schlussendlich doch eingesehen haben, dass er Zweiradmechaniker für elektrische Fahrzeuge ist. Er nimmt die schweren Fälle auf von Trankville Lübeck oder von Forenusern :D
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Motek »

Wanderer hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 14:45
@Motek: Kein Sorge, dieser Thread wird keine "Konkurrenz" zu Deinem. Weder fahre ich so viel wie Du, noch werde ich soviel schreiben. Und ich pendle auch nicht bei Minustemperaturen oder bei dickem Regenwetter mit dem Roller. Aber es wird bei mir um Erfahrungen mit dem Jupiter auf dem platten Land gehen. Und Du hast ja soweit ich weiß den SL, während es bei mir ein GT300 wird. Von daher hoffe ich, dass sich die beiden Threads ergänzen.

(...)
Hallo Rolf,

keine Sorge, keine Eifersucht meinerseits. Ich freue mich, dass im Trinity-Bereich etwas mehr passiert. Außerdem ist es sehr hilfreich, wenn jemand Erfahrungen mit dem aktuellen Modell postet. So langsam zweifle ich an dem Sinn meines Fadens- Trinity hat ja nicht nur beim Akku, sondern auch ABS usw nachgestockt. Irgendwann sind die Erfahrungen mit dem SL für Interessierte nichts mehr wert.

Ich musste paarmal schmunzeln (noch hässlicher als auf den Fotos- empfinde ich ähnlich, aber Schönheit und das Auge des Betrachters usw. / die Situation mit der Autobahn: jaja, darfst du alles.).

Und ja, du kannst bedenkenlos während der Fahrt die Laststufen schalten. Es ist nur schlau, beim höherschalten kurz den Stromhebel zu entspannen, so wie du es gemacht hast. Es könnte sich sonst anfühlen, als würde der Roller einen Satz machen.

Ich drück dir die Daumen für eine möglichst kurze Lieferzeit. Und Respekt für deine Einstellung zum stationären Handel.

Viele Grüße
M
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Re: Meine Erfahrungen mit dem Jupiter GT

Beitrag von Schnabelwesen »

MEroller hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 16:56 Er hatte schon die Handwerkskammer von Lübeck herausgefordert mit seiner Reparaturwerkstätte für elektrische L1e bis L4e und später L6e Fahrzeuge, die ihn ursprünglich als Händler eingestuft hatten, aber schlussendlich doch eingesehen haben, dass er Zweiradmechaniker für elektrische Fahrzeuge ist.
Die Handwerkskammer hat mir inzwischen nahegelegt, meinen Antrag erstmal zurückzuziehen. Die schaffen es zurzeit nicht, so eine Prüfung zu machen.
Angemeldet hatte ich ein Kleinunternehmen: Handel mit gebrauchten E-Rollern und Werkstatt. Verkauft habe ich in den letzten zwei Jahren aber nur zwei Roller und einen im Kundenauftrag. Ich hänge also etwas in der Luft und muss sehen, wie ich damit umgehe.
Ich beschäftige mich überwiegend mit Rollern, die man über lange Zeit reparieren kann bzw. mit Umbauten.
Schöne Grüße, Bertolt
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